Wischofone

Nachdem ich eben darauf angesprochen wurde, warum dieser Text in einer fast unsichtbaren Fußnote im Spamblog herumdümpelt, kopiere ich ihn auch gern noch einmal als eigenständigen Text hier hinein. Er wird vermutlich auch in fünf Jahren noch aktuell sein. 🙁

Wischofone: So nenne ich »Smartphones«. Denn diese Geräte sind nicht smart, und sie machen nicht smart, und sie zu benutzen, ist kein Zeichen, dass man irgendwie smart wäre, und zwar nicht einmal im fernliegendsten Sinne des Wortes. Es handelt sich um fabrikneuen Müll mit nicht austauschbaren Verschleißteilen, Technikverhinderung, Benutzergängelung, Waste Economy und um ein durch künstliche Produktalterung (keine Betriebssystem-Updates verteilen und Käufern die Gewährleistung entziehen, wenn sie selbst darüber bestimmen wollen, welche Software auf den von ihnen gekauften und mit Strom versorgten Computern ausgeführt wird) vorsätzlich geschaffenes Paradies für Verbrecher, zehnmal so schlimm wie Windows 95/98/ME. Und wer hinterher, nach dem Schaden, darüber klagt, dass er vorher nicht gewarnt wurde, ist ganz gewiss nicht »smart«, sondern ganz im Gegenteil. In diesem Sinne wünsche ich viel Spaß beim Bezahlen, bei der Fernkontoführung (Werbedeutsch: »Online-Banking«) und bei der Steuerung irgendwelcher Hausautomation mit diesen vorsätzlich dysfunktional gemachten Dummkonsumtools.

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Das Rad

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»Klima-Holocaust«

Dieses Posting existiert nur, damit ich es verlinken kann und mich nicht immer und immer wiederholen muss. Ich finde es im Grunde schlimm, dass ich es schreiben muss. Ich finde es so schlimm, dass ich kaum weiß, wie ich es schreiben soll.

Deshalb ist dieses Posting auch ganz kurz und kompakt.

Holocaust: Der Holocaust war ein planvoller, systematisch durchgeführter Versuch, Menschen auszurotten – in erster Linie Juden, aber keineswegs darauf beschränkt. Hierfür wurde eigens eine industrielle Infrastruktur zum Ermorden von weitgehend entrechteten Menschen geschaffen, die in Mordfabriken »angeliefert«, mit Kohlenmonoxid und später Zyklon B vergast und in großen Krematoriumsöfen verbrannt wurden. Der Holocaust wurde im Deutschen Reich unter Adolf Hitler durchgeführt und war so erschreckend effizient, wahnsinnig, kalt und verbrecherisch, dass es mir schwer fällt, angemessene Worte dafür zu finden.

Klima-Holocaust: Das Gelaber einiger Menschen vom »Klima-Holocaust«, um ihre Argumentation affektiv und emotional-manipulativ aufzuladen, ist eine zynische Relativierung dieses staatlichen Massenmordes auf dem Rücken einiger Millionen Ermordeter. Wer das für ein angemessenes politisches Vorgehen hält, zeigt darin seine politische und vor allem seine menschliche Kultur – und zwar so nackt und deutlich, dass es mir gruselt vor so viel Kälte und Dummheit.

Nein, ich meine weder zynische Witze noch schnell »rausgeflutschte« Worte. Obwohl die oft auch schon tief blicken lassen.

Selbst noch in der Holocaust-Leugung durch einige gegenwärtige Zeitgenossen spiegelt sich noch eine Spur der Beschämung über die kalte, feige Widerlichkeit staatlich angeordneten, industriellen, massenhaften Mordens; eine Spur der Beschämung, die jenen, die da jung und bewegt vom »Klima-Holocaust« schwätzen, völlig abzugehen scheint.

Wenn ihr die Klimathematik schon affektiv aufladen wollt, während ihr auf der anderen Seite von der objektiven Wissenschaft sprecht, dann bedient euch bitte anderer Metaphern! Danke.

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Zur aktuellen PR-Kampagne zum Ihmezentrum

Foto eines hässlichen kaputten Apparates mit einem Mikrofon, einem Lautsprecher, einen Drucktaster (als Rufknopf beschriftet) und einem Schlitz zum Einführen einer Karte (als Codkarte beschriftet), der immer noch dreckig und verrostet im Sockelgeschoss des Ihmezetrums herumsteht. Dazu der Text: Wenn Sie immer noch nicht genug haben und noch mehr PR-Lügen über die Sanierung des Ihmezentrums hören möchten, legen Sie einfach ihre Codkarte ein oder drücken sie den Rufknopf!

Und nein, diese Satire ist keineswegs unfair, denn dieser hässliche Apparat steht immer noch im Sockelgeschoss und grüßt kaputt und verrostet aus den Siebziger Jahren. Ich vermute, er wird auch zur Eröffnung des Berliner Fluchhafens noch vor sich hinrosten und jeden Vorübergehenden daran erinnern, dass bislang niemand irgendein Interesse daran hatte, Arbeiten am Ihmezentrum durchzuführen, wenn sie nicht gerade unbedingt nötig waren. Das Interesse am Einstreichen öffentlicher Gelder ist hingegen viel größer.

Wer es haben möchte: Das Bild gibt es auch in groß. Es ist unter den Bedingungen der Piratenlizenz lizenziert, also viel Spaß damit! 😉

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Stalinsort

Josef StalinEs gibt übrigens einen viel zu wenig bekannten Sortieralgorithmus, dessen Laufzeit O (N) ist, also lediglich linear statt wie die meisten üblichen Algorithmen proportional zu N ⋅ log2 N mit der Anzahl N der sortierten Elemente wächst, ohne dabei die Einschränkungen eines Radixsort zu haben. Außerdem benötigt er nur eine lineare Anzahl von Vergleichen und keinen zusätzlichen Speicher, da er sich (im Gegensatz etwa zum heute allgegenwärtigen Mergesort und seinen Abkömmlingen) bequem in-place implementieren lässt. Natürlich bereitet es keinerlei Probleme, den Algoritmus in gleicher Weise auf verkettete Listen wie auf Arrays anzuwenden, denn es muss für die Vergleichsoperationen jeweils nur auf das vorhergehende Element zugegriffen werden.

Darüber hinaus ist der Algorithmus verblüffend einfach und auch außerhalb der Informationstechnik unter totalitären Diktatoren und ihren überzeugten Anhängern sehr beliebt.

Es handelt sich um Stalinsort. Einfach in einer Säuberung alle Elemente der Reihe nach durchgehen und dabei jedes Element erschieß… ähm… entfernen, das die (nicht vorhandene) sortierte Reihenfolge stört. Sicherlich, dabei geht viel verloren, aber dafür wird die angestrebte, erfreuliche Ordnung mit sehr geringem Aufwand hergestellt, und wo gehobelt wird, da fallen eben Späne. 👿

Quelle des Stalin-Fotos: Wikimedia Commons. Das Foto ist gemeinfrei.

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