Kann bitte mal jemand…

Kann bitte mal jemand diesen Leuten, die Freie Software für Freie Lehre [Archivversion] einfordern, den Unterschied zwischen Freier Software und quelloffener Software erklären. Denn sie scheinen den gar nicht zu kennen und sprechen in ihren zehn Forderungspunkten, die ich hier mal wiedergebe (die Hervorhebungen im Zitat sind von mir)…

  1. Open-Source-Software als wesentliches Kriterium bei Ausschreibungen: In Ausschreibungen werden die spezifischen Eigenschaften von Open-Source-Software oft nicht berücksichtigt. Das muss sich ändern – im Interesse der Öffentlichkeit muss Open-Source-Software bei Ausschreibungen der öffentlichen Hand ein wesentliches Kriterium sein.
  2. Echtes Open-Source! Echte und freie Open-Source-Software entspricht der Definition von FOSS. Sie steht immer öffentlich im Quellcode zur Verfügung und ist lizenzkostenfrei nutz- und änderbar. Einblicknahme in Quellcode nach Kauf einer Lizenz ist kein Open Source!
  3. Bildung über Open-Source-Software: Freie Open-Source-Software ist ein vitaler Bereich der deutschen Bildungslandschaft und muss aus den Bildungseinrichtungen heraus weiterentwickelt werden.
  4. Digitalisierung seit 20 Jahren: Die »Communities« für Open-Source-Software an Bildungseinrichtungen besitzen unschätzbares Know How für Digitalisierung, das in den vergangenen 20 Jahren aufgebaut wurde, topaktuell und weltweit führend ist. Dieses Wissen muss unterstützt und genutzt werden.
  5. Unterstützung für Software Communities im Bildungsbereich zur Entwicklung freier Software (gem. GPL 3 und FOSS). Hiermit wird kritische Infrastruktur gestützt und nachhaltig aufgestellt.
  6. Förderung des freien Austausches: Umsetzung einer offenen und interoperablen Infrastruktur für alle Open-Source-LMS zum Austausch von freien Bildungsmaterialien (Open Educational Resources).
  7. Förderung der Entwicklung: Bereitstellung von öffentlichen Mitteln zur kontinuierlichen Verbesserung der freien und offenen Open-Source-Plattformen gemäß dem Prinzip »Public money – public code«, etwa im Hinblick auf Inklusion, Diversität und neue Nutzungsformen.
  8. Länderübergreifende Entwicklung eines Konzeptes für die Weiterentwicklung von Open-Source-Software Lösungen an deutschen Bildungseinrichtungen auf Bundesebene. Aufgrund der bundesweit aufgestellten Communities bietet sich eine länderübergreifende Umsetzung eines solchen Konzeptes an.
  9. Verankerung eines Grundsatzes der Offenheit bei der Auswahl, dem Betrieb und der Weiterentwicklung von Open-Source-Lern-Infrastrukturen an Bildungseinrichtungen, der den Gedanken von Open Education und Open Science folgt.
  10. Strukturen statt Lizenzen: Statt für die Nutzung kommerzieller Software Lizenzgebühren zu zahlen, muss die Öffentliche Hand nachhaltige Infrastrukturen für Bildung finanziell und personell stärken, damit der Einsatz von Open-Source-Software für alle Bildungseinrichtungen einfach möglich ist.

…nahezu ausschließlich von »Open Source«, obwohl sie klar etwas anderes als quelloffene Software meinen, nämlich Freie Software. Einmal bauen diese Leute sogar das spracharchitektonische Wortgetüm einer »Freien Open-Source-Software« auf, das in dieser Form hochnotlächerlich klingt. Vermutlich handelt es sich bei den namentlich nicht genannten Autoren dieser Forderungen um Spezialexperten mit Universitäts- und Pädagogenhintergrund, die sich nicht vor dem Schreiben eines solchen Textes über die verwendeten Begriffe informieren wollten, weil sie ja wissen, was sie schreiben. 🤦

Grüße auch an David Dunning und Justin Kruger. 😉

Stellt euch mal vor, ein Physiker brächte immer Astronomie und Astrologie durcheinander und spräche schließlich in kunstvoll-gequollenen Wortgetümen von »evidenzbasierter Astrologie ohne metaphysische und mantische Deutungsschemata«, um Astronomie zu bezeichnen. Genau das ist in diesem Forderungskatalog wieder und wieder und wieder geschehen. Wer soll dabei eigentlich noch ernst bleiben? 😂

Eine kleine Anmerkung zum siebten Punkt kann ich mir übrigens nicht verkneifen: Software zu machen, ist nicht »inklusiv« oder »divers«, sondern hat sogar eine recht hohe Hürde. Wer da mitmacht oder mitmachen will, muss programmieren können und gute analytische Fähigkeiten haben. Das ist nichts für jedermann und allefruhn, wie jedermensch gern durch unmittelbare Beobachtung in seinem sozialen Umfeld selbst bestätigen kann. Tatsächlich habe ich in meiner bisherigen Lebenszeit noch nie einen guten Programmierer oder eine gute Programmierin kennengelernt, der oder die nicht in seiner oder ihrer Schulzeit nennenswerte Probleme mit Mobbing durch seine Mitbeschulten hatte, weil die fürs Programmieren benötigten Fähigkeiten (neben einer oft intellektuellen Haltung, praktische Probleme zu lösen sowie einem Streben nach scharfen, klaren Begriffen) in unserer Gesellschaft gemeinhin verspottet und verachtet werden, in extremen Fällen auch mal von einer ganzen Schulklasse zusammengeschlagen und zusammengetreten. Wenn ich in einem Forderungskatalog für eine Methodik der Softwareerstellung im Bildungsbereich einerseits die Begriffe rund um die Methode der Softwareerstellung diffus durcheinandergewürfelt sehe, andererseits aber ideologisch belastete, politische Bullshitbegriffe mit Nähe zum Gender-Lyssenkoismus lesen muss, schlägt die Nadel meines eingebauten und gut kalibrierten Bullshit-o-Meters erheblich aus und die Warnlampe für extremen Bullshit beginnt schon leicht zu glimmen.

Von dieser Anmerkung unberührt ist natürlich die Schaffung hürdenarmer und leicht zugänglicher Software für alle Menschen unbedingt wünschenswert. Dass die Verwendung sechsfach verschachtelter <div>s anstelle einer semantisch sinnvollen HTML5-Auszeichnung für einen relativ einfaches Textdokument in der oben verlinkten Website zu diesem unbedingt wünschenswerten Ziel auch nur näherungsweise kompatibel ist, erscheint mir sehr fraglich.

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Habt ihr euch immer schon gefragt

Habt ihr euch immer schon mal gefragt, was im Gehirn eines Programmierers so vorgeht, wenn er sich analytisch mit Programmcode beschäftigt? Teile der Antwort könnten die Bevölkerung verunsichern:

Das Forscherteam rund um Professorin Siegmund konnte keine Aktivität im Bereich des mathematischen oder logischen Denkens beobachten

Aber keine Sorge, eine Lösung ist schon in Sicht:

Das wiederum könnte Folgen für die Gestaltung von Programmiersprachen sowie für die Ausbildung haben

Einfach Programmiersprachen entwerfen, die weitgehend frei von mathematischen und logischen Konstruktionen sind, und ergänzend die Informatikerausbildung von diesem ganzen zurzeit noch so raumgreifenden Mathe- und Logikquatsch freihalten. Das hindert ja auch nur an der wichtigen Gleichstellung von mathematischen Analphabet:innen. 😂

Die Softwarekrise ist gelöst! Das da vorher keiner drauf gekommen ist! Und der Beruf des Satirikers ist auch endlich entbehrlich geworden.

Nein, ich kann da nicht ernst bleiben.

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Ergebnisse der internen Evaluation des Corona Krisenmanagements

Das ist ein Einstieg! 😯

Interne Analyse KM 4 ergibt:

  • gravierende Fehlleistungen des Krisenmanagements
  • Defizite im Regelungsrahmen für Pandemien
  • Coronakrise erweist sich wohl als Fehlalarm

Vermutlich hat jeder Internetnutzer und beinahe jeder Nachrichtengenießer schon vom Mitarbeiter des Bundesinnenministeriums gehört, der in einem internen Dokument massive Kritik an der politischen Behandlung der Corona-Pandemie in der BRD geäußert hat [Dauerhaft archivierte Version]. Leider…

Der Deutschen Presse-Agentur in Berlin liegen zwei Dokumente vor: eine 93-seitige Kurzfassung sowie eine 192 Seiten umfassende Langfassung […]

…ist es im Journalismus nicht mehr üblich, solche Quellen zu wichtigem politischen Geschehen zu veröffentlichen, damit sich der Leser ein Bild davon machen kann, stattdessen gibt es einen Stil der bewertenden und kommentierenden Wiedergabe, den ich liebevoll als »betreutes Denken« bezeichne, auf dass der Leser, Hörer oder Zuschauer auch ja bei seiner Urteilsfindung einen gewissen Rahmen nicht verlässt. Für die journalistischen Denkbetreuer und ihre politischen Stichwortgeber handelt es sich um die Einzelmeinung eines Mitarbeiters des Bundesinnenministeriums, die nichts mit der wirklichen politischen Einschätzung zu tun hat.

Mir liegt eine 187 Seiten umfassende Version dieses Dokumentes mit geschwärzten Namen vor, deren Genuss ich jedem interessierten Menschen nahelege. Laut Artikel 5 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland hat jeder das Recht […] sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Dieses Recht bekommt allerdings erst einen Wert, wenn man es auch wahrnimmt. Ich weiß, dass der verwaltungsdeutsche Duktus des Dokumentes das Lesen nicht erleichtert und dass der Umfang von einer gründlichen Lektüre abschreckt. Ich lese es ja selbst.

Der erste Eindruck

Noch vor jeder inhaltlichen Auseinandersetzung:

  1. Ich halte dieses Dokument für echt. Es ist niemals auszuschließen, dass solche Dokumente eine Fälschung sind, und solche Fälschungen können von beeindruckender und überzeugender Qualität sein, wenn sie auf die Tätigkeit eines ausländischen Geheimdienstes zurückgehen. Die im weiter oben bereits verlinkten DPA-Artikel erwähnten Sanktionen gegen einen Mitarbeiter des Innenministeriums entziehen dieser Deutungsmöglichkeit allerdings jeden Boden.
  2. Ich gehe davon aus, dass es sich nicht um eine Einzelmeinung im Innenministerium handelt, obwohl der Journalismus in Presse und Glotze genau diese herunterspielende Erklärung des Innenministeriums transportiert hat. Vielmehr halte ich es für den im Bundesinnenministerium aus verschiedenen Dokumenten zusammengetragenen Erkenntnisstand des Ministeriums und damit für den Erkenntnisstand der Bundesregierung, der gerade zu Politik gemacht wird. An etlichen Stellen des mit Word 2013 erstellten Dokumentes kann man diesen aus anderen Dokumenten zusammengestellten Chrakter sehen, wenn durch die Arbeit über der Zwischenablage uneinheitliche Formatierungen im Textkörper aufscheinen. Was hier zusammengetragen wurde, ist gegenwärtige politische Einschätzung durch Bundesbeamte; teilweise schonungslos formulierte politische Einschätzung, was aber in einem internen Dokument nicht verwundert.
  3. Die gegenwärtige Behandlung der Corona-Pandemie durch die Bundesregierung erscheint auf dem Hintergrund dieses Dokumentes in einem völlig anderen Licht, was den Sprengstoff in diesem Dokument ausmacht. Dieses andere Licht wirkt logischer, konsistenter und vernünftiger als die offiziell kommunizierte Politik, aber eben auch recht niederträchtig. In diesem anderen Licht wird eines deutlich: Die gegenwärtige, von CDU, SPD und CSU getragene Bundesregierung unter Kanzlerin Angela Merkel belügt zurzeit vorsätzlich die Menschen in der BRD, um eigene initiale Fehlentscheidungen zu vertuschen und korrigiert diese Fehlentscheidungen unter Vorwänden schrittweise bei vollständiger Vertuschung der Fehler.

Zum letzten Punkt nur ein Beispiel von vielen:

Die gegenwärtigen weitgehenden Beschränkungen im öffentlichen Leben wurden Mitte März verkündet und sind am 22. März 2020 in Kraft getreten. Dies geschah auf dem Hintergrund von über tausend gemeldeten täglichen Corona-Neuinfektionen mit stark steigender, näherungsweise exponentieller Tendenz. Zur Seuchenbekämpfung wurde beinahe das gesamte öffentliche Leben stillgelegt.

Mit diesen Maßnahmen gelang es, den Anstieg der gemeldeten Infektionszahlen (mit einer Verzögerung durch die Inkubationszeit) nach einem Anstieg auf rd. 6.000 Infektionen zu Anfang April zu bremsen, bis schließlich in der zweiten Maiwoche wieder rd. tausend Neuinfektionen pro Tag gemeldet wurden.

Die offiziellen Corona-Meldezahlen finden sich übrigens – leider nicht in computerauswertbarer Form – auf der Website des Robert-Koch-Institutes.

Es wurden also wieder Neuinfektionszahlen erreicht, die noch im März zu den scharfen Maßnahmen der Bundesregierung führten. Nur, dass diese Zahlen jetzt als »Begründung« für weitgehende Lockerungen der doch so erfolgreichen Maßnahmen dienten. Es waren also ziemlich genau die gleichen Neuinfektionszahlen, die zu einem völligen Herunterfahren des öffentlichen Lebens sowie zur Aufhebung dieses Zustandes führten. Das wirkt unlogisch und tief irrational, ganz so, als sei es der politische Wille der Bundesregierung, eine zweite Corona-Welle zu verursachen, die zu einer erheblichen Belastung des Gesundheitssystems und zu massenhaften Sterben führen kann.

Bei einem solchen Eindruck, der sich bei jedem Menschen mit Geist und Gedächtnis wie von allein einstellen muss, wird selbst noch die manifeste Irrationalität in der Durchführung der so genannten Hygienedemos verständlich, denn sie spiegelt nur die Irrationalität der Politik wider, gegen die sich die Demonstranten richten.

Wenn das vorliegende Papier aber den Erkenntnisstand der Bundesregierung wiedergibt, wovon ich ausgehe, dann ergibt dieses scheinbar irrationale Handeln einen klaren Sinn. In der Anfangsphase einer Pandemie mit einem neuen und völlig unbekannten Erreger wurden sehr scharfe Maßnahmen zur Seuchenbekämpfung eingeleitet, um befürchtete schlimme Schäden zu verhindern, die sich im Verlaufe der nächsten Wochen mit zunehmender Evaluation und Kenntnis als in dieser Form überzogen herausgestellt hätten.

Das wäre auch überhaupt kein Problem gewesen, denn vermutlich wird jeder intelligenzbegabte Mensch selbst noch für völlig überzogene Überreaktionen in einer solchen Situation Verständnis haben.

Es ist nur zum Problem geworden, weil die von CDU, SPD und CSU getragene Regierung unter Bundeskanzlerin Angela Merkel ihre Fehleinschätzungen mit Lügen vertuschen und die daraus resultierenden weitgehenden, wirtschaftlich und menschlich schädlichen bis zerstörerischen Maßnahmen – die in ihrer unguten Willkür teilweise sogar den Rahmen des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland verließen (siehe zum Beispiel hier, hier, hier, hier oder hier) – nicht als Fehler eingestehen will. Ein Fehler, der möglicherweise sogar zu einer staatlichen Haftung für die teuren Folgen dieses Fehlers führen könnte.

Eine Bundesregierung, die bewusst so vertuscht und lügt, ist in ihrer Gesamtheit nicht mehr tragbar und muss durch eine andere ersetzt werden!

Ist Corona überhaupt gefährlich?

Ja, Corona ist gefährlich. Die Krankheit ist ungefähr so ansteckend wie ein Schnupfen, verursacht aber wesentlich größere Schäden, die in schweren Verläufen intensivmedizinisch behandelt werden müssen. Die dafür verfügbaren Kapazitäten sind beschränkt. Dazu kommen chronische Schäden nach einer Infektion, die beinahe jedes Organ zu betreffen scheinen.

Es ist besser, sich nicht zu infizieren, zumal es zurzeit keine medizinische Therapie und keine Vorbeugung durch eine Impfung gibt. Es ist nicht einmal gesichert, ob man nach einer überstandenen Infektion dauerhaft immun ist.

Die Vorbeugung gelingt am sichersten mit strikter Hygiene und angemessener Vorsicht. Abstand von anderen Menschen zu halten, ist eine sehr gute Idee; sich die Hände gründlich zu waschen, ist eine sehr gute Idee; nicht an Massenveranstaltungen teilzunehmen, ist eine sehr gute Idee. »Altmodische« Werte wie Respekt vor und Höflichkeit gegenüber den Mitmenschen sind ebenfalls eine sehr gute Idee, und generell weit über die Seuchenbekämpfung hinaus wünschenswert. Das Tragen einer FFP2-Maske schützt den Träger recht wirksam, die vom Journalisten und Politikern mit einem ungelenkten Neusprech-Wort als »Alltagsmasken« propagierten und von mir als »Mund-Nasen-Wärmtücher« bezeichneten Masken sind hingegen als Selbstschutz fragwürdig. Wenn sie zu einer trügerischen »gefühlten Sicherheit« führen, sind sie sogar gefährlich.

Überwachungssoftware auf Smart-Geräten oder auf Händis, wie etwa die politisch gewünschte »Corona-App«, hilft gar nicht und ist selbst im Nachhinein bei der Aufklärung von Infektionsketten von sehr geringem Nutzen. Angesichts der schier grenzenlosen Überwachungsambitionen unserer werten Innenminister rate ich strikt davon ab. Eine Bundesregierung, die uns grundgesetzwidrige Trojaner auf die Computer machen wollte, hat jedes Vertrauen verspielt, und zwar nachhaltig.

Wir können sehr froh darüber sein, dass Corona nur eine Letalität im niedrigen einstelligen Prozentbereich hat. Selbst das ist noch schlimm.

Ausblick

Ich werde hier in den nächsten Tagen vielleicht Teile aus diesem Dokument erörtern und kommentieren, die ich für allgemein interessant halte, aber das wird eine mühsame und langsame Arbeit. Lest lieber selbst!

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"2" + "2" – "2" ist 20

<!DOCTYPE html>
<html lang="de-DE">
<head>
<meta charset="UTF-8" />
<title>Ist Javascript krank?</title>
</head>
<body>
<h1>Bullshit-Vergleich</h1>
<pre>
if (&quot;2&quot; + &quot;2&quot; - &quot;2&quot; == 20) alert (&quot;Javascript ist krank&quot;);
</pre>
<script type="text/javascript">
if ("2" + "2" - "2" == 20) alert ("Javascript ist krank");
</script>
</body>
</html>

Screenshot, wie es aussieht, wenn man diese Datei im Webbrowser öffnet -- mit Messagebox »Javascript ist krank«, weil der Operator + als Stringverkettung benutzt, der Operator - aber zu einer Umwandlung des Strings in die Zahl 22 führt, so dass das Ergebnis 20 herauskommt. Über den Operator == will ich mich gar nicht weiter auslassen.

Selbst ausprobieren? 😉

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Allen antworten 🖱️

Die Werber sprechen von »Digital Natives«, und ich spreche von den Kindern des Ewigen September.

Seit ungefähr fünfundzwanzig Jahren habe ich mir angewöhnt, in E-Mails mit mehreren, untereinander eher oberflächlich bekannten Empfängern sämtliche Empfänger als »BCC« statt als »CC« oder »To« einzutragen.

Warum?

Weil vor ungefähr fünfundzwanzig Jahren jene Menschen in das Internet strömten und ihre barbarische »Kultur« hineintrugen, die nicht einmal bei ihrer E-Mail-Software den Unterschied zwischen »Antworten« und »Allen antworten« verstanden hatten. Dieser Unterschied ist ja von seiner direkten Wortbedeutung her nicht allzu schwierig zu verstehen, so habe ich mir zumindest immer gedacht. Es ist der Unterschied zwischen einer Antwort an den Absender und einer »Antwort« an alle sichtbaren Empfänger einer E-Mail; der Unterschied zwischen persönlicher Kommunikation und einer Kommunikation, die sich an eine Gruppe von Menschen richtet. Das sind übrigens beides ausgesprochen nützliche Funktionen, wenn man in einer Gruppe von Menschen kommuniziert. Aber die völlig hirnverdorrten Kinder des Ewigen September waren mit dieser einfachen Unterscheidung überfordert und haben grundsätzlich und immer ihre »Antwort an den Absender« zum gesamten Empfängerkreis der beantworteten E-Mail geschickt. Vermutlich, weil sie glaubten, dass »Allen antworten« nach viel mehr Gewicht klingt als ein einfaches »Antworten«. Selbst in kleineren Grüppchen mit zehn bis fünfzehn Leuten war schnell der Posteingang dermaßen voll mit irrelevantem Bullshit, persönlichen argumentativen Nebenschauplätzen, die in einer ganzen Gruppe geteilt wurden und mit stumm den Herrgotterbarm um einen warmen Gehirnregen anflehenden Denkmälern der dummen Barbarei, dass eine einigermaßen zielführende Kommunikation gar nicht mehr möglich war.

Von jenen damaligen Netzneubürgern, die dann auch noch dem ersten Barbaren antworteten, wie blöd es doch wäre, eine Antwort an den Absender an alle Empfänger zu richten und diesbehufs auf »Allen antworten« klickten, will ich gar nicht erst anfangen. Nur so viel dazu: Es waren nicht wenige. 🤦

$ sdate
Fr 9747. Sep 17:07:42 CEST 1993
$ _

Man könnte denken, dies sei am 9747. September 1993¹ alles schon lange vorbei. Und man möchte hoffen, dass es so sei. Inzwischen wachsen doch schon die Kinder mit dem Internet auf, alle haben Wischofone in der Tasche und irgendwelche Idioten, die noch nicht ein einziges Mal in ihrem Leben etwas anderes am Computer getan haben, als Programme anderer Leute mit einem Klick oder einem Fingertippen auszuführen, werden von den Werbern als »Digital Natives« betrachtet und umworben, weil man ihnen jede Menge »Gadgets« aufschwätzen kann.

Und, was machen diese »Eingeborenen des Internet«, wenn sie eine E-Mail mit mehreren Empfängern haben und dem Absender antworten wollen? Richtig: Sie klicken oder fingertippen auf »Allen antworten«. Wie ein bescheuerter AOL-Idiot aus den Neunziger Jahren, der auf einmal dieses Interdingsda hatte und sich darin aufführte wie ein Affe in der Universität – der natürlich mit ein paar hunderttausend Affenkumpels kam, damit er sich nicht so allein in dieser ganzen Zivilisation fühlt. 🐒

Das ist der Grund, warum ich bei E-Mail an mehrere Empfänger beinahe immer alle Empfänger in BCC setze und als einzigen für andere sichtbaren Empfänger mich selbst eintrage. Es ist übrigens der einzige Grund. Nein, es geht mir da um keine Geheimniskrämerei. Nein, ich bekämpfe damit keine Überwachung. Es ist einfach nur meine technische Reaktion auf einen kulturellen Missstand, den ich seit zweieinhalb fucking Jahrzehnten zu meinem Missvergnügen immer und immer wieder beoachten »darf«: Leute, die zu doof sind, die Software zu benutzen, die sie benutzen und die Folgen ihrer selbstverschuldeten Doofheit einfach immer wieder allen ihren Mitmenschen aufbürden.

Aber dass die schon ab Werk mit Trojanern aller Art verwanzten Scheißhändis der so genannten »Digital Natives« nicht die E-Mail-Adressen anderer Leute einsammeln und in irgendwelche Überwachungsdatenbanken aus den feuchten Träumen Erich Mielkes einfügen können, ist ein Nebeneffekt, der mir dabei ganz recht ist.

Warum ich das jetzt schreibe? Weil ich gelegentlich danach gefragt werde. Und natürlich auch, weil ich davon ausgehe, dass noch in dreißig Jahren Menschen verständnisvoll mit dem Kopf nicken werden, wenn sie diesen Text in irgendeinem Archiv finden. Wenn sich die Menschen in dreißig Jahren nicht längst mit ihrer beschleunigt voranschreiten Doofheit selbst ausgerottet haben… 🙁

Mir kommt die Zeit ja kurz vor, oft, als wäre alles erst gestern gewesen. Aber es ist inzwischen ein Vierteljahrhundert, ohne die Spur einer Besserung. Ganz im Gegenteil.

¹sdate gibt es bei df7cb.de frei und kostenlos.

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