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Mal ein bisschen DooM
Vor einigen Tagen habe ich an anderer Stelle mal angemerkt, dass meiner Meinung nach jeder Mensch versuchen sollte, ein DooM-Level zu gestalten. Die Engine ist viel einfacher als moderne Engines, vollständig dokumentiert und kann eigentlich von jedem Menschen mit durchschnittlichem technischem Interesse beherrscht werden.
Auf der Grundlage der beschränkten Möglichkeiten dieser über zwei Jahrzehnte alten Engine interessante Level zu bauen, ist eine Kunstform, die viel häufiger praktiziert werden sollte. Es gibt keine Möglichkeit, mit grafischen Effekten Atmosphäre zu schaffen, aber die Grafik ist völlig hinreichend. Auch MIDI-Musik reißt heute niemanden mehr vom Hocker. Die Beschränkungen trainieren darin, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.
Nun, ich will es mal so sagen: Ich veröffentliche hier eine frühe Beta-Version eines DooM-WADs mit zurzeit nur einem einzigen Level, von dem mir andere gesagt haben, dass er gar nicht so schlecht sei. (Meiner Meinung nach waren sie nur von der wohlgewählten Musik für diesen Level beeindruckt, so dass sie nicht bemerkt haben, wie bescheiden der Level in Wirklichkeit ist.) Ich persönlich finde diesen Level viel zu einfach, aber er ist auch als MAP01 konzipiert und hat von daher einen eher einführenden Charakter. Er ist übrigens auch nicht besonders groß.
Wer es einmal ausprobieren möchte, bediene sich: Download der Beta-Version des DooM-WADs »Not Phobos Again« (ZIP-Archiv, 387,7 KiB)…
Hier als »Appetitanreger« nur ein Screenshot des letzten Raumes, gerendert von GZDoom:

Falls jemand davon Appetit bekommen hat, aber kein altes Original-DooM-WAD mehr herumliegen hat: Natürlich kann man »Not Phobos Again« auch mit dem freien, unter BSD-Lizenz lizenzierten Freedoom als IWAD spielen (dessen eigene Level aber teilweise nicht so dolle sind). Damit sieht zwar vieles ein bisschen anders aus…

…aber das fällt niemals unangenehm auf (wenn man einmal von einigen Sprites absieht). Generell ist Freedoom ein bemerkenswert weit fortgeschrittenes Projekt, ein freies DooM zu schaffen, das Unmengen sehr guter WADs auf völlig freier Software spielbar macht. (Wer einmal ein wirklich schwieriges Spiel zocken möchte, kann sich zum Beispiel an Alien Vendetta auf »Ultra Violence« versuchen – ich bin dabei wohl tausend Tode gestorben!)
Ein gut geeigneter Sourceport zum Spielen ist das schon erwähnte GZDoom oder auch PrBoom Plus (Vorsicht, dieser Link geht leider zu Sourceforge). Leider funktioniert »Not Phobos Again« nicht mit jedem Sourceport und auch nicht mit dem alten Original-DooM, weil ich ein paar Features des Sourceports »Boom« nutze. Aber das Original-DooM ist ja auch eine MS/DOS-Anwendung, die auf einem modernen Betriebssystem wohl nur noch mit Mühe (oder mit einer DOSBox) zum Laufen gebracht werden kann. 😉
In nicht allzuferner Zukunft in Deutschland…
Der Uniformierte mit den drei weißen Rauten auf der Schulter sagte immer wieder zu mir, als sei er ein Roboter: »Arbeiten sie mit uns zusammen, und sie werden ein freier Mann bleiben!«. Neben ihm stand ein Mann in Zivil, vermutlich ein Mitarbeiter des Ministeriums für Bevölkerungsinformation. Ausgewiesen hat er sich nicht. Hoffentlich muss ich mich mit denen nicht länger auseinandersetzen, die sollen nicht zimperlich sein.
Ja, sie haben mich gefunden. Nach all diesen Jahren. Haben. Sie. Mich. Schließlich. Gefunden. Und jetzt saß ich hier auf einem Stuhl, aus kurzem Schlaf gerissen, während der Keller durchsucht wurde und Dinge herausgetragen wurden.
Nein, ich habe nichts Illegales getan. Also nichts, was strafbewehrt ist. Ich habe in diesem Keller kein Cannabis angebaut oder Meth synthetisiert. Ich habe nur einen Verdacht erweckt. Die Geräte, die hier so lange standen, die nichts weiter als alte programmierbare Maschinen waren, sie waren nicht verboten. Sie erweckten nur einen Verdacht, und Sicherheit ist nun einmal über alle Grundrechte erhoben. Maschinen, die rechnen, Daten verarbeiten und mit anderen Maschinen kommunzieren können, sind ein Verdachtsgrund, wenn sich jemand so viel Mühe gibt wie ich, sie von den Fernsteuerungen der großen Konzerne und damit von der Überwachung durch das Ministerium für Bevölkerungsinformation freizuhalten; wenn sie mir dienen und nicht jemanden anders.
Wer darauf achtet, dass seine Freiheit respektiert wird, ist ein Sicherheitsrisiko.
Ich war immer noch nicht so richtig wach. Ich träumte vor mich hin, und der Traum wandelte meinen erlebten Albtraum in kindischem Narzissmus in das Erlebnis eines Freiheitskämpfers um. Freiheit ist längst zum Heldentum geworden, und der Versuch eines freien Lebens hat schon viele in die Sicherheitsgewährleistungsanstalten gebracht. Eine raue, sehr aggressiv wirkende Stimme zerriss das Gewebe meiner dummen Träume. Es war der Mann im Zivil. Scheiße! »Haben sie noch weitere Geräte«, fragte er mich. Oder besser: Forderte er mich auf, denn es war nur grammatikalisch eine Frage, in der Artikulation eher ein Befehl. Warum tragen die Uniformierten eigentlich Maschinenpistolen? Ich bin doch völlig friedlich. Ja. Ich bin. Am Boden zerstört.
»Nein«, sagte ich müde, schwach und ängstlich. Er war nicht zufrieden damit und hakte nach: »Sind sie sich ganz sicher?«. »Ja, ich bin mir sicher, ich weiß doch, was ich habe«, sagte ich mit etwas mehr Kraft. Er schaute beängstigend skeptisch, aber fragte nicht weiter. Hoffentlich nehmen die mich nicht mit aufs Amt. Inzwischen dürfen sie einen Gefährder für ein halbes Jahr festsetzen. Ohne Grund. Ohne Richter. Ohne Urteil. Nur auf Verdacht. Und ein Gefährder ist jeder, der Wert auf seine Privatsphäre legt. Die meisten Menschen können es inzwischen gar nicht mehr nachvollziehen, wieso jemand Wert auf seine Privatsphäre legen sollte. Man hat doch nichts zu verbergen. Die digitale Ausprägung des Konsumwahnsinns hat die Menschen längst zu Robotern gemacht, und niemand hat sich daran gestoßen, dass die Menschen dabei genau so einfach kalkulierbar und programmierbar wie Roboter geworden waren – ganz im Gegenteil, man freute sich über die künstliche Intelligenz, die die eigene Intelligenz und jede Anstrengung des Geistes entbehrlich macht. Dass jede Lebensäußerung, jedes Wort, jede Geste überwacht wird, stört niemanden mehr. Und wenn es mal stört, sagt man es lieber nicht, denn es wird ja alles überwacht. Man ist ja dabei gut unterhalten, die Raumtemperatur liegt im gesundheitlichen Idealbereich und der Kühlschrank bestellt jeden Tag leckeres und gesundes Essen. Die Krankenversicherung wird auch billiger. Gegen gefährliche Gefühle gibt es Medikamente im Essen. Und gegen gefährliche Gedanken die tägliche Versorgung mit Nachrichten des Ministeriums für Bevölkerungsinformation, die völlig frei von Hassrede und Fake News ist. Es herrscht Sicherheit, und ich bin ein Gefährder.
Während die letzten alten Geräte herausgetragen wurden, dachte ich an die vielen Menschen, bei denen ich mir unter konspirativen Umständen veraltete Hardware ohne eingebaute Überwachungsschnittstelle besorgt hatte. Ich dachte an die Keller dieser Menschen, die wie ein Informatikmuseum aussahen. Alles bewusst angeschafft und aus Schrott zusammengebastelt, weil wir daran glaubten, dass die Technik dafür da ist, uns Menschen zu dienen und nicht umgekehrt; weil wir uns Apparate nutzbar gemacht haben, um nicht zum Nutzvieh eines Apparates zu werden. Und wie gut sie mir gedient hatten, diese veralteten Geräte, wann immer ich in meinen Keller ging, um geistig aufzuatmen! Wie viele Stunden, Tage, Monate, Jahre ich hier schon im Rauschen der Lüfter und Licht der Monitore verbracht habe, getrennt von der Gesellschaft und doch in Gemeinschaft mit Menschen, deren Leben noch echt ist.
Wieder unterbrach diese Stimme die Flucht meiner Träume. »Isolierung?«, fragte der Mann im Zivil aggressiv in seinem gebieterischen Kasernenton. Mein »ja« war fast geflüstert; das leichte Nicken wohl wahrnehmbarer als das Wort. Es war sinnlos, zu leugnen, es würde mich nur für lange Zeit ins Gefängnis bringen. Konspirativer Widerstand gegen Ordnungsbehörden ist längst ins Strafgesetzbuch aufgenommen worden, und bis zu meinem Prozess hätte ich wegen der Sicherheit in Untersuchungshaft gesessen, so wie viele andere, deren Stimme plötzlich aus dem Netz verschwand und deren Sein zum Gerücht wurde. Der Mann im Zivil sprach mit dem Polizisten in der Kampfuniform mit den drei weißen Quadern auf den Schultern, dieser griff zu seinem kryptografischen Funkgerät und holte die bereitstehenden Spezialisten herein. Wo es der Sicherheit dient, ist Verschlüsselung ja sehr erwünscht. Fünf Techniker der Polizei kamen in den Keller. Sie schraubten geübt mit Akkuschraubern die leeren Regale von der Wand ab, und sie entfernten mit einem Spezialgerät die Tapete und die darunterliegende Alufolie gegen die verräterische elektromagnetische Abstrahlung, mit der ich meinen Keller vor den Funkpeilwagen des Ministeriums für Bevölkerungsinformation so lange verbergen konnte. Ich konnte es einfach nur geschehen lassen. Es war schon. Alles. Verloren.
Schließlich, nach einer halben Stunde, die mir endlos erschien, war es vorbei. Der Polizist sagte zum Abschied noch: »Sie bekommen demnächst eine Einladung von uns, Herr Schwerdtfeger«. Eine »Einladung«. So nennt man das also, wenn man sein Tun. Für Recht hält. Alle Geräte waren herausgetragen und für eine polizeiliche Untersuchung beschlagnahmt worden. Ich hatte keine Aussicht, sie jemals wieder zu besitzen. Auf dem Boden Regalbretter und abgeschraubte Schienen, in der Ecke ein leerer Schreibtisch und der Stuhl, auf dem ich saß. Sogar die Kugelschreiber wurden aus einem überhaupt nicht nachvollziehbaren Grund mitgenommen. Sie waren wohl sicherheitsgefährdend.
Das Rauschen der Lüfter, diese mechanische Stimme meiner sich verkriechenden Freiheit. War für immer. Verstummt.
Ich konnte nicht weinen. Ich saß mit geschlossenen Augen auf dem Stuhl und fühlte. Gar nichts mehr. Ein schnarrendes, regelmäßiges Geräusch erfüllte den kahlen Keller und machte mir Angst, und ich fragte mich immer wieder, wo es wohl herkomme. Es klang so fremd und feind. Ich brauchte Minuten, um herauszubekommen, was ich da hörte. Es war mein Atem.
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Fehler in Ubuntu 16.04 LTS mit ttf-mscorefonts-installer?
Ubuntu Annoyances, Teil 24.981.
Unter Ubuntu 16.04 LTS schlägt die Installation einiger unfreier Pakete von Drittanbietern fehl. In dem Fall, den ich eben vor Augen hatte, waren davon die folgenden zwei Pakete betroffen:
- adobe-flashplugin-installer
- ttf-mscorefonts-installer
Der Fehler ist schon etwas länger im offiziellen Bugtracker bekannt, ist aber in den letzten neun Monaten von den Entwicklern nicht behoben worden. Ich gehe davon aus, dass er auch in den nächsten anderthalb Jahren nicht behoben wird. Ubuntu nimmt sich ja regelmäßig »wichtigere« Probleme als die Herstellung eines lauffähigen Grundsystemes vor… 🙁
So sehen die unerfreulichen Situationen aus, in denen man selbst ein bisschen forschen muss, um Fehler zu beheben.
adobe-flushplugin-installer
Im mir vorliegenden Fall lag die fehlerhafte Installation des Paketes an falsch gesetzten Dateirechten. (In einer anderen Installation von Ubuntu 16.04 LTS trat das Problem nicht auf.) Das Problem lässt sich also relativ einfach mit der Brechstange lösen, wenn man das möchte. Wer Flash benutzt, sollte unbedingt die jeweils aktuelle Version nutzen! Alles andere ist leichtsinnig und dumm. Flash hat eine beachtliche und ausgesprochen alarmierende Sicherheitsgeschichte. Wer dieses Problem hat, möchte es lösen, und zwar unbedingt!
Allerdings kommt jetzt ein bisschen »Kommandozeilenakrobatik«.
Zunächst ist nachzuschauen, ob es einen User namens _apt gibt. Dieser sollte immer vorhanden sein:
$ grep '_apt' /etc/passwd _apt:x:127:65534::/nonexistent:/bin/false $ _
Wenn dieser User einmal nicht existieren sollte, hat man sowieso ein größeres Problem und wird nicht umhin kommen, viel Zeit mit Recherche zuzubringen (oder einfach auf eine andere Linux-Distribution zu wechseln, die mehr darum bemüht ist, ein benutzbares Grundsystem halbwegs zuverlässig zu installieren).
Die Skripten für die Installation des Flashplayers werden mit den Rechten dieses Benutzers ausgeführt. Leider hat er keine Schreibrechte in den verwendeten Ordnern. Das kann (und sollte) man auf »spanabhebende« Weise ändern, um keinen Computer zu haben, der durch einen Angriff über Flash gepwnt wird:
$ cd /var/lib/update-notifier/ $ sudo chown _apt:root package-data-downloads [sudo] Passwort for username: [Jetzt natürlich Passwort eingeben!] $ sudo chown _apt:root package-data-downloads/partial $ _
Das ist tatsächlich alles. Damit sollte die Installation des Flash-Plugins wieder gelingen.
ttf-mscorefonts-installer
Hier liegt ein anderes Problem vor, das ich nicht genau identifizieren konnte – okay, ich hatte ganz einfach keine Lust dazu. (Das von Ubuntu gelieferte Paket zu entpacken und die Skripten zu »dechiffrieren«, wenn das Problem seit neun verdammten Monaten bekannt ist und sich kein Entwickler, der da viel mehr »drinsteckt« als ich, die Mühe macht, sich um diesen Fehler zu kümmern, ist eine Aufgabe, die ich nicht übernehme. Die Installation einiger im Web massenhaft benutzter Standardfonts dürfte doch etwas häufiger vorkommen. Es soll ja zum Beispiel Menschen geben, die Websites auf Linux-Rechnern designen.)
Auch hier gibt es eine »spanabhebende« Lösung. Das entsprechende Debian-Paket funktioniert nämlich anstandslos¹.
$ wget http://ftp.de.debian.org/debian/pool/contrib/m/msttcorefonts/ttf-mscorefonts-installer_3.6_all.deb $ sudo dpkg -i ttf-mscorefonts-installer_3.6_all.deb $ _
Die Aufgabe, einmal einen diff zwischen den Skripten von Debian und jenen von Ubuntu zu machen und nach kurzer Analyse der Unterschiede den Fehler zu beheben, gebe ich gern an die Ubuntu-Entwickler weiter, die das seit neun verdammten Monaten nicht gebacken gekriegt haben.
»Ich nehme Ubuntu, weil das einfach läuft und so einfach ist«… 
¹Wer lieber mit curl herunterlädt, tue es einfach! Ich benutze wget aus alter Gewohnheit, nicht, weil es Vorteile hat. Leider gehört es nicht mehr bei allen Linux-Distributionen zu einer Standardinstallation.
Zur Kenntnisnahme für meine Leser
Für jeden Menschen aus der Bundesrepublik Deutschland, der hierher verlinken möchte:
Ich, Elias Schwerdtfeger, als Betreiber von Elias Schwerdtfegers Homepage (einer exquisit nicht-kommerziellen Website, die mir nur Geld und Zeit kostet und mir nichts einbringt) gehe selbstverständlich davon aus, dass die Zugänglichmachung sämtlicher Inhalte auf Elias Schwerdtfegers Homepage rechtmäßig erfolgt.
Zu rechtsverbindlichen Erklärungen meinen Lesern gegenüber sehe ich mich indes nicht veranlasst.
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