Ubuntu Annoyances, Teil 17391

Wer unter den vielen Freunden der Linux-Geschmacksrichtung »Ubuntu« 14.04 zurzeit feststellt, dass folgende Dinge nicht mehr gehen, obwohl sie in der früheren LTS-Version problemlos gingen…

…«darf« mal wieder selbst ein bisschen Hand anlegen. Keine Sorge, das tut diesmal nicht weh und sollte auch für Anfänger zu bewältigen sein.

Das Problem hat seine Ursache darin, dass der alte Displaymanager gdm inzwischen völlig aus der Ubuntu-Installation entfernt und durch lightdm ersetzt wurde. Dabei wurde auch gdmflexiserver aus der Standardinstallation entfernt, befindet sich aber weiterhin in der Konfiguration einiger Programme. Da Xscreensaver aus absurden Gründen¹ nicht weiter von Ubuntu unterstützt wird, ist das offenbar niemanden aufgefallen.

Natürlich ist es auch möglich, libgdm1 zu installieren, um dieses Problem zu fixen. Man kann eine Mücke auch mit einem Vorschlaghammer erschlagen und sich ganz nebenbei über die dabei angerichteten »Kollateralschäden« freuen. Das veraltete gdm-Paket kann leicht zu späteren Paketabhängigkeitsproblemen führen.

Besser ist die folgende Vorgehensweise, die allerdings den lightdm als verwendeten Displaymanager voraussetzt. Dieser ist Standard bei Ubuntu, Xubuntu, Lubuntu und wird bei Kubuntu anstelle des KDE-Displaymanagers KDM verwendet. Wer nicht von Hand einen anderen Displaymanager installiert hat, wird lightdm nutzen. Natürlich ist die folgende Vorgehensweise dennoch ohne Gewähr:

  1. Ein Terminalfenster aufmachen.
  2. Kommando: sudo touch /usr/local/bin/gdmflexiserver
    Dabei wird nach dem Passwort gefragt.
  3. Kommando: sudo chmod +x /usr/local/bin/gdmflexiserver
  4. Öffnen der Datei mit dem jeweiligen Lieblingseditor (zum Beispiel mit dem Kommando sudo editor /usr/local/bin/gdmflexiserver), um den folgenden Text einzufügen:
    #!/bin/sh
    dm-tool switch-to-greeter
    
  5. Fertig.

Eventuell ist es erforderlich, die Sitzung zu beenden und sich neu anzumelden, um den Erfolg auch zu sehen. Wer wissen möchte, was dm-tool tut und das Terminal noch offen hat, tippe mutigen Fingers man dm-tool.

Für Pedanten: Und nun der ganz korrekte Weg…

Natürlich war das ein schneller und etwas schmutziger Hack, der in dieser Form nur mit lightdm funktioniert. Wer diese Abhängigkeit von einem bestimmten Displaymanager nicht haben möchte, erledigt das über das »Monsterchen« namens dbus, so wie es unser aller Beglücker von freedesktop.org eigentlich vorgesehen haben, um uns allen die Freude an einem flexiblen und leicht verständlichen Betriebssystem zu verhageln.

Für die korrekte Vorgehensweise sind die folgenden Zeilen in die Datei /usr/local/bin/gdmflexiserver einzufügen – ich habe das übrigens nicht getestet, weil ich mir das Leben lieber leicht mache:

#!/bin/sh
test -z "$XDG_SEAT_PATH" && exit 1
dbus-send --system \
          --type=method_call \
          --print-reply \
          --dest=org.freedesktop.DisplayManager $XDG_SEAT_PATH \
                 org.freedesktop.DisplayManager.Seat.SwitchToGreeter

Nach dem Backslash \ darf kein Leerzeichen stehen, damit diese Zeilen von der Shell zu einer einzigen Zeile zusammengefasst werden… ich habe die Angewohnheit, längere Zeilen so aufzuteilen, dass ich sie möglichst leicht lesen kann.

¹Man muss nicht alles wegwerfen, nur weil es bewährt und weitgehend fehlerfrei ist, um seinen Anwendern stattdessen Strokelware mit schweren sicherheitskritischen Bugs zu installieren.

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