Geheist

Was ich gestern gelernt habe: Das Serverchen steckt es zurzeit ganz gut weg, wenn ein im Moment eh schon viel gelesenes Blog wie »Unser täglich Spam« auch noch in einer Heise-Meldung verlinkt wird.

Es ist ja erst Anfang des Monats, und an der Verteilung der Zugriffe auf die Stunden des Tages…

Stunden-Statistik im Monat July 2012

…kann man recht präzise ablesen, wann der Artikel bei Heise Security online ging. Es war übrigens um 17.39 Uhr. Bis Mitternacht brachte der Link übrigens geschätzte¹ 5.500 zusätzliche Besucher. Da ist ein Link von Fefe wesentlich schlimmer… 😉

Von den DDoS-Attacken gewisser Zeitgenossen, denen das Spamblog nicht gefällt, ganz zu schweigen.

Das Erfreulichste für mich: Ich habe währenddessen den Server ein bisschen überwacht und dabei festgestellt, dass er noch jede Menge Luft hatte. Da wäre mehr gegangen.

¹Auf die Referer kann ich mich nicht verlassen, weil inzwischen viele Menschen Browser-Plugins verwenden, mit denen die Übermittlung des Referers unterdrückt wird. Und das ist alles in allem gut so. Dass eine Häufung solcher Leute bei Heise Security auftritt, ist auch nicht überraschend. Der Referer tauchte etwa 3000 Mal auf.

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Zum so genannten »Leistungsschutzrecht«

Ich bin gespannt…

…ob es wieder einmal so läuft, dass in Propaganda und Presseerklärungen im Vorfeld immer schön das Wort »gewerblich« benutzt wird, um auszudrücken, gegen welche Arten der Nutzung sich so ein »Recht« richtet¹ – nur, um später »im gewerblichen Ausmaß« oder »gewerbsmäßig« in den Gesetzestext zu schreiben. Letzteres ist etwas völlig anderes als ersteres, es hat nichts damit zu tun, das Geld erwirtschaftet wird, sondern bedeutet, dass es einen ähnlichen großen potenziellen Kreis wie gewerbliche Anbieter anspricht. Und dann dürfen Leute in der… ähm… Hamburger Dunkelkammer in gewohnter Weise darüber entscheiden, was im Sinne dieses Gesetzes aus der Berliner Dunkelkammer ein »gewerbliches Ausmaß« ist. Im Zweifelsfall kann ein Blog genau so übers Internet erreicht werden wie eine beliebige Website eines Verlegers, und das ist doch ein »guter« Maßstab…

Mit einem ähnlichen politischen Taschenspielertrick² hat man das »Problem« gelöst, so zu tun, als ob man die Kosten für Abmahnungen deckeln würde³ – ohne, dass die vielen Rechtsanwälte, die da im Reichshauptslum im Reichstag sitzen und Volksvertreter spielen, ihren Anwaltskollegen zuviel »Geschäftsmodell« weggenommen hätten. Das ist also bewährt und wird gewiss wiederholt.

Meine Projekte

An dem Tag, an dem dieses Gesetz durch den Deutschen Bundestag gekommen ist, werde ich alle meine Projekte in der Domain tamagothi.de löschen. Es ist unter den von Frau Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) und ihren unbekannten Zuarbeitern geschaffenen Bedingungen meines Erachtens nicht mehr möglich, auch nur die harmloseste Website zu betreiben. Projekte wie das Blahblog, welches das gallig kommentierende und zitierende Linkschleudern zum Stilmittel erhebt, sind sogar völlig ausgeschlossen.

Was bleiben kann, sind die Gartenzwerge des BRD-Internet: Die Katzenfotos. Alles andere – insbesondere jede substanzielle Diskussion über Themen von gesellschaftlicher und lebenspraktischer Relevanz – findet auf einem von so genannten »Volksvertretern« vorsätzlich angelegten juristischen Minenfeld statt.

Wer irgendetwas von den von mir geschaffenen Inhalten bewahren möchte, fühle sich aufgefordert, ein Archiv anzulegen. Das gilt auch für Software, für Musik, für Fotos und andere Dinge, an die nicht jeder sofort denkt, wenn er einem Webprojekt von mir begegnet. Ich habe alles unter ausgesprochen liberale Lizenzen (Piratenlizenz oder Schwerdtfegers Lizenz für freie Musik oder in wenigen Fällen GNU GPLv2) gestellt, so dass eine Veröffentlichung solcher Archive keine Probleme bereitet. Unter den Bedingungen des Leistungsschutzrechtes geschieht sie allerdings auf eigene Gefahr.

Fußnoten

¹Egal, gegen welche Form der Nutzung es sich richtet, ist es übrigens Schwachsinn vom Feinsten. Im World Wide Web ausgerechnet das im frühesten Entwurf des Webs vorgesehene Auszeichnungsmittel eines vernünftig gesetzten Hyperlinks zu kriminalisieren, ist von dermaßen hohlwütiger Denkverweigerung, dass sogar mir ein bisschen die Worte wegbleiben.

²In anderen Fällen, wo es um Verbesserungen für »normale« Menschen ginge, die eine ganz natürliche Nutzung von Technik betreiben, wird übrigens ein anderer politischer Taschenspielertrick angewandt. Er besteht in der Feststellung, dass es in einem internationalen Medium wie dem Internet (oder in globalisierten Märkten) keine nationalen Alleingänge geben dürfe.

³Quelle aller hier gegebenen und niemals wörtlich zitierten Informationen: Zeitungswebsites (die übrigens auch immer wieder mal gern »Quelle: Internet« angeben). Auf das Setzen von Links mit Google-freundlicher Integration der Überschriften in die URL habe ich verzichtet, um Aggregatoren die spätere Löschung dieses Postings zu ersparen. Warum diese parajournalistischen Internetmachwerke, deren Betreiber ja unentwegt und unüberhörbar darüber jammern, wie sehr sie von Google enteignet werden, so viel kosten-, zeit- und personalintensiven SEO-Aufwand aller Art betreiben, um in Google immer schön weit oben zu stehen, gehört zu den Dingen, über die man nicht weiter nachdenken soll und die deshalb in der Kommunikation der Classe politique und der Verlegerbrut unterm Tisch fallen. Hauptsache, jeder denkt, es handele sich um ein Ergebnis der Lobbyarbeit von Verlegern, die gegen Google gerichtet ist, während es im Wirklichkeit um eine gesetzliche Grundlage geht, mit der sich im Rechtsraum der BRD fast nach Herzenslust persönliche Äußerungen aus dem Internet boxen lassen. Das ist keine Verschwörungstheorie, das ist Verschwörungspraxis.

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Nicht der Rede wert (2)

Vor ein paar Stunden hat mich jemand, der mein Programm Wpcmd zum Bloggen verwendet, mit sinngemäß der folgenden Anfrage angemailt: »Das ist ein tolles Programm, und vor allem dein Beispielskript nutze ich gern. Aber ich mag es einfach nicht, dafür ein Terminal aufzumachen und dann diese ganzen Meldungen zu sehen. Ich hätte lieber etwas zum Klicken und möchte die ganzen Meldungen nur sehen, wenn irgendein Fehler passiert ist.«

Nun, dir (und jedem anderen Menschen mit diesem Wunsch) soll geholfen sein! Mit folgendem, sehr einfachen Shellskript:

#!/bin/sh
export PATH=/bin:/usr/bin:/usr/local/bin

# Hier den Pfad zu BlogDir eintragen!
BlogDirCommand=~/bin/BlogDir

# Ab hier kann alles so bleiben
tmpfile=/tmp/gblogdir.$$
trap "rm -f $tmpfile; exit" 1 2 15

$BlogDirCommand 2>&1 | 
tee $tmpfile | 
zenity --progress \
    --auto-close \
    --no-cancel \
    --pulsate \
    --title="Bloggen..." \
    --text="Die Texte werden gebloggt"

if grep -q "^Failed to publish file" $tmpfile
then
    zenity --text-info \
	--title="Es sind Fehler aufgetreten, schau in den Output!" \
	--width=540 \
	--height=400 \
	--filename=$tmpfile
fi

rm -f $tmpfile

Keine Lust aufs Clipboard? Okay, dann lad es dir einfach runter!

Sicherlich, eine Auszeichnung mit dem Titel »Held des Codings« bekomme ich für dieses Kürzstprogramm nicht; ich habe es in einer Viertelstunde zusammengepfuscht (die meiste Zeit habe ich dabei mit man zenity verbracht). Du musst dir nur die Variable BlogDirCommand anpassen, da ich mir sicher bin, dass deine persönlich angepasste Version von BlogDir nicht im allgemeinen Pfad liegt – setz die Variable einfach auf den Pfad zu deiner persönlich angepassten Version.

Wenn du damit fertig bist, hast du ein Skript, das keine Ausgabe mehr erzeugt. Während des Bloggens gibt es einen Progressbar, der zeigt, dass das Programm arbeitet. Nur wenn ein Fehler aufgetreten ist, bekommst du noch Meldungen zu sehen, und zwar in Form eines graphischen Dialogs. Du musst allerdings zenity installiert haben, aber das gehört zur GNOME-Umgebung dazu und ist deshalb sehr häufig schon installiert.

Alles, was dann noch zu tun bleibt, ist eine bequeme Startmöglichkeit zu schaffen. Wie du das machst, hängt von deinem Desktopsystem ab. In einer Xfce-Leiste (sorry, aber der Xfce ist nun mal mein bevorzugter Desktop) wählst du im Kontextmenü der Leiste »Neue Elemente hinzufügen ▷ Starter« und setzt als auszuführenden Befehl das Skript – und schon kannst du mit einem einzigen Klick auf einen Button bloggen (dem du natürlich ein beliebiges Bild als Icon geben kannst). Für andere Desktops schau einfach kurz in die Dokumentation, denn ich weiß auch nicht alles.

Es ist wirklich nicht der Rede wert. Aber ich verblogge es trotzdem mal, damit niemand das Rad doppelt erfinden muss.

PS: Deine Anmerkung, dass Shellskripte auf dich »irgendwie steinzeitlich« wirken, habe ich übersehen… 😉

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Nicht der Rede wert

Als mich vor ein paar Tagen jemand fragte, ob es möglich wäre, die Ausgabe des Programmes fortune auch in einem Fenster in der grafischen Oberfläche dazustellen, konnte er nicht wissen, dass ich mich gerade mit zenity beschäftigt hatte.

Zehn Minuten später mailte ich ihm das folgende Shellskript zu, das im Gegensatz zu meinen sonstigen Schnellgestrokel sogar mit einem bisschen Fehlerbehandlung daherkommt:

#!/bin/sh

# "fortunes" is usally in /usr/games
export PATH=/bin:/usr/bin:/usr/games

if test -z "`which zenity`"
then
    echo 1>&2 zenity isn\'t installed
    exit 1
fi
if test -z "`which fortune`"
then
    echo 1>&2 fortune isn\'t installed
    exit 1
fi

zenity \
    --info \
    --no-wrap \
    --title="Fortune" \
    --text="`fortune | sed 's/-- *\(.*\)$/\n<i>\1<\/i>/'`" &

Wirklich nicht der Rede wert. 😎

So ein Skript lässt sich übrigens sehr leicht jedesmal über die Mechanismen des Desktopsystemes ausführen, wenn man sich anmeldet. Wie das geht, steht in der Dokumentation des verwendeten Desktops. Bei meinem Liebling Xfce geht das über die Einstellungen im Punkt »Sitzung und Startverhalten« im Reiter »Automatisch gestartete Anwendungen«.

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»Die Singende Maschine« veröffentlicht

Anhören / downloaden — oder einfach ignorieren… 😉

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