Zur aktuellen PR-Kampagne zum Ihmezentrum

Foto eines hässlichen kaputten Apparates mit einem Mikrofon, einem Lautsprecher, einen Drucktaster (als Rufknopf beschriftet) und einem Schlitz zum Einführen einer Karte (als Codkarte beschriftet), der immer noch dreckig und verrostet im Sockelgeschoss des Ihmezetrums herumsteht. Dazu der Text: Wenn Sie immer noch nicht genug haben und noch mehr PR-Lügen über die Sanierung des Ihmezentrums hören möchten, legen Sie einfach ihre Codkarte ein oder drücken sie den Rufknopf!

Und nein, diese Satire ist keineswegs unfair, denn dieser hässliche Apparat steht immer noch im Sockelgeschoss und grüßt kaputt und verrostet aus den Siebziger Jahren. Ich vermute, er wird auch zur Eröffnung des Berliner Fluchhafens noch vor sich hinrosten und jeden Vorübergehenden daran erinnern, dass bislang niemand irgendein Interesse daran hatte, Arbeiten am Ihmezentrum durchzuführen, wenn sie nicht gerade unbedingt nötig waren. Das Interesse am Einstreichen öffentlicher Gelder ist hingegen viel größer.

Wer es haben möchte: Das Bild gibt es auch in groß. Es ist unter den Bedingungen der Piratenlizenz lizenziert, also viel Spaß damit! 😉

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Stalinsort

Josef StalinEs gibt übrigens einen viel zu wenig bekannten Sortieralgorithmus, dessen Laufzeit O (N) ist, also lediglich linear statt wie die meisten üblichen Algorithmen proportional zu N ⋅ log2 N mit der Anzahl N der sortierten Elemente wächst, ohne dabei die Einschränkungen eines Radixsort zu haben. Außerdem benötigt er nur eine lineare Anzahl von Vergleichen und keinen zusätzlichen Speicher, da er sich (im Gegensatz etwa zum heute allgegenwärtigen Mergesort und seinen Abkömmlingen) bequem in-place implementieren lässt. Natürlich bereitet es keinerlei Probleme, den Algoritmus in gleicher Weise auf verkettete Listen wie auf Arrays anzuwenden, denn es muss für die Vergleichsoperationen jeweils nur auf das vorhergehende Element zugegriffen werden.

Darüber hinaus ist der Algorithmus verblüffend einfach und auch außerhalb der Informationstechnik unter totalitären Diktatoren und ihren überzeugten Anhängern sehr beliebt.

Es handelt sich um Stalinsort. Einfach in einer Säuberung alle Elemente der Reihe nach durchgehen und dabei jedes Element erschieß… ähm… entfernen, das die (nicht vorhandene) sortierte Reihenfolge stört. Sicherlich, dabei geht viel verloren, aber dafür wird die angestrebte, erfreuliche Ordnung mit sehr geringem Aufwand hergestellt, und wo gehobelt wird, da fallen eben Späne. 👿

Quelle des Stalin-Fotos: Wikimedia Commons. Das Foto ist gemeinfrei.

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Erinnert sich noch jemand?

Schild, das im Ihmezentrum hing, bevor es von Carlyle zum Lindenpark umgebaut wurde, aber so, dass nur eine Ruine zurückblieb -- Ihme-Zentrum -- Auf dem Gelände des Ihme-Zentrums befanden sich im 19. Jh. Verwaltung und Hafen der Egestorffschen Unternehmungen, die Lindens Entwicklung zur Industriestadt einleiteten. Der Türsturz erinnert an das Wohnhaus des Firmengründers Johann Egestorff (1772-1834) in der Blumenauer Straße. Die Dampfmaschinenteile von 1886 stammen aus einer Fabrik auf der Glocksee

Dieses Schild hing im Ihmezentrum in Hannover-Linden, bevor Carlyle vor rd. zehn Jahren versprach, dieses brutalistische Menschenschließfach zum so genannten »Lindenpark« mit »Fachmarktzeile und Shoppen auf 35.000 Quadratmetern« umzubauen, plötzlich mitten im Umbau keine Rechnung mehr bezahlte und eine seitdem zerfallende Ruine zurückließ. Eine Strafverfolgung dieses Verbrechens fand nicht statt. Wer das erlebt hat, glaubt nichts mehr, was ihm in Bezug auf das Ihmezentrum versprochen wird, und zwar kein einziges stinkendes, verlogenes Wort – und kriegt die Wut, wenn ein Investor nach dem anderen mit Geld und Geld und noch mehr Geld gepampert wird, während die Ruine weiterhin verrottet und zerfällt.

Ich habe es erlebt.

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Das arme Mädchen muss stehen!

⚠️ Warnung für Allergiker: Kann Spuren von Fäkalsprache enthalten!

Werte Journalisten,

es ist mir scheißegal, ob Greta Thunberg einen Sitzplatz im ICE kriegt.

Ich war früher, als noch nicht alles so schlimm wie heute war, regelmäßiger Bahnnutzer. In dieser Zeit habe ich sicherlich mehr als sechzig Euro im Jahr allein für Sitzplatz-Reservierungen ausgegeben, weil diese in den Mondpreisen für die Fahrkarten aus reinen Abzockergründen nicht enthalten waren.

Und, was meint ihr, werte Journalisten, warum ich das gemacht habe?

Weil ich nichts Besseres mit Geld anzufangen wüsste? Weil ich so gern Geld verbrennte? Oder auch einfach nur, weil ich doof sei?

Nein. Ich habe das gemacht, weil ich genau weiß (und immer wieder erlebt habe), dass die Deutsche Scheißbahn gern viel mehr Fahrkarten für eine Fahrt verkauft, als es überhaupt Platz im Zug gibt, und weil ich nicht die geringste Lust habe, mehrere Stunden auf meinem Gepäck im Gang zu kauern. Zugfahren ist nämlich nur entspannend, wenn man dabei auch bequem sitzt, während die Welt an einem vorbeiscrollt.

Seit mindestens zwanzig Jahren gibt es dieses Scheißproblem. Seit mindenstens zwanzig Jahren kassiert die Deutsche Scheißbahn neben den Fahrpreisen zusätzliche Entgelte für Platzreservierungen, die nur bezahlt werden, weil die Deutsche Scheißbahn alle Fahrkarten verkauft, die sie nur verkaufen kann, statt ihren abgezockten Kunden einfach mal zu sagen, dass der gewünschte Zug voll ist. Zur Lösung dieses kleinen logistischen Problemes gibt es doch Computer! Und bei den Platzreservierungen funktioniert das doch mit den Computern! Seit mindestens zwanzig Jahren ist es dem gesamten (vermutlich autofahrenden, aber jetzt von anderen Verzicht wegen des Klimas einfordernden) Scheißjournalismus aus Presse und Glotze einfach nur scheißegal.

Bis dann mal eine bekannte junge Frau aus Schweden am eigenen Leibe erfährt – normalerweise fahren die »Promis« und die Politiker ja nicht wie der Pöbel mit dem Zug und erleben deshalb auch nix im Zug – wie es ist, wenn man in der Scheiß-BRD auf die Deutsche Scheißbahn angewiesen ist. Dann wird es auf einmal ein journalistisch relevantes Thema.

Wie es den ganz normalen Menschen in der BRD mit ihrem ganz normalen Leben so geht, interessiert euch hingegen gar nicht. Denen erzählt ihr nur immer, wie gut es ihnen geht, weil es in den PResseerklärungen der Wirtschaftsverbände steht. Oder wie reich sie sind, weil es das Statistische Bundesamt als Durchschnitt ermittelt hat, aber aufschlussreiche Angaben wie den Median und die Standardabweichung im Lande des mathematischen Analphabetismus zu verschweigen vorzieht. Oder vergleichbare intelligenzverachtende Scheißlügen, die mit beiden Beinen fest in den Wolken stehen.

Versteht ihr, Journalisten‽ Diese eure »Relevanzmaßstäbe« für diese eure Arbeit sind der Grund dafür, dass ihr unter den Menschen in der BRD ungefähr so beliebt wie Fußpilz seid. Ihr seid eben widerlich und ekelerregend, und ihr seid Feinde. Weil ihr euch wie Feinde aufführt.

Macht, dass ihr wegkommt! Ihr stinkt.

Schade, dass dieses Pressesterben so langsam geht.

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Dieses WordPress ist so langsam?

Clipart einer SchneckeNein, WordPress ist gar nicht so langsam, wenn man zusätzlich ein gutes Caching-Plugin verwendet. Aber die meisten WordPress-Themes sind ziemlich aufgebläht und deshalb langsam.

Ich habe ja – noch aus dem Anfang der Nuller Jahre – die Angewohnheit, bei der Gestaltung einer Website darauf zu achten, dass eine Seite mit allen zugehörigen Ressourcen (aber ohne ihre Inhalte) unter 100 KiB liegt. Das mag heute lächerlich klingen. Die meisten Menschen haben heute schnelle Internet-Verbindungen. Und ich nehme es auch nur als »grobe Richtung«, hier sind es rd. 130 KiB. Aber so lange ein erheblicher Anteil der Menschen in Deutschland mit unter 100 kbit/s unterwegs ist, werde ich dabei bleiben. Deshalb verbieten sich für mich…

  • …eigene Schriftarten, die nachgeladen werden müssen;
  • …aufwändige grafische Gestaltung; und
  • …umfangreiche Javascript-Benutzung für ein paar Effekte.

Ich mache mir also nicht einmal viel Arbeit, sondern lasse einfach alles weg, was ich für überflüssig halte. 😉

Bei Javascript achte ich darauf, dass die Website alles in allem ohne Javascript nutzbar bleibt. Hier gibt es nur eine Verwendung im Kommentarbereich für die Möglichkeit, auf einen Kommentar zu antworten. Wer kein Javascript ausführt – wer möchte schon freiwillig den Programmcode irgendwelcher Dritter aus einem anonymen technischen Medium innerhalb seines Webbrowsers auf seinem Computer ausführen – kann dennoch kommentieren, nur das bequeme Antworten auf einen Kommentar ist nicht mehr möglich.

Sogar Google ist der Meinung, dass sich mein bisschen Disziplin lohnt und bescheinigt mir, ein paar recht flotte Websites zu haben:

Perfektes Ergebnis bei Google PageSpeedInsights für meine Homepage

Perfektes Ergebnis bei Google PageSpeedInsights für Unser täglich Spam

Wohlgemerkt: Das ist zwei Mal das angeblich so langsame WordPress. ⏱️

Dass die Werte für ein so genanntes »Smartphone« ein wenig weniger hübsch aussehen, interessiert mich übrigens nicht. Ich empfehle anstelle dieser schnell süchtig machenden Gängelungs-, Technikverhinderungs- und Überwachungsgeräte die Verwendung eines richtigen Computers, auf dem man auch das selbstverständliche Recht eingeräumt bekommt, diejenige Software auszuführen, die man selbst für gut und richtig hält. Das ist übrigens auch sicherer, weil man sich selbst um sicherheitskritische Updates kümmern kann und nicht auf die Gnade eines Dritten angewiesen ist, der ganz andere Interessen (nämlich den Verkauf neuer Geräte) hat. Wie viele von diesen Wischofonen mit einem uralten Softwarestand benutzt werden, ist einfach nur erschreckend. Manche Menschen machen sogar ihre Fernkontoführung mit so einem Gerät, das unsicher wie ein Windows 98 ist. Ferner hat man auf einem richtigen Computer auch keine nicht deinstallierbar vorinstallierten Trojaner auf einem persönlich genutzten Rechner. Wer will die schon haben? Zumal die ganzen damit eingesammelten, weit in die Privat- und Intimsphäre hineinragenden Daten irgendwann ganz woanders wieder rauskommen können. Ja: Intimsphäre. Private Kommunikation zwischen Menschen berührt klar die Intimsphäre.

Aber dass jemand, der im Datenfeldwegland BRD mit ISDN-Geschwindigkeit unterwegs ist – und das sind auch im Jahr 2019 immer noch sehr viele Menschen in ländlichen Bereichen und kleineren Ortschaften – nicht eine halbe Minute lang warten muss, bis er einen von mir veröffentlichten Text lesen kann, das interessiert mich.

Ich empfehle jeden Menschen, der Websites gestaltet, sich das Ergebnis seiner Mühen auch einmal über eine langsame Leitung anzuschauen und sich zu fragen, ob die in dieser Verpackung transportierten Inhalte derartige Ärgernisse für den Leser wert sind. Einmal ganz davon abgesehen, dass auch Nutzer schneller Leitungen von einer aufs Wesentliche reduzierten Website profitieren, weil diese schneller geparst und gerendert werden kann und sich deshalb insgesamt »schneller anfühlt«.

Und wie schnell sich eine Website für einen Besucher beim ersten Besuch anfühlt, ist ein erster Eindruck, für den man oft keine zweite Chance hat.

Dass es sich langsam anfühlt, liegt jedenfalls oft nicht an WordPress, sondern an gestalterischer Dummheit und an der Unkenntnis oder dem Desinteresse gegenüber der Lebenswirklichkeit vieler Menschen in der Bundesrepublik Deutschland. Besonders deutlich wird dies auf vielen Websites von Presseverlegern, in denen fünf bis acht Kilobyte erwünschter Nutzinformation in mehreren Megabyte Design- und Reklamemüll eingebettet werden – zum Hohn und zur weiteren Aufblährung darauf noch ein Symbolbild, das nichts mit dem Text zu tun hat, aber trotzdem reingenommen wird, weil ein Platz dafür in der Artikelvorlage vorgesehen ist. Immerhin sind viele Symbolbilder realsatirisch wertvoll (noch ein Beispiel und noch ein Beispiel). 😀

Wer eine schnelle Website oder ein schnelles Blog haben möchte, das auch durch seine Geschwindigkeit bei Erstbesuchern einen guten Eindruck hinterlässt, sollte auf gar keinen Fall von Presseverlegern und Journalisten lernen, wie man das macht. Weniger ist mehr, und Unnützes kann weg.

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