Traum und Tat

Text: 'How we dream the future.' Bild einer absurden futuristischen Großstadt mit geschwungener Architektur und futuristischen Autos. -- Bild einer leblosen, von Müll übersähten Wüste mit orangebraunem Himmel und giftig anmutender Bewölkung. 'How we do the future.'

Ich habe das auch als PDF, aber die beiden mit einem neuronalen Netzwerk generierten Bilder haben keine besonders hohe Auflösung und können nicht gut vergrößert werden. Aber immerhin wird der Text frei skalierbar. Lizenz ist CC0 1.0¹, wer sich also bedienen möchte, bediene sich!

¹Über einen Hinweis, wo es herkommt, freue ich mich aber trotzdem.

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Mein Nominierungsvorschlag

Ich habe eben eine E-Mail an die Verleiher des goldenen Aluhutes abgesendet, weil dort nach Nominierungsvorschlägen gefragt wurde.

Zum Genuss und Verdruss hier mein vollständiger Text:

Ein fröhliches Hallo an die Freunde des güldnen Glanzes am Kopfe,

Jana Genth von der ARD hätte so gern euren neuen Award »FACT HEROES« bekommen, aber ist dann auf die kostenlose Energie eines »Erfinders« aus Simbabwe hereingefallen. Ein ganz großer Wurf, einschließlich eines Fernsehers, der Energie produziert, statt sie zu verbrauchen, so dass man im Winter schön den Heizlüfter am Fernseher anschließen kann, um Energie zu sparen: Kostenlos, erneuerbar und grün.

Diese erschütternden Fakten – ich war nach »Genuss« des Textes fassungslos und musste erstmal um Worte ringen und mit ein paar anderen Leuten chatten – waren auf der Website der ARD-Tagesschau zu lesen. Eine auch nur oberflächliche Prüfung durch die Redaktion der Tagesschau (die ihren Teil am Award haben sollte) fand offenbar nicht statt:

Link zur Archivversion der Tagesschau-Meldung

Begründung:

  • Selbst einem Menschen mit Hauptschulabschluss sollte aus dem viel zu schlechten Physik- und Chemieunterricht der Energieerhaltungssatz so weit klar sein, dass er weiß oder wenigstens ahnt, dass Energie weder aus dem Nichts entsteht noch im Nichts entschwindet. Erst recht sollte dies einem Journalisten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks klar sein, und zwar spätestens nach einer auch nur oberflächlichen Recherche. Ich kenne persönlich einen Menschen, der es nur bis zu einem Abgangszeugnis gebracht hat, und recht schnell bemerkt hat, dass diese Meldung nicht stimmen kann. (Ich habe das ausprobiert, indem ich die Meldung nacherzählte; habe ihm aber nicht gesagt, dass die Quelle die ARD-Tagesschau ist.) Das fortgeschrittene Verständnis mit der etwas abstrakteren Thermodynamik ist für diese Einsicht nicht erforderlich.
  • Die unfassbare Fahrlässigkeit, in der dieser Artikel verfasst wurde, kombiniert sich mit einer zwischen den Zeilen dargebotenen, mehr als nur subtilen Andeutung, dass so ein großartiger Erfindergeist und so eine fantastische Lösung zivilisatorischer Probleme vor allem aus strukturell rassistischen Gründen nicht die Bekanntheit und Verbreitung erlangt, die sie verdient. Der Eindruck, dass hier aus ideologischer Motiviertheit der Marke »Wenn ich weiß, was ich melden will, hat mein Schreiben doch genug Struktur« eine erbärmliche journalistische Minderleistung dargebracht wurde, ist geradezu ein Dünger für die schrillen Theorien populistischer Schwurbler, die zum Erzählen und Erhalten ihrer Gedankengebäude darauf angewiesen sind, die Tatsächlichkeit berichteter oder gelehrter Fakten in möglichst großen Zweifel ziehen zu können.
  • Dass ausgerechnet eine Mitarbeiterin einer Rundfunkanstalt nicht verstanden zu haben scheint, wie Rundfunk funktioniert und deshalb nicht weiß, dass die Energie, die einem elektromagnetischen Feld entnommen wird, hinterher nicht mehr in diesem elektromagnetischen Feld ist, ist mehr als nur ein bisschen peinlich. Der fraktale Realitätsverlust dieses Artikels (fraktal in dem Sinne, dass er im gleichen Maße bleibt, egal, welchen Ausschnitt man sich anschaut) hat zwar noch nicht ganz die Krone der Vollendung eines Attila Hildmann oder eines Homöopathieanhängers erreicht, aber die Richtung stimmt.
  • Was in der Veröffentlichung auf der Website der Tagesschau überdeutlich geworden ist, ist ein unfassbarer Mangel an naturwissenschaftlicher Grundbildung in großen Bereichen der Tagesschau-Redaktion. Dieser überdeutlich gewordene Mangel diskreditiert alle Meldungen über naturwissenschaftliche Themen wie zum Beispiel der laufenden Klimakatastrophe als reines Abschreibe- und Übernahmewerk ohne eigene Einsicht oder Recherche. Es gibt keinen Grund, anzunehmen, dass der Wissenschaftsjournalismus einer Redaktion, die eine bizarre Meldung über einen Freie-Energie-Apparat bringt, auch nur in Teilen ernstzunehmen sei.
  • Das Schweigen der gegenüber »alternativen Medien« sonst so kritischen Blogger zu diesem Vorfall ist dröhnend und dumm. Es weckt den Verdacht, dass ihre Urteile nicht evidenzbasiert, sondern eminenzbasiert gefällt werden. Das ist schade, und es ist vermutlich auch ein Schaden.

Abschließend geht es mir nicht um die persönliche »Vernichtung« einer Tagesschau-Autorin. Das Problem ist nicht, dass ein Autor mal einen schlechten oder, wie in diesem Fall, unfassbaren dummen Text abliefert. Das Problem ist, dass die angesehene und mit hoher Rundfunkabgabe finanzierte Redaktion der Tagesschau keine wirksamen Mechanismen zur Qualitätssicherung ihrer journalistischen Tätigkeit zu haben scheint. Selbst, wenn ein Artikel klar und leicht erkennbarer Schwachfug ist. Das kombiniert mit den sonst so scharfen »Relevanzkriterien«, die vielfach die Berichterstattung über Ereignisse ausschließen, erweckt einen Eindruck, der mich vermuten lässt, dass die jüngsten Skandälchen in NDR und RBB die Spitze eines recht großen, unter der Oberfläche unsichtbaren Eisberges sind.

Mit dieser Vermutung bin ich übrigens nicht allein, wie ich gerade in den letzten drei Tagen immer wieder erleben durfte. Aber das kann natürlich meine eigene Schwurbler-Blase sein und ist daher irrelevant. 😉

Lassen sie es sich gut gehen!

Elias

Ich habe so einen Verdacht, dass das unterhalb der Relevanzkriterien derjenigen Leute liegen wird, die mit Tamtam und PResseerklärungen einen Goldenen Aluhut verleihen, aber vielleicht täusche ich mir da auch, weil mein Aluhut ein bisschen zu eng sitzt.

Schnell noch vorm Absenden nachgetragen: Die ARD-Tagesschau hat sich endlich dazu bequemt, eine Stellungnahme abzugeben [Archivversion]. Es besteht kein Grund zur Beruhigung:

Wir von tagesschau.de bedauern sehr, dass wir hier eine »Ente« veröffentlicht haben. Hohe Qualitätsansprüche an journalistische Arbeit sind uns sehr wichtig, und wir gehen davon aus, dass alle Korrespondentenberichte, die wir veröffentlichen, vorab nach allen journalistischen Grundregeln geprüft wurden. Jetzt arbeiten wir gemeinsam daran, die Abläufe weiter zu verbessern.

Ich gehe übrigens auch von etwas aus. 😁️

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Schwachstellenzement, schnellbindend

So lange Fehler in Software – inzwischen durchgehend verharmlosend als »Schwachstellen« bezeichnet, weil »mein Code hat eine Schwachstelle« nun einmal viel besser klingt als »ich habe meinen Code verpatzt« – nicht einfach behoben, sondern »gemanagt« werden, so lange können wir uns darauf verlassen, dass Software fehlerhaft und unzuverlässig bleibt.

Google hat übrigens für die Programmiersprache Go ein Schwachstellenmanagement eingeführt:

Das erklärte Ziel ist ein »geräuscharmer, zuverlässiger Weg« der Schwachstellensuche, damit Entwicklerinnen und Entwickler nicht zu viele Warnungen erhalten und im allgemeinen Rauschen womöglich die tatsächlich relevanten übersehen

Ohne weitere Worte.

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Ich bin nicht überrascht

Eines hat sich nach über zwei Monaten Neun-Euro-Ticket für die Benutzung des Nahverkehrs als einigermaßen sicher herausgestellt, auch wenn es leider viel zu selten so klar benannt wird: Wenn sich die Menschen in der Bundesrepublik Deutschland nicht mit Bussen, Bahnen und Nahverkehrszügen bewegen, dann liegt das in sehr vielen Fällen…

  1. …nicht an der viel beklagten Unpünktlichkeit und Unzuverlässigkeit,
  2. …nicht an der schlechten Abdeckung weiter Bereiche des Landes durch Nahverkehrsmittel,
  3. …nicht am mangelnden Komfort, und
  4. …auch nicht daran, dass die Bahnhöfe nicht schön aussehen, …

…sondern in erster Linie am viel zu hohen Preis für diese Verkehrsmittel und oft wohl auch an absurden, nicht durchschaubaren Tarifstrukturen von ÖPNV-Betreibern. Wenn dieser viel zu hohe Preis wegfällt und man nicht lange danach suchen muss, welche Fahrtkosten entstehen, falls man sich einmal durch die Gebiete verschiedener Nahverkehrsbetreiber bewegen muss oder möchte, werden alle diese von Journalisten und Politikern gern aufgezählten Gründe eher nebensächlich; immer noch ärgerlich, aber nichts, was von der Fahrt abhält.

Und dementsprechend voll waren die Straßenbahnen, die Busse und die Züge.

Nein, ich bin davon nicht überrascht. Wer manchmal mit »normalen« erwerbstätigen Menschen spricht, bei denen das Geld nicht einfach in den jeweils erforderlichen Mengen aus der Steckdose quillt, hätte das schon vorher gewusst. Mitglieder der Classe politique, die es schließlich zum Abgeordneten bringen, scheinen solche Gespräche nur noch sehr selten oder gar nicht zu haben.

So, wie es im Moment aussieht, wird die politische Lektion aus dieser recht teuer erworbenen Einsicht darin bestehen, dass man den alten Zustand mit viel zu hohen Preisen und teilweise undurchschaubar-überkomplizierten Tarifstrukturen wiederherstellt.

Unter anderem deswegen, weil ein Typ wie Christian Lindner (FDP), der als Abgeordneter des Deutschen Bundestages eine Bahncard 100 kostenlos bekommt, obwohl er wohl lieber Porsche fährt, in seinem grenzenlosen und fanatischen Armenhass anderen Menschen nicht das 9-Euro-Ticket gönnt und dabei die Stirn hat, seine Haltung ausgerechnet damit zu begründen, dass die angebliche mit dem 9-Euro-Ticket verbundene »Gratismentalität« ein Problem mit der »Fairness« habe.

Die Frage, wie fair eigentlich Tankrabatte und Autokaufprämien gegenüber den Menschen sind, die aus dem einen oder anderen Grund kein Auto haben oder haben wollen, hat leider nicht den Weg in sein mutmaßlich kernkorruptes Bewusstsein gefunden – genau so wenig wie die Frage, ob es nicht mal »fair« wäre, den Nahverkehr auch außerhalb der Städte so viel verfügbarer zu machen, dass man auch dort ohne Auto leben kann.

Solche Gestalten wie Christian Lindner (FDP) sind übrigens auch ein Problem. Leider wird es nicht von Christan Lindner (FDP) beseitigt.

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Bilder einer Scheinbaustelle

Die »Baustelle« im Ihmezentrum ist eine Scheinbaustelle. Auf einer richtigen Baustelle gibt es Arbeiter. Die arbeiten. Damit etwas entsteht. Aber nicht im Ihmezentrum. Da gibt es nur Scheinbaustelle und Geldverbrennung.

Foto aus der Scheinbaustelle der Ruine des Ihmezentrums in Hannover Linden, mit Gruß an die Stadtverwaltung von Hannover, die solche Zustände nicht nur zulässt, sondern aktiv finanziell fördert.

Foto aus der Scheinbaustelle der Ruine des Ihmezentrums in Hannover Linden, mit Gruß an die Stadtverwaltung von Hannover, die solche Zustände nicht nur zulässt, sondern aktiv finanziell fördert.

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Foto aus der Scheinbaustelle der Ruine des Ihmezentrums in Hannover Linden, mit Gruß an die Stadtverwaltung von Hannover, die solche Zustände nicht nur zulässt, sondern aktiv finanziell fördert.

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Foto aus der Scheinbaustelle der Ruine des Ihmezentrums in Hannover Linden, mit Gruß an die Stadtverwaltung von Hannover, die solche Zustände nicht nur zulässt, sondern aktiv finanziell fördert.

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Foto aus der Scheinbaustelle der Ruine des Ihmezentrums in Hannover Linden, mit Gruß an die Stadtverwaltung von Hannover, die solche Zustände nicht nur zulässt, sondern aktiv finanziell fördert.

Foto aus der Scheinbaustelle der Ruine des Ihmezentrums in Hannover Linden, mit Gruß an die Stadtverwaltung von Hannover, die solche Zustände nicht nur zulässt, sondern aktiv finanziell fördert.

Foto aus der Scheinbaustelle der Ruine des Ihmezentrums in Hannover Linden, mit Gruß an die Stadtverwaltung von Hannover, die solche Zustände nicht nur zulässt, sondern aktiv finanziell fördert.

Ein Verkehrszeichen »Arbeitsstelle« ohne Arbeiter, es steckt nur die Schaufel in einem Sandhaufen. Darunter ein Zusatzzeichen »Schein-Baustelle«. Darunter der Text: Auf einer echten Baustelle gibt es Arbeiter. Die arbeiten. Damit etwas entsteht. Aber nicht im Ihmezentrum.

Mit Gruß an die Stadtverwaltung der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover, ihrem derzeit rot-grün geführten Rat und ihrem Oberbürgermeister Belit Onay! Nur für den Fall, dass ihr es in der Realitätsferne eurer Parallelgesellschaft vergessen habt: In dieser Ruine leben Menschen. »Schön« zu sehen, dass ihr in diese unerträglichen Zustände Geld steckt, damit sie in genau dieser Form aufrechterhalten werden können und noch ein paar Jahre länger ertragen werden müssen; »schön«, dass bei euch – dank eurer Unterstützung und eurer langfristigen Mietverträge in diesem Schrotthaufen – jeder Bankrotteur von angeblichem »Investor« auf seine Kosten kommt. Auch wenn er nur ein paar Jahre lang Scheinbaustellen betreibt und dafür das Geld anderer Leute verbrennt. Ihr seid Ihmezentrum! Auch, wenn demnächst, in nur noch 362 Tagen, der nächste zur Vertröstung aller Betroffenen genannte, »feststehende« Termin für die abgeschlossene »Neugestaltung« und »Eröffnung« verstrichen sein wird und das ganze dumme Staatsgeld von Stadt, Land und Bund trotzdem bei jemanden anders in der Tasche stecken wird. Da werden euch auch eure City-Roofwalks [Archivversion] mit ihren »besonderen Aufenthalts- und Erlebnisqualitäten« in der toten Zivilisationswüste und gruseligen Einkaufsgruft der Innenstadt und vergleichbar satirisch wertvolle Prachtentfaltungsideen aus der Lokalpolitik nicht helfen. Hannover ist Ihmezentrum. Weil ihr Ihmezentrum seid.

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