Geh sterben, Presseverleger!

Achtung, bitte eine Speitüte bereit halten! 🤮

Einige Vertreter der Werbebranche sprechen den Browser-Herstellern die Legitimität ab, in ihr Geschäft eingreifen. Stefan Mölling von der Axel Springer-Tochter Media Impact etwa erklärte: »Die Mozillas dieser Welt bevormunden sowohl die Nutzer als auch die Gesetzgeber.« Deshalb gelte es, einen neuen branchenweiten Schulterschluss zu suchen, um auch die Politik davon zu überzeugen, dass hier eine Regulierung der Browser zugunsten der Werbefinanzierung notwendig sei

Quelle: c’t 21/2019, Seite 38.

Mit vergleichbaren Bullshit-Argumenten, die in den Dunkelkammern des Reichstags gezielt an korrupte, ahnungslose und netzbarbarische Politiker gerichtet wurden, hat übrigens auch die Einführung des so genannten »Leistungsschutzrechtes für Presseverleger« angefangen; dieser inzwischen zwar »dank« Axel Voss (CDU) zu EU-Recht gewordene, aber dennoch größte lobbykratische Rohrkrepierer in der bisherigen Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Denn natürlich lässt sich niemand einen Vertrag aufzwingen, auch Google nicht. Auch nicht, wenn Presseverleger mit ihren Freibiergesichtern an der Theke sitzen und auch noch Geld dafür haben wollen, dass sie das ganze Freibier trinken. Ich hoffe immer noch darauf, dass Google einfach sämtliche Presseprodukte aus dem Index seiner Suchmaschine entfernt. Es ist ja schließlich kein Menschenrecht, von Google indiziert zu werden.

Von daher warte ich auf kommende Gesetze, die Webbrowser mit Adblockern illegal machen – damit ich immer schön nach den feuchten Träumen der Werber und Presseverleger mit der Maus den Content aus einer Schicht überlagerter unerwünschter Reklame ausgraben kann und mich dabei so richtig dolle frei und unbevormundet fühle. 😀

Dass dabei der einzige wirksame Schutz gegen den wichtigsten Schadsoftware-Verteilungsweg im Web – durch so genanntes Malvertising – kriminalisiert… ähm… »reguliert« werden soll, ist den Freunden der Organisierten Kriminalität aus der Contentindustrie offenbar gleichgültig.

Geh sterben, Presseverleger! ⚰️

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Überall und nirgends

Polizei ist überall. Nirgends ist Gerechtigkeit.

Hintergrund | Druckversion | Lizenz: CC0, also bedient euch! 😉

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Adblockerblocker

Mit Reklame bis zum Rand gewaltsam vollgestopfter Briefkasten. Darunter der Text: Werber! Ich bin nicht deine Mülltonne.

Die Websites, die mir keinen Content mehr ausliefern wollen, weil ich zum Schutz meiner Privatsphäre vor Überwachern und zum Schutz meines Computers vor Kriminellen einen Adblocker verwende, belegen mit dieser Entscheidung in aller Internetöffentlichkeit, dass die Reklame ihr eigentlicher Content ist.

Dies ist ein Selbsturteil, dem ich mich nicht zu widersprechen getraue.

Die Websites, die mir keinen Content mehr anzeigen wollen, weil ich zum Schutz meiner Privatsphäre vor Überwachern und zum Schutz meines Computers vor Kriminellen einen Javascript-Blocker verwende, belegen mit dieser Entscheidung in aller Internetöffentlichkeit, dass das Tracking ihrer Nutzer durch heimlich verabreichten Programmcode und der Verkauf der so ermittelten Daten die Hauptsache bei diesen Websites ist.

Auch dies ist ein Selbsturteil, dem ich mich nicht zu widersprechen getraue.

Das Urteil, das ich dann über die Betreiber derartiger Websites fälle, fällt dementsprechend und wenig überraschend aus: Es sind Feinde. Und genau so behandele ich und bezeichne ich die charakterlich ekelerregenden Betreiber derartiger Websites – wobei ich keineswegs immer auf den sanftestmöglichen Tonfall achte. Die Zivilisation und das Streben nach friedlichem Miteinander wurde in diesem Fall nämlich nicht von mir aufgegeben, sondern von diesen gewaltaffinen Barbaren, die aus der Anonymität eines technischen Mediums heraus ihre Überrumpelungen versuchen.

Stirb, Werber, stirb! Verrecke, Presseverleger, verrecke! Und fahrt in die verdammte Hölle, die ihr anderen Menschen mit eurem Tun bereiten wollt!

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Jeder gute Programmierer wird es bestätigen…

Hungarian Notation is always a great sign of bad code

Remy Porter im Daily WTF

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Der die Arbeit tut

Englischsprachiges Plakat aus dem 19. Jahrhundert: SklavenverkaufDen Rücken mit immer schwererer Last beladen, die Beine versinken immer tiefer im braunsten Schlamm, wird er von Hartz Fear, der staatlich geforderten und geförderten nackten Existenzangstpeitsche in Deutschland getrieben: der, der die Arbeit tut, die grobe Arbeit im Sinne von Kraft mal Weg. Und während er für wenig Geld und noch weniger persönliche Aussicht schwitzt und seiner sicheren Altersarmut unter der Willkürfuchtel bundesdeutscher Behörden entgegentaumelt, darf er sich aus den Mündern der Journalist:innen aller Blätter und Sender und aus den Sprechblasen der Politiker:innen aller Parteien und parteinahen Stiftungen anhören, dass er Abschaum ist, der letzte stinkende Dreck, ein ungebildetet Kerl, der sich erst einmal »richtig bilden« sollte, statt sich allfeierabendlich erschöpft ein bisschen Ablenkung von seinem entgangenen Leben zu holen; sich richtig bilden, bevor er sich getraut, auch nur noch ein Wort zu sprechen, ein Wort aus seiner täglichen Wahrheit, die er gleißendklar unter der sengenden Sonne erlebt, wieder und wieder und wieder erlebt. Es ist kein Wunder, wenn es Verachtete und Beschimpfte zu »Alternativen« zieht, die erfolgreich vorgeben, sie weniger zu verachten, sondern es ist nur logisch – eher schon erstaunt es, dass es nicht täglich zu größeren offenen Ausbrüchen einer groben Gewalt kommt, die nur ein Spiegelbild derjenigen Gewalt wäre, die feiner, subtiler und verdeckter jeden verdammten Tag gegen diejenigen ausgeübt wird, die diese Zivilisation mit ihrer Arbeit erst ermöglichen, während die Nutznießer dieser Arbeit sich mit verschränkten Fingern als Leistungsträger inszenieren.

Immerhin wählt er nicht mehr so oft die SPD, er, der die Arbeit tut. Sage also niemand, dass er nicht wissend und lernfähig ist, der Entrechtete und Geknechtete, der immer noch die Arbeit tut.

So lange es kein breites Bündnis zum Schutz von Menschen gibt, das kompromisslos eine artgerechte und halbwegs würdevolle Behandlung und Unterbringung von Menschen einfordert, so lange könnt ihr die viel abstrakteren Umwelt- und Klimaprobleme vergessen. Die, denen es gleichgültig ist, sagen keineswegs »Nach uns die Sintflut«, nein, sie wurden längst schon von der Sintflut hinfortgerissen und treiben im persönlichen Nichts. Es ist die »Gleichgültigkeit« eines Ertrinkenden, der um sein Leben ringt, wenn man ihm von der Geometrie erzählen will.

Und das vielleicht Schlimmste daran: Diese scheinbar Gleichgültigen haben in ihrer scheinbaren Gleichgültigkeit recht, denn die Menschheit hat in ihrer Dummheit längst beschlossen, alles Brennbare auch anzuzünden, es ist ja so ein gutes Geschäft für die Krämer und macht so viel Wachstum für den wachsenden Krebs des Geldhandels. Dass es für ihn, der die Arbeit tut, Wichtigeres gibt, erstaunt einen Menschen von Verstand genau so wenig wie die Tatsache, dass er sich weigert, auch diese eine Rechnung noch mit seinem dahinwelkenden, einmaligen Leben zu bezahlen.

Quelle des Plakates mit dem Sklavenausverkauf: Wikimedia Commons, Lizenz: Public Domain, in diese Freiheit veröffentlicht vom Florida Memory Project. Danke!

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