Wpcmd 0.6

Nachdem ich mich mit einigen verbliebenen Fehlern herumgeärgert habe, war es wieder an der Zeit, eine neue Version von wpcmd zu veröffentlichen. Große Änderungen gibt es nicht, aber Abhilfe gegen kleine Ärgernisse.

Unter anderem haben viele Menschen, die ein bei wordpress.com gehostetes Blog betreiben, ein sehr ärgerliches Verhalten in wpcmd gefunden. Nachdem wordpress.com die XMLRPC-URL auf TLS-Verschlüsselung (HTTPS) umgestellt hatte, war es nicht mehr möglich, ein Blog zu revalidieren. Dies war jedoch erforderlich, um geänderte Kategorien auch für wpcmd bekannt zu machen, damit geeignete Vorlagedateien erstellt werden können.

Der Fehler lag darin, dass ich die XMLRPC-URL intern verwendet habe, um ein Blog zu identifizieren. Diese enthielt natürlich auch das Protokollschema https:, so dass das Revalidieren scheiterte und die neuen Kategorien nicht mehr ermittelt werden konnten. Eine schlechte Entscheidung, wie ich bemerken musste… 😉

Dieser Fehler gehört der Vergangenheit an. Desweiteren gibt es jetzt eine Option -K, um den Kategorienbaum neu von WordPress anzufordern, ohne dass eine vollständige Revalidierung erforderlich ist. Hinterher ist die Frage, warum man da nicht vorher dran gedacht hat, natürlich leicht zu stellen…

Desweiteren gibt es auch interne Änderungen. Bislang enthielt wpcmd eine Menge Code, der darauf vorbereiten sollte, eine Version zu erstellen, die sowohl mit Python 2.x als auch mit Python 3.x läuft – dieses Unterfangen hat sich jedoch als schwieriger erwiesen, als ich vorher gedacht habe. Deshalb habe ich diesen Code vollständig entfernt, um diese unnütze, das Lesen und Anpassen erschwerende Schicht zusätzlicher Komplexität aus dem Quelltext zu nehmen. Ich werde erst dann an eine Version für Python 3 denken, wenn Debian Stable mit Python 3 als Standardversion ausgeliefert wird.  Bis dahin ändert sich aus Benutzersicht nichts, denn nach wie vor läuft wpcmd mit Python 2. Bei der Installation wird ein installiertes Python 2 auch dann gefunden und benutzt, wenn Python 3 von der Linux-Distribution als Vorgabe verwendet wurde, weil ich vom populären Ubuntu einen derartigen Schritt für die nächste Zeit erwarte. Vernünftige Menschen nehmen eh die LTS-Version von Ubuntu und werden noch lange Zeit Ruhe vor derartigen »Beglückungsideen« haben.

Wie immer gibt es eine gute und auf den aktuellen Stand angepasste HTML-Dokumentation in deutscher und englischer Sprache sowie natürlich eine englischsprachige man-page. Die HTML-Dokumentation lässt sich bequem lesen, indem wpcmd -D an der Kommandozeile abgesetzt wird. Sie richtet sich explizit an Menschen mit geringem technischen Hintergrund, die ihre Blogbenutzung teilweise oder ganz automatisieren wollen oder die – wie ich – lieber ihre Texte mit HTML-Markup in ihrem Lieblingseditor als im doch recht fetten WordPress-Dashboard verfassen möchten.

Download-Link: wpcmd 0.6 (143,6 KiB).

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Wenn das »Leistungsschutzrecht« in Kraft tritt…

Wenn – was leider trotz der vollständigen Idiotie dieses Standesrechtes zum Schutz gescheiterter Geschäftsmodelle zu befürchten ist – das so genannte »Leistungsschutzrecht« demnächst in Kraft treten wird, dann werde ich mich nicht mehr groß aufregen, denn ich habe mich vorbereitet. Ich werde ganz einfach ein Terminal öffnen und nur eine kurze Zeile tippen:

$ sudo cat blacklist-0.2.txt >>/etc/hosts

Eine gefühlte Hunderstelsekunde später existiert im von mir benutzten Internet kein Verlagsangebot mehr. Das befreit mich von jeder Chance, die Machwerke bundesdeutscher Presseverleger zu sehen und dabei versehentlich irgendwo zu verlinken.

Denn ich finde, dass der energisch und würgmächtig wirkmächtig vorgetragene Wunsch dieser Leute nach einem Sonderstatus im Internet respektiert werden sollte. Die machen ja den »Qualitätsjournalismus«, und der wird schon für sich selbst sprechen. Ohne, dass es irgendeiner Verlinkung dorthin bedarf. Ein Feuer wirbt nun einmal für sich selbst, wenn es unter großem Leuchten alte Häuser verzehrt.

Ich wünsche mir in ganz besonderer Weise, dass große Suchmaschinen fortan ebenfalls auf die Verlinkung dieser Websites verzichten – zumindest so lange, bis die Betreiber dieser Websites eindeutig, öffentlich und rechtsverbindlich klargestellt haben, dass sie auf ihre aus dem »Leistungsschutzrecht« erwachsenen Rechte verzichten, indem sie eine allgemeine, vernünftige, unmissverständliche und für jeden Menschen kostenlos und ohne besondere Formalitäten zu verwendende Lizenz erteilen.

Vom Schicksal der Dinosaurier lernen, bedeutet: Verstehen, dass das Ansterben dem Aussterben voran geht.

Wer Bitterkeit in diesem Post findet, darf sie behalten. Diese Bitterkeit geht nicht von mir aus. Es ist die Bitterkeit, mit der ein aussterbendes Gewerbe versucht, die eigene Zerstörung durch eine teilweise Zerstörung der Kultur des Internet zu entschleunigen, und zwar ohne jede Rücksicht auf Verluste.

Wer die Datei blacklist-0.2.txt nicht gefunden hat: Die gibt es hier zum freien Download. Ich hoffe, sie ist einigermaßen vollständig. [Inzwischen ist es eine blacklist-0.3.txt, in die auch Zeit Online und Spiegel Online aufgenommen wurden. Weitere Ergänzungen sind noch möglich.]

Natürlich kann sie in dieser Form auch in der Hosts-Datei von Microsoft Windows verwendet werden, die Syntax der Einträge ist die gleiche. Vielleicht baut ja jemand einen kleinen, bequemen Windows-Installer für diese Datei. 😉

Es ist möglich, dass ich in Zukunft aktualisierte Formen dieser Datei pflege. Es ist aber auch möglich, dass mir das zu viel der Mühe für einen Haufen von Idioten ist.

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Diebstahl! Klau mich!

Komplizierte Themen für Journalisten erklärt: Diebstahl oder Kopie

Nachdem ich jetzt schon zweimal gefragt wurde, ob ich dieses (gerade erst im Alarmknopf verwendete) Bild »auch in etwas größer« hätte, biete ich meine SVG-Version hier für alle zum Download an: Download-Link auf ein ZIP-Archiv mit der Grafik (17,7 KiB). Die verwendeten Schriftarten sind – wie so häufig bei mir – aus der freien DejaVu-Familie. Wer meint, eine Lizenz zu benötigen, fühle sich unter den Bedingungen der Piratenlizenz lizenziert.

Share and Enjoy!

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Offener Kurzbrief an die Verleger

Werte Verleger!

Wenn eure Websites ein Verlustgeschäft sind, dann stellt dieses Verlustgeschäft doch einfach ein.

Niemand hat euch ins Web gebeten. Ihr seid freiwillig dorthin gekommen, weil ihr euch große Profitmöglichkeiten davon versprochen habt. Und wenn ihr jetzt feststellt, dass ihr dabei draufzahlt, könnt ihr das entweder wegen der Werbewirkung eines Webauftritts in Kauf nehmen, oder ihr könnt es einstampfen.

Schaut mal, Verleger, ich bin auch freiwillig ins Web gekommen, ohne dass mich jemand gebeten hätte. Und ich zahle dafür drauf. Ich habe nicht einmal ans Geschäft gedacht, sondern nur an die preiswerte Möglichkeit, mich mitzuteilen. Ich klage nicht drüber, dass ich draufzahle, und ich komme übrigens auch nicht auf die Idee, meine paar Leser mit Werbung zu verachten.

Was ist bei euch anders? Richtig, dass ihr euch nicht mitteilen wollt, sondern mit industriell erstellten Texten den Reibach machen wollt, den ihr früher nur mit Druckwerken gemacht habt. Und nachdem euch über ein Jahrzehnt lang keine einzige funktionierende Idee gekommen ist, wie ihr diesen Reibach erzielen könnt, solltet ihr ruhig zu der Einsicht kommen, dass der von euch hinphantasierte Reibach nicht zu holen ist – da wird euch übrigens auch kein absurdes Standesrecht wie das »Leistungsschutzrecht« helfen. Wenn ihr trotzdem Bestandteil des Web sein wollt – es gibt ja ein paar gute Gründe dafür – dann lebt damit, dass man euch als Bestandteil des Web behandelt, dass man euch aufnimmt, zitiert, verlinkt, kritisiert und euch manchmal sogar lobt und zustimmt. Wenn ihr das nicht sein wollt, verpisst euch einfach aus dem Web und fällt Bäume, um sie mit Reklame und Agenturtexten zu bestempeln!

Grüßt mir auf eurem Weg die Dinosaurier. Vor dem Aussterben ist das Ansterben gesetzt!

Elias Schwerdtfeger
Nach Diktat verreist.

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Speedtest

Schon lange habe ich nicht mehr so herzlich gelacht wie gestern abend, als ich bei Fefe las, wie sich die Downstream-Übertragungsrate eines Internetzuganges von Kabel Deutschland steuern lässt:

Also habe ich mal ein bisschen rumgetestet und probierte auch einige Download-Geschwindigkeits-Tests aus. Einer davon war schlicht ein wget einer 100 MB-Datei.

Die URL davon beinhaltete »/Speedtest/«.

Während ich die Datei zog, sprang die Downloadrate von dem parallel dahinschnarchenden Download von 300 KB/sec auf 1,2 MB/sec hoch. Sobald der wget mit der Speedtest-URL fertig war oder ich ihn abbrach, bremste sich auch der andere Download wieder in den Keller.

Ich sitze gerade an einem Rechner, der über Vodafone ans Internet angebunden ist. Da fand ich es eine gute Idee, mal zu schauen, ob sich so eine Unverschämtheit auch für Vodafone nachvollziehen lässt. Das war nicht besonders schwierig. Meiner Meinung nach sollte jeder, dem seine Übertragungsraten seltsam vorkommen, versuchen, derartige Effekte nachzuvollziehen. Natürlich sind Domainnamen und Pfade in den folgenden Beispielen geändert.

Ich habe zunächst auf einem Server in einem über HTTP zugänglichen Verzeichnis namens speedtest eine große Datei für den Test angelegt.

root@server ~ # cd /var/www/blah
root@server /var/www/blah # mkdir speedtest
root@server /var/www/blah # cd speedtest
root@server /var/www/blah/speedtest # dd if=/dev/urandom of=file.dat bs=1024 count=120000
120000+0 Datensätze ein
120000+0 Datensätze aus
122880000 Bytes (123 MB) kopiert, 20,4106 s, 6,0 MB/s

Erfreulich, wie schnell sich 123 MB vollkommen sinnfreie Daten mit geringer Redundanz erzeugen und zum Download anbieten lassen! Warum stelle ich überhaupt noch sinnvolle Dinge ins Internet? 😀

Um einen dauerhaften Download dieser Datei bequemer steuern zu können, habe ich mir ein kleines Shellskript geschrieben:

#!/bin/sh

while :
do
  wget --limit-rate=1k -o /dev/null http://blah.example.com/speedtest/file.dat
done

Bitte die Option limit-rate beachten! Schließlich soll so ein Skript nicht die ganze Bandbreite an sich reißen, sondern einfach nur einen kontinuierlichen Datenstrom zu einer URL erzeugen, die das Wort »Speedtest« beinhaltet. Die Ausgabe wird natürlich nach /dev/null umgeleitet, denn das lokale Erzeugen von Zufallszahlen ist effizienter als dieser Download… 😉

Nun habe ich also ein Shellskript, das ich nach Bedarf in der Shell starten und stoppen kann, um die Auswirkung eines derartigen Downloads auf die gesamte Übertragungsrate zu ermitteln. Um die Übertragungsraten beurteilen zu können, bedarf es nur noch eines Monitoring-Tools für den Netzwerk-Verkehr – welches man hierfür nimmt, ist Geschmackssache. Da ich bei solchen Anwendungen nicht so gern grafische Oberflächen habe, nehme ich iftop, das mir in den unteren drei Zeilen auch die Übertragungsraten angibt. Natürlich benötigt man root-Rechte, um es zu starten. Da mich die Namensauflösung und die Balkendiagramme für diesen Zweck nicht interessieren, rufe ich es in einem Terminalfenster als sudo iftop -nb auf.

Bei den folgenden, kurzen Tests (Download größerer Dateien aus verschiedenen Quellen, Download der Torrents der aktuellen Debian-DVDs, etc) hat sich bei einem Vodafone-Zugang keine Veränderung der Datenübertragungsrate gezeigt, wenn ich zusätzlich mit geringer Bandbreite meine Speedtest-Datei herunterlade. Tatsächlich war die Übertragungsrate auch beim Torrent-Download erfreulich hoch und lag immer im Bereich von 1,1 bis 1,2 MiB/s.

Aber natürlich dürfte sich inzwischen auch zu jedem Zugangsprovider herumgesprochen haben, was Fefe da so fröhlich verbloggt hat. 😉

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