Was ist meine Website wert?

Da es immer wieder Menschen gibt, die im Gehirn geradezu blind werden, wenn man ihnen ein paar Zahlen vor ihre Augen stellt, hier einmal eine kleine Erläuterung, was irgendwelche Zahlen wert sein können.

Bei bizinformation punkt org kann man sich anzeigen lassen, wieviel Geld eine Website wert ist. Nun ist das bereits eine Information, die zwar sicherlich den einen oder anderen Sitebetreiber interessiert, die aber von sehr vielen Faktoren abhängig ist und deshalb gar nicht so leicht ermittelt werden könnte. Das hindert die Betreiber dieses tollen und recht sinnfreien Dienstes allerdings nicht daran, ihre »Berechnung« mit einer Unmenge von irre autoritär dargebotenenen Zahlen zu würzen, um sie »seriöser« aussehen zu lassen. Für den Nachtwächter-Blah erhält man dort zum Beispiel zurzeit die folgende Ausgabe:

Das Blahblog ist also 81.663,60 Euro wert...

Eine verblüffend exakte Aussage. Das Blahblog ist also genau 81.663,60 Euro wert. Ein erstaunlicher Betrag für ein Blog, das für mich so etwas wie das virtuelle Äquivalent zum Donnerbalken ist. Warum habe ich eigentlich niemals Geld, wenn ich doch so wertvolle Websites mache? :mrgreen:

Da fragt man sich schon, woher die Betreiber dieses tollen Dienstes so genau wissen wollen, was dieses blahvolle Blog kostet. Und dass so eine Frage aufkommt, das wissen offenbar auch die Betreiber, und deshalb schreiben sie da noch mehr Zahlen rein. Da kann der Gläubige dann voller Erstaunen lesen, dass das Blahblog jeden Tag 1.050 Seitenabrufe von 702 Besuchern bewältigt.

Nicht so klar ist allerdings, wie die Betreiber dieses tollen Dienstes auf diese Zahlen gekommen sein wollen, die ja mit verblüffender Präzision angegeben werden – denn an die Logdateien dieses Servers hier kommen die doch gar nicht dran. Und wenn man darüber nachdenkt, wird schnell klar, dass sie sich diese Zahlen einfach irgendwie ausdenken müssen – oder, um es maximal vorsichtig auszudrücken, dass sie diese Zahlen nach irgendeinem Bullshit-Verfahren aus irgendwelchen zugänglicheren Zahlen berechnen müssen. Auch die vorsichtige Ausdrucksweise zeigt hoffentlich die weitgehende Wertlosigkeit der angegebenen Zahlen – vielleicht abgesehen von der Anzahl der externen Links und vom Pagerank, der wirklich dem Google-Pagerank des Blahblogs entspricht. Die tollen Balken unter »Wert metrisch« (häh?), »Web Anerkennung« (WTF, das kann man zählen?) und »Sozial metrisch« (Aua!) mit den tollen Zahlen sind reinster Bullshit ohne erkennbare Grundlage. Man kann es natürlich auch mit den Worten des Betreibers sagen:

Dies ist ein kostenloser webbasierter Bewertungsservice, zur Bereitstellung von Website-Informationen, Besucher-Statistiken und einem geschätzten Wert Ihrer Webseite. […] Wir geben unser Bestes, um genaue Informationen zu liefern, aber das ist nicht immer gewährleistet. Weitere Forschung und Bestätigung der Angaben ist erforderlich.

Na, denn forscht mal schön. Die erforderlichen Kristallkugeln und Wünschelruten gibt es in jedem Versand für Dummenfänger! :mrgreen:

Damit jedem klar ist, wie schwachsinnig, vollkommen haltlos und selbst in der Größenordnung falsch die dort angegebenen Zahlen wirklich sind, hier einmal Zahlen, die ich sicher kenne. Dies sind die richtigen Zahlen für das Blahblog für Oktober 2009, aus den Logdateien des Webservers mithilfe von Webalizer 2.01 ermittelt – es ist eine direkte Aufbereitung des Traffics, der wirklich beim Blahblog eingeht:

So sehen die wirklichen Statistiken für das Blahblog aus

Der scheinbare Einbruch für den 14. Oktober entsteht übrigens dadurch, dass diese Statistiken jede Nacht gegen 3:30 Uhr erzeugt werden, wenn auf dem Server wenig los ist – und die Tageszugriffe für den 14. Oktober sind noch gar nicht in die Zahlen eingegangen. Doch selbst, wenn man diese »Kleinigkeit« eines Fehlers von gut 7 Prozent einfach nicht berücksichtigt, kommt man durch einfaches Rechnen auf 1.828 Besuche und 14.252 Seitenabrufe pro Tag – dabei muss der Webserver ungefähr 20 Dateianfragen pro Minute bewältigen. Der Oktober erweist sich zurzeit noch als ein eher schwacher Monat, was die bloßen Besucherzahlen angeht. Da viele dieser Besuche gehäuft zu bestimmten Zeiten oder Anlässen kommen, versteht vielleicht jetzt auch so mancher, warum das Blahblog in der Vergangenheit oft ein bisschen zähflüssig war und erforderte, dass ich mich etwas darum kümmerte, damit der Server diesen Traffic auch bewältigen und einigermaßen flüssig beantworten kann. WordPress ist nicht wirklich gut für ein Blog geeignet, das auch gelesen wird… :mrgreen:

Diese wirklichen Zahlen halte man einmal den angezeigten Bullshit-Zahlen gegenüber, und schon wird leuchtendhell klar, was dort wohl alle Zahlen wert sind. Sie sind völlig halt- und sinnlos. Die Frage nach dem Wert der eigenen Website bleibt also weiterhin ungeklärt, aber die Frage nach dem Wert dieses tollen Dienstes ist dafür sehr klar beantwortet.

Da fragt man sich schon, was das eigentlich soll. Nun, auch diese Frage wird beantwortet, wenn man sich den »Wert« seiner Website in exakt ausgedachten Zahlen und sogar in einem centgenauen Eurobetrag anschaut, dann man kann diesen tollen Eurobetrag (scheint ja für einige Menschen da draußen das Wichtigste beim Betrieb einer Website zu sein) auch in seine Website einbetten:

Möglichkeit zum Einbetten des 'Wertes' der Website

Hier kennt jemand sehr genau die Neigung der Menschen zu allerlei virtuellen Schwanzvergleichen. Und das beste daran: Jeder, der diesen kleinen Schnippsel unverändert in seine Website einbettet, legt damit einen Link auf diesen Anbieter eines nutzlosen Dienstes – und macht auf diese Weise nicht nur Werbung und reizt andere Menschen, die Länge ihres Pimm den Wert ihrer Website mal zu vergleichen, sondern macht auch den inhaltlich wertlosen Internet-Dienst recht wertvoll an einem Markt, der gute, viel verlinkte Werbeplätze mit hohem Google-Ranking sucht. Das ist doch ein tolles Geschäftsmodell, nicht wahr?! Echten Wert aus wertfreien Bullshit erzeugen, ein ganz großes Kino ist das!

Aber ob dieses Geschäft wohl funktionieren wird?

Schauen wir mal… 😉

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MAMEhist 0.1 beta

Wer MAME unter Linux mehr an der Kommandozeile benutzt, oder wer kein Frontend verwendet, das die Informationen aus der history.dat anzeigen kann, der wird sich über das kleine Programm MAMEhist vielleicht freuen…

Download-Link: MAMEhist 0.1 beta

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Anpassungen am Spamblog

Ein verbliebenes »Sorgenkind« unter den ganzen WordPress-Projekten war noch »Unser täglich Spam«. Zwar waren hier die Performance-Probleme nicht so drängend wie beim Blahblog, aber auch die kleine Spamsammlung hat manchmal mehr Traffic, als WordPress in der Standardkonfiguration locker bedienen kann – vor allem, wenn mal wieder eine besonders fröhliche Spam unterwegs ist. Was dem Leser dann immer wieder einmal präsentiert wird, ist eine leere Seite oder eine unverständliche Meldung des Webservers.

Die erforderlichen Anpassungen waren keine Kleinigkeit. Zunächst musste das alte Theme gegen eines ausgetauscht werden, das mit der gegenwärtigen WordPress-Version klarkommt. Ich habe mich dazu entschlossen, eine relativ simple Bearbeitung des Standard-Themes »Kubrick« zu verwenden, zum Glück hatte »Unser täglich Spam« niemals ein besonders »tolles« Design. Das habe ich schon im Laufe meiner letzten Aktualisierungskampagne erledigt. Der Hauptunterschied zum Standard-Kubrick besteht darin, dass auch bei der Anzeige einer Seite oder eines Einzelbeitrages die Seitennavigation angezeigt wird, weil ich das einfach ein bisschen freundlicher finde. Auch die graphische Gestaltung habe ich sehr vorsichtig angepasst, es ist immer noch auf dem ersten Blick sichtbar, dass es sich hier um Kubrick handelt.

Weil ich das grundlegende Design des Spamblogs das erste Mal seit Jahren anfasste, nahm ich dies auch zum Anlass, ein wenig mit der Navigation zu experimentieren. Insbesondere ist nach einigen Jahren Bloggen über Spam das monatliche Archiv eine sehr lange Liste geworden, die die Seitenleiste sehr lang macht. Lokal hatte ich schon eine Version mit einer AJAXifizierten Archiv-Navigation herumliegen, doch erschien mir dies zu aufwändig und zudem finde ich es eher verwirrend, wenn wichtige Bereiche einer Navigation erst nach einem Klick dargestellt werden, deshalb habe ich das wieder verworfen. Einmal ganz davon abgesehen, dass auch ein 2GHz-Celeron ein bisschen durchatmen musste, als er den Wust von JavaScript abarbeiten musste…

Ein Blick in die Logdateien des Webservers hat mir schnell klargemacht, dass die Navigationselemente »Kategorien« und »Monatsarchiv« im Spamblog kaum benutzt werden, so dass ich mich dazu entschied, diesen Teil der Benutzerführung auf eine eigene Seite auszulagern. In diese habe ich auch gleich die Verschlagwortung aufgenommen, die ich erst seit einigen Wochen pflege, weil mir die Kategorien immer weniger treffend erscheinen – leider habe ich keine besondere Lust, ca. 950 alte Posts nachträglich zu verschlagworten, so dass die älteren Beiträge hierüber nicht mehr erreichbar sind.

Eine andere Sache war die Darstellung der »beliebtesten Spams« in der Seitenleiste. Einerseits finde ich das recht gut, weil es eine Hilfe für die Leser sein kann, andererseits wurde die Beliebtheit über die gesamte Lebensdauer des Blogs hinweg gemessen – und was dort einmal in den Top 12 war, das blieb wegen der positiven Rückkopplung auch darin. Dass einmal etwas Neues dort aufschien, war ein sehr seltenes Ereignis, und dies hat die an sich gute Einrichtung wieder entwertet. Deshalb zeige ich dort nur noch die beliebtesten Beiträge der letzten 180 Tage an, was zu einem Mehr an sichtbarer Bewegung und damit an Attraktivität führt.

In der jetzt halbwegs fertigen Version bin ich wieder einigermaßen zufrieden mit dem Spamblog. Abschließend habe ich noch das Plugin WP Super Cache installiert, dass sich beim sehr trafficschweren Blahblog gut bewährt hat, um in Zukunft gegen Trafficspitzen besser gewappnet zu sein. Von daher betrachtet, kann die nächste fiese Spamwelle ruhig kommen – aber es wäre mir lieber, ich könnte damit aufhören, über Spam zu bloggen. Denn die tägliche Spam auf allen Kanälen ist eine schreckliche Pest.

Hoffentlich muss ich das Blog jetzt längere Zeit nicht mehr anfassen… 😉

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Wpcmd 0.02 alpha

Download-Link: wpcmd 0.02 alpha

In der Version 0.02 alpha habe ich vor allem einige zum Teil recht ärgerliche Bugs gefixt.

Der aus Anwendersicht schlimmste Fehler betraf die Behandlung von vorformatierten Passagen in einem <pre>-Tag. Diese wurden in der ersten Veröffentlichung als Absatz behandelt, so dass Leerzeichen entfernt und die Zeilen zusammengefügt wurden. Das hatte im Falle eines vorformierten Textes die äußerst unerwünschte Folge, dass er in einer langen Zeile zusammengefasst wurde, was nicht gerade eine geeignete Methode ist, Quelltexte darzustellen.

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Und weil die Seuche mit den Hotlinks…

…einfach kein Ende nehmen will, weil einige von diesen Leuten es wohl auch ein bisschen härter brauchen und einen relativ sachlichen Hinweis nicht so richtig verstehen, habe ich mich noch einmal drangesetzt und ein wirklich widerliches Bild aus einer Vorlage von rotten dot com (eine von Providern in der BRD gern zensierte Website) erstellt. Das kann eigentlich niemand aus »dekorativen« Gründen in sein Profil einbetten oder anderen Leuten in das Gästebuch schreiben.

Mal schauen, ob es jetzt endlich hart genug für einige Deppen ist.

(Und nein, ich habe nichts dagegen, wenn sich jemand bei mir bedient und das Zeug woanders hostet. Ich habe nur was dagegen, wenn hier völlig sinnloser Traffic erzeugt wird, weil irgendwelche ziemlich profillosen Profilbesitzer bei so einem »Web To Zero«-Dingens Bilder von hier hotlinken, um damit ihr Profil zu dekorieren und wenn hier sinnloser Traffic damit erzeugt wird, dass die hotgelinkten Bilder von aufdringlicher Reklame umgeben werden. Das finde ich schlichtweg widerwärtig. Da werde ich auch in Zukunft immer wieder einmal ein paar Zeilen in meine .htaccess reinschreiben, wenn das überhand nimmt.)

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