Übrigens, Microsoft…

Übrigens, Microsoft,

nachdem die »unverselle Plattform« sowie die Idee »Mobile first« jetzt endgültig gescheitert sind und ihr es zu meiner Überraschung sogar selbst bemerkt habt, könntet ihr euch zur Abwechslung vielleicht einmal bewusst machen, dass ein Desktop-Betriebssystem völlig andere Anwendungsfälle als ein Betriebssystem für Spielzeug-Computer wie Smartphones abzudecken hat, deshalb aus völlig anderen Gründen genutzt wird; und dann könntet ihr euch auf der Grundlage dieser leicht durch Analysen und Studien zu stützenden und zu präzisierenden Einsicht darauf konzentrieren, euren Nutzern und zahlenden Kunden wieder ein vernünftiges Desktop-Betriebssystem zur Verfügung zu stellen, das…

  1. …sich nicht alle paar Wochen über den Update-Mechanismus praktisch neu installiert (und dabei wegen immer wieder einmal auftretender Fehler für riesige wirtschaftliche Schäden sorgt);
  2. …nicht nach einem Update ohne Hinweis Benutzereinstellungen verändert oder zurücksetzt;
  3. …nicht als ein von den Handy abgeschautes Überwachungssystem konzipiert ist, das Daten einsammelt und »nach Hause funkt«;
  4. …auch in gewerblicher Anwendung, in der man geltende Datenschutzgesetze zu beachten hat, rechtssicher verwendbar ist; und das
  5. …generell den Käufern und Nutzern wieder die Selbstbestimmung über ihren Computer zurückgibt.

Wenn euch das nicht gelingt, profezeihe ich euch Folgendes für das gar nicht mehr so ferne Jahr 2020, in dem eurer Windows-7-Support beendet wird:

Die gewerblichen Windows-Installationen werden auch weiterhin und noch jahrelang später mit Windows 7 betrieben werden. Ein Update auf Windows 10 wird im Regelfall nicht stattfinden. Wenn der Weiterbetrieb mit Windows 7 zunehmend verantwortungslos wird, weil es immer schwieriger wird, gegen die nach und nach bekannt werdenden Sicherheitslöcher des im kommerziellen Umfeld verbreitetsten Desktop-Betriebssystemes der Welt anzukommen, wird dies nicht zu einer »Wechselstimmung« auf Windows 10 führen. Ganz im Gegenteil. Um betriebliche Anwendungen weiterfahren zu können, werden sowohl das sehr lebendige und jetzt schon oft brauchbare Wine-Projekt als auch das zurzeit in der Praxis noch eher unbrauchbare ReactOS starke Aufmerksamkeit und verstärkte Mitarbeit erhalten, um einen mit Rechtsunsicherheiten, administrativen Problemen und Datenschutzbedenken verbundenen Wechsel auf Windows 10 zu vermeiden. Sicher, das wird Jahre brauchen. Aber es wird kommen.

Danach seid ihr bei Betriebssystemen für die gewerbliche Computernutzung – also bei den Betriebssystemen, für die ihr sicher bezahlt werdet – völlig draußen. Mit einer großkalibrigen Waffe selbst ins Knie geschossen habt ihr euch allerdings schon lange vorher, als ihr mit aller Gewalt und offener Spamreklame auf dem Desktop eure dumme Idee »Mobile first« gegen den Willen eurer Nutzer verfolgt habt – anfangs so weit gehend, dass ihr eine telefon-optimierte Fliesenoberfläche zum alternativlosen Standard auf Desktop-Computern machen wolltet. Das war gnadenlos dumm. Sowohl in eurer innerbetrieblichen Kultur als auch im Ansehen eurer Nutzer habt ihr euch von dieser Wahnidee noch nicht wieder erholt. Da hat auch euer Pressematerial der Marke »Jetzt haben wir verstanden« nichts gebracht.

Eine derartige Entwicklung könnt ihr aber nicht wollen. Und, nur damit euch das klar ist: Eure gegenwärtigen gewerblichen Anwender wollen sie auch nicht, denn sie haben keine Lust auf die damit verbundenen Risiken und Kosten.

Nicht helfen wird es euch, dass es euch gelungen ist, im Zuge eures Umzugs nach München den SPD-dominierten Rat der Stadt München offenbar so weit zu korrumpieren, dass die Stadtverwaltung demnächst unter hohen Kosten und Inkaufnahme erheblicher technischer Probleme von LiMux zu Windows migrieren wird. Ich höre geradezu die böse flehenden Gebete eurer satanischen¹ PR-Abteilung, dass es in München nicht bald danach zu einem Problem mit Schadsoftware kommt…

Deshalb, Microsoft: Gebt den Menschen einfach wieder ein benutzbares Desktop-Betriebssystem! Dass ihr das könnt, habt ihr in der Vergangenheit immer wieder unter Beweis gestellt. Also macht es!

Diese Unternehmensberatung wurde euch völlig kostenlos gegeben von eurem
Nachtwächter

¹Satan: hebr. »Feind«. Wer PR macht, ist zwangsläufig und immer ein Feind derer, die von dieser PR erreicht werden sollen und die er mit Lügen, Einseitigkeiten und Appellen an die dumme Psyche manipulieren und übern Tisch ziehen will.

Ich mag es so sehr, da muss ich gleich mal zum Facebook klicken...

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