Kleiner Hinweis für Menschen, die mich anmailen

Nachdem ich eben gerade zum zweiten Mal gehört habe, dass ich »überhaupt nicht mit einer E-Mail erreichbar« bin, hier die folgenden Hinweise für Menschen, die mich anmailen wollen:

  1. Ich bin keine Maschine. Ich brauche manchmal Zeit. Ich sitze an ständig wechselnden Computern, und komme manchmal einfach nicht dazu. Ärgerlicherweise findet der größte Teil meiner Existenz außerhalb des Internet statt. Auch, wenn es für einige Menschen, die ständig über ihre Wischofone streicheln, unfassbar geworden ist: Ich bin manchmal für mehrere Stunden und zuweilen sogar für mehrere Tage nicht erreichbar. Und selbst, wenn ich das könnte, hätte ich nicht die geringste Absicht, es zu ändern.
  2. Ich werde nicht auf jedem Computer, an dem ich sitze, meinen private key benutzen. Deshalb ist es eine schlechte Idee, mir verschlüsselt zu schreiben, wenn es schnell gehen soll oder muss. Insbesondere benutze ich meinen private key niemals auf Computern, die von vielen Menschen genutzt werden und/oder in politischen Einrichtungen betrieben werden, die mutmaßlich oder sicher unter Beobachtung eines BRD-Inlandsgeheimdienstes stehen. Dabei ist es mir auch egal, unter welchen Betrübssystem diese laufen. Verschlüsselung hilft nur in Kombination mit Vorsicht und einem Bewusstsein, dass der politisch gewünschte und mit aller Staatsgewalt vorangetriebene Überwachungsplanet überall hineinragt und alles beschädigt. Dass ich immer häufiger erlebe, dass kollektiv genutzte Computer nicht unter Windows laufen, finde ich übrigens erfreulich, aber es ist kein Allheilmittel. Tatsächlich ist es gar nicht so schwierig, Trojaner für Linux zu schreiben, und ich bin mir sicher, dass mindestens Polizeien und Geheimdienste dies auch tun.
  3. Keine HTML-formatierte E-Mail schreiben! Es gibt keinen verdammten Grund, die typische Mitteilung nicht als guten, altmodischen Plaintext zu schreiben. Ein eventuell benötigtes, besser strukturiertes und semantisch ausgezeichnetes Dokument kann einfach an die E-Mail gehängt werden, wenn es erforderlich ist.
  4. Keine Archivformate wie ZIP, RAR, 7Z, TGZ an die E-Mail hängen! Und natürlich erst recht keine ausführbaren Dateien für Microsoft Windows, also auch nicht in Form »selbstentpackender Archive«.
  5. Ich benutze einen recht scharf eingestellten Spamfilter, und ich schaue nicht jeden Tag nach, was da alles als Spam erkannt wurde. Manchmal, wenn ich träge bin, lösche ich den größten Teil der erkannten Spam völlig unbesehen, denn es sind stinkende Fluten aus der geistigen Kloake.
    Wer völlig sicher gehen will, nicht automatisch als Spam erkannt zu werden, sollte vor allem auf Folgendes achten:
    Niemals den Betreff mit einem Punkt beenden. Das machen Menschen sowieso nicht, aber Spammer sehr, sehr häufig. Auch niemals zwei Ausrufezeichen hintereinander setzen!! Niemals Phrasen wie »click here«, »hier klicken« und dergleichen schreiben! Ein Wort für »klicken« in der Nähe eines Wortes für »hier« führt bei mir sicher ins Spamlimbo. Niemals Werbung für irgendwas in die E-Mail aufnehmen, weder ein »Diese E-Mail wurde von Avast Anti­virus-Soft­ware auf Viren geprüft« noch ein »Diese Nachricht wurde von meinem Android Mobiltelefon mit WEB.DE Mail gesendet« noch sonst irgendwas! Der Avast-Reklamespruch unter einer E-Mail ist dabei ganz besonders dumm und verantwortungslos. Und: Keine siebenstelligen Zahlen mit einer Währungsbezeichnung benutzen… ;) Wenn es doch mal sein muss, ist Megaeuro oder Megadollar ein guter Workaround, den die Spammer nicht benutzen können.

Mit diesen kleinen Hinweisen sollte es eigentlich klappen.

Viel Spaß! (Und für jene, die ihr Oberstübchen gut durchgelüftet haben und auch nach dreimaligem Nachdenken nicht verstehen, was diese Hinweise sollen: Viel Glück!)

Ich mag es so sehr, da muss ich gleich mal zum Facebook klicken...

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1 Response to Kleiner Hinweis für Menschen, die mich anmailen

  1. Wolle sagt:

    Soviel Schwachfug habe ich noch nicht gelesen. Wieso taucht so ein Idiotenkram überhaupt im Net auf? Dürfen sich Dummdödels denn Profilieren? Nun muß sich Google auch noch mit Arschlöchern abgeben.

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