Warum JavaScript unbrauchbar ist…

Von Googles Idee, eine Alternative zu JavaScript zu etablieren, bin ich bei aller Googleskepsis zu begeistern.

Ich schaue mir schon seit Jahren an, dass Menschen einen Webbrowser für eine Anwendungsplattform halten und immer komplexere Anwendungen damit verwirklichen – natürlich in JavaScript.

Weder ist der Browser eine gute Anwendungsplattform, noch ist JavaScript eine für komplexe Programmierungen geeignete Programmiersprache.

  • Ein Browser ist eine unfassbar aufgeblähte »Runtime« für eine Anwendung. Außerdem hat er (obwohl die im Laufe der Zeit immer unsichtbarer werden, und wird der Browser dadurch auch schwieriger benutzbar) Bedienelemente, die für die eigentliche Funktion des Browsers entworfen wurden, bevor er zur »Runtime« für ein paar Progrämmchen wurde, die es in zehnfach besserer Form (und mit weniger Speicherabdruck und besserer Performance) als Desktop-Anwendungen gibt – diese heiteren Knöpfchen zum Vorblättern, zum Rückblättern und zum Aufruf der eingestellten Startseite zum Beispiel, die in einer derartigen Anwendung sinnlos sind. Über die Sicherheit von Webbrowsern will ich gar nicht reden.
  • JavaScript ist eine unfassbar schlecht entworfene Programmiersprache. Sie enthält syntaktische Schweinereien, die in ihrer Unlogik noch das Chaos der C-Shell überbieten. Es ist leicht, schwer entdeckbare Fehler zu machen; es ist schwierig und aufwändig, auch nur relativ einfache Dinge zu programmieren; es ist ein höllischer Kopfschmerz, wenn in JavaScript eine Programmierung mit ganz normaler, alltäglicher Komplexität erledigt werden muss. Man könnte es jemandem als Strafe auferlegen, der Vater und Mutter erschlagen hat. Wer es nicht glaubt, lade sich eine beliebige JavaScript-Bibliothek für AJAX herunter und analysiere den Code. Auch das könnte man jemandem als Strafe… ach, ich wiederhole mich.

Wer mich kennt, weiß, dass ich JavaScript meide, wann immer es geht. Manchmal geht es allerdings nicht, und dann versuche ich, jede unnötige Komplexität zu vermeiden. Andere sehen das anders und finden es irre cool, wenn in einer im Browser dargestellten HTML-Seite mit mehreren tausend Zeilen Code Dinge realisiert werden, die in einer herkömmlichen Programmiersprache eine Kleinigkeit wären. Wenn derartiger Code allerdings »in Produktion« geht, denn müssen sie darüber nachdenken, wie sich die Funktionalität ohne JavaScript verwirklichen lässt, denn sicherheitsbewusste Anwender (also Leute, die nicht bei Facebook sind und die den Unterschied zwischen den Wörtern »interaktiv« und »interessant« kennen) erlauben aus verdammt guten Gründen nicht jeder dahergelaufenen Website das Ausführen von Code im Browser. Das Ergebnis ist, dass dann noch einmal umfangreiche serverseitige Programmierungen fällig werden, um die Grundfunktionen ein zweites Mal zu implementieren. Die Programmierung ist doppelt, die Tests sind doppelt, die möglichen Fehler sind doppelt… für ein bisschen Effekthascherei. Eine Desktop-Anwendung mit gleichem Funktionsumfang, selbst eine mit aufwändiger GUI unter Zuhilfenahme eines geeigneten Toolkits, ließe sich in einem Bruchteil der Zeit erstellen.

Das syntaktische Chaos von JavaScript erfordert ferner einen Lernaufwand, der über jede andere Programmiersprache hinausgeht. JavaScript ist nicht nur schwer zu schreiben, es ist auch schwer zu lesen. Die folgenden Beispiele für die Unreife und perfide Boshaftigkeit von JavaScript sind bei weitem nicht vollständig, es handelt sich mehr um ein Kuriositätenkabinett, das ich im Laufe meines Daseins gesammelt habe.

Wer nicht programmiert, wird es kaum genießen können. 😉

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Technisches | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 27 Kommentare

Google Plus: Und wech!

Google+ und damit verbundene Inhalte wurden erfolgreich gelöscht.

Allen, die dort verblieben sind und voller idiotischer Hoffnung darauf warten und hoffen, dass Google etwas an der geschäftlichen Strategie ändern wird, die nun einmal Identifizierbarkeit und Klarnamen erstrebenswert macht; allen diesen Menschen, die mich in dieser bückgeistigen Haltung so oft an ihrer Intelligenz zweifeln lassen; ja, allen rufe ich erleichtert zu: Viel Spaß noch an der Ersatzhaltestelle!

Das wars für mich mit Web-Zwo-Null…

Veröffentlicht unter Bloggen | Verschlagwortet mit , , | 5 Kommentare

Twitter ist das bessere Google Plus

Etwas Wichtiges vorab: Bevor ich mit dem eigentlichen Punkt loslege, eine kleine Info, die vielen Menschen den Tag retten kann. Wer heute in der Weboberfläche von Twitter das Gefühl bekam, dass sich Krebsgeschwüre in den Augen bilden, wer mit dem neuen Twitter und seinen wenig erbäulichen Konzepten von Benutzerführung nicht klar kommt, wer unbedingt eine gewohnte, einfache Ansicht haben möchte… es gibt Abhilfe. Die Version für mobile Endgeräte unter mobile.twitter.com kann auch mit einem »normalen Browser« benutzt werden und ist in meinen Augen wesentlich besser zu bedienen. Für einige Funktionen – vor allem Listen und idiotische Follower als Spam melden – ist allerdings ein bisschen Klicken im neuen Twitter erforderlich. Aber es ist dann schon deutlich weniger.

So, jetzt aber zur Sache.

Immer wieder lese ich, dass Twitter im gegenwärtigen Gerangel zwischen Facebook und Google Plus auf der Strecke bleiben könnte. Die erzwungene Umstellung der Benutzeroberfläche ist in diesem Zusammenhang ein zusätzlicher Sargnagel für Twitter, da sie Menschen wirksam vom Twittern über die Weboberfläche abhält¹.

Diese Gefahr sehe ich nicht. Ganz im Gegenteil: Twitter ist zumindest im Moment das bessere Google Plus, und zwar aus folgenden Gründen:

  1. Bei Twitter kann man mit einer sehr geringen Einstiegshürde loslegen. Selbst das neue Twitter erklärt sich fast unmittelbar von selbst. Registrieren, Bestätigen, Loslegen.
  2. Niemand zwingt einen Twitter-Nutzer dazu, persönliche Informationen anzugeben und sich Gedanken darüber zu machen, in welchem Rahmen diese sichtbar werden sollen. Was man angibt, ist immer für alle sichtbar, oder aber, man benutzt aus irgendwelchen Gründen ein vollständig privates Profil, bei dem für jeden anderen einzeln der Zugriff freigegeben werden muss. Diese Alternative versteht jeder sofort, weil sie einleuchtet.
  3. Es ist möglich, pseudonym an Twitter teilzuhaben. Und es ist möglich, einen Twitter-Account mit einer Wegwerf-Mailadresse einzurichten. Dies kann in manchen Situationen unendlich nützlich sein. Es soll ja Staaten im Nahen und im Fernen Osten geben, in denen nicht lange gefackelt wird, wenn jemand seine Unzufriedenheit mit gesellschaftlichen Zuständen äußert. Doch selbst in der Bundesrepublik würde mancher mit Schere im Kopf schreiben, wenn er daran denken müsste, wie seine Äußerungen wohl beim Personalchef ankommen, wenn er sich einmal um einen neuen Job bewerben muss.
  4. Twitter hat noch niemals zur Einsendung eines Scans einer Ausweisurkunde aufgefordert und will auch keine Telefonnummer wissen, um einen Account nach einer Unstimmigkeit wieder freizuschalten.
  5. Twitter hat eine dokumentierte API und es gibt jede Menge nützlicher Tools für fast jeden Geschmack und fast jedes System.
  6. Twitter kann als Authentifizierungsdienst für andere Angebote verwendet werden, ohne dass dabei die Privatsphäre beeinträchtigt wird, wenn man bei der Twitter-Nutzung auf Anonymität achtet. Es ist möglich, mit seinem Twitter-Account eine Identifikation bei anderen Diensten zu erbringen, ohne dass ein Rückschluss auf die konkrete Person ermöglicht werden muss.
  7. Twitter gehört (noch) nicht dem größten Datensammler des Internet, dessen Datenhunger schier unersättlich zu sein scheint, so dass zum Beispiel auch mal eben illegalerweise, aber dafür systematisch WLAN-Hotspots beim Vorbeifahren erfasst und kartographiert werden.
  8. Twitter ist kein umfassendes Angebot aus einem Guss, sondern beschränkt sich auf einen überschaubaren Kern. Auf diesem Kern setzen über die API allerlei Zusatzdienste auf, mit denen unter anderem längere Texte verfasst oder Bilder und Videos hochgeladen werden können. Bei diesen Zusatzdiensten gibt es Auswahl, was nützlich sein kann, wenn sich einmal einer dieser Anbieter als unterdrückerisch erweist. Google hält indessen alles bei Google und kann umfangreich unerwünschte Dinge entfernen, ja, tut dies sogar aus willkürlichen, nicht näher erklärten Gründen.
  9. Twitter nötigt die Menge seiner Anwender nicht dazu, kostenlos einen gewichteten sozialen Graphen eines erheblichen Teiles der Weltbevölkerung zu erstellen, wie es Google tut. Tatsächlich ist es ungleich schwieriger, die Tätigkeiten eines Menschen auf Twitter automatisch auszuwerten, was eine leichte Vorbeugung gegen die allgegenwärtige Internet-Überwachung ist. Es ist natürlich auch dort nicht unmöglich.
  10. Twitter legt niemandem nahe, einen Wohnort, ein Geburtsdatum, die besuchten Schulen, die bisherigen Arbeitgeber und den Beruf anzugeben; Merkmale, die auch bei nur halber Vollständigkeit sehr häufig eine eindeutige persönliche Identifikation ermöglichen. Google Plus tut dies sehr wohl und nervt bei jeder Anmeldung mit einem dezenten Hinweis auf die fehlenden Daten.
  11. Twitter bietet keine Anbindung an einen Suchmaschinen-Quasimonopolisten. Twitter ist damit für SEO-Spammer (und das ist ein großer Teil der Web-Zwo-Nullspam) nur wenig attraktiv. Google zeigt hingegen zumindest zurzeit Links aus aktuellen Plus-Themen recht weit oben in den allgemeinen Suchergebnissen (zumindest, wenn man dort angemeldet ist), was auch den SEO-Spammern auffallen wird. Es steht zu erwarten, dass diese Art Spam auf Google Plus epidemisch werden wird, und da Google auch sonstige SEO-Schweinereien kaum in den Griff bekommt, ist meiner Meinung nach auch hier die Aussicht für Google Plus trübe.
  12. Twitter hat keine Nutzungsbedingungen, die Twitter das Recht einräumen, meine Mail zu lesen und inhaltlich auszuwerten. So frech und stinkenddreist ist nur Google.
  13. Twitter sperrt nicht nach Gutsherrenart Nutzer und sperrt sie dabei gleich von weiteren, für einige Nutzer essentiellen Webdiensten aus.
  14. Twitter hat ein niedliches blaues Vögelchen als Logo. Fiiiep! Viel hübscher als ein Additionszeichen. Und ein Tweet (also ein Fiepsen) ist eine viel hübschere Metapher als das eher abstrakte Google-Wort vom »Teilen«. Es ist trotz der technischen Natur des Mediums alles etwas liebenswerter bei Twitter, es hat mehr Schönwert.
  15. Die Twitter-Timeline wird nicht aufgebläht von einem gefühlten Gigabyte animated GIFs mit allerlei lustigen Szenen, was auch Browser auf modernen Rechnern in die Knie zwingen kann. Stattdessen pflegt man es, Links auf richtige Videos zu setzen.
  16. Die stummelhafte Kürze der Kommunikation auf Twitter reizt wenigstens einige Nutzer zur Kreativität an. Es gibt sogar regelrechte Twitterlyrik, manchmal tief und doch so flüchtig wie das Medium, in dem sie aufscheint.
  17. Twitter ist alles in allem ausgereift und fehlerfrei, Google Plus ist natürlich noch beta. Und damit Google Plus auch länger beta bleibt, hat es viele technisch versierte Menschen (die auch gute Fehlerberichte schreiben) mit seiner Klarnamenspflicht als gute Betatester vertrieben. Ich kenne keinen einzigen Programmierer unter seinem bürgerlichen Namen, wenn ich nicht gerade irgendwann einmal mit ihm im gleichen Büro gesessen habe.
  18. Twitter lügt seine Nutzer nicht offen an. Google Behauptung, die Angabe eines »richtigen Namens« sei ein Spamschutz, ist Bullshit und offene Lüge. So wird den Datenlieferanten Menschen auf Google Plus von Anfang an gezeigt, wie sie verachtet werden.
  19. Twitter hat einen Support, bei dem jemand namentlich antwortet, wenn man etwas meldet. Mir ist es jedenfalls bislang immer so ergangen. Google scheint es nicht so wichtig zu nehmen und tritt seinen Anwendern gegenüber anonym und technokratisch auf.

Hinter diesen Vorteilen Twitters verblassen seine zunächst groß erscheinenden Nachteile – vor allem das manifeste Spamproblem und die Unmöglichkeit, ein Thema sachlich fundiert zu diskutieren – beinahe zu einem Nichts. Für Diskussionen gibt es zum Glück bessere Möglichkeiten. Und Spam ist wie immer eine Frage des Umganges der Empfänger mit der Spam. Technische Lösungen sind nur die halbe Miete. Doch selbst bei den technischen Lösungen tut sich auf Twitter etwas.

Google Plus kann da noch nicht mithalten.

Einmal ganz davon abgesehen, dass Google Plus zurzeit auch »komische« Menschen anzieht. Menschen, die PR, SEO, fragwürdige Geschäfte oder irgendwas mit Medien machen und glauben, dass sie mehr geldwertes Klickvolk anziehen, wenn sie tausende von Menschen in ihre Kreise ziehen. Das Spamproblem auf Twitter ist ein Randproblem, vielleicht sind ein bis zwei Prozent der Nutzer Spammer – aber bei Google Plus ist Spam schon in der Betaphase eine zentrale Erscheinung in der Mitte des Dienstes. Wer es nicht glaubt, gebe in der Personensuche einen beliebigen Vornamen ein und schaue sich einmal an, wie groß der Prozentsatz lichtscheuen Gesindels ist, das dabei hervorgespült wird. Dieses Pack sieht in Google Plus nur ein mögliches Plus für das Bankkonto, um Kommunikation geht es dabei nicht.

Sollte die Tendenz dahin gehen, dass sich dieses spammige Geschmeiß mehr auf Google Plus konzentriert (allein schon wegen des Effektes auf Google-Suchergebnisse), wäre das für Twitter und das dortige Miteinander sogar ein riesengroßer Gewinn. Sollen sich die Spammer doch gegenseitig zuspammen. 😉

Google Plus? Das braucht kein Mensch. (Zumindest nicht, wenn er weiß, wo man an ein richtiges Blog kommt und wie man dieses Blog angemessen an Twitter anbindet.)

¹Hey, Twitter-Entwickler! Habt ihr euer »neues Twitter« mal auf einem Rechner ausprobiert, der auch nur fünf Jahre alt ist?! Nicht nur, dass die Benutzerführung übel ist, nein, diese »Anwendung im Browser« frisst erheblich Ressourcen und kann unfassbar träge werden. Manche Menschen – ich gehöre auch dazu – finden, dass Computer viel zu schade zum Wegwerfen sind, die Müllberge sind ja wahrlich hoch genug. Diese Menschen schließst du gerade aus. Ein deutlicher Hinweis auf die immer noch verfügbare Mobil-Version könnte viel Verärgerung über diese Entscheidung abfangen.

Veröffentlicht unter Allgemeines | Verschlagwortet mit , , | Schreibe einen Kommentar

Sie reden vom Netz wie Blinde vom Licht

Scheibe einschlagen! Internet abschalten!Dem einen oder anderen ist es schon aufgefallen, dass ich vor einigen Stunden ein weiteres Blog angelegt habe: Den Alarmknopf mit dem Motto »Sie reden vom Netz wie Blinde vom Licht«.

Die Idee ist mir gekommen, als ich langsam durch die Straßen Hannovers ging und mich an die vielen Aussprüche von Politikern zum Thema Internet erinnerte – beginnend mit der unsäglichen Kampagne einer Ursula von der Leyen. Mir fiel auf, wie vieles von diesem vergangenen Bullshit ich im Strom des immer wieder neuen Bullshits schon vergessen hatte, und so kam mir ein Bedürfnis nach Archivierung auf.

Mein erster Gedanke war ein eher persönliches Archiv. Es musste ja gar nicht im Internet verfügbar sein. Allerdings macht es mein… ähm… unsteter Lebenswandel praktisch, eine solche Sammlung im Internet anzulegen, und so dachte ich mir, dass ich vielleicht eine versteckte Site auf Grundlage von QdbS anlege, um die Zitate zu sammeln. Leider ist QdbS nicht wirklich für eine solche Anwendung geeignet, weil sich die Konzepte am Workflow »Nutzer erfassen Zitate, Admins schalten frei oder verwerfen« orientieren. Ich kenne meine eigene Faulheit gut, und ich weiß, dass ich immer wieder das für eine rein persönliche Anwendung so sinnlose Freischalten vergessen würde.

Schnell etwas selbst programmieren… ach! Wäre die verfügbare Zeit und Kraft doch nur unbegrenzt! Ich habe im Moment wirklich Projektbaustellen genug.

Und so wurde es doch wieder ein Blog, und dieses ist öffentlich zugänglich. So habe ich auch die Auszeichnungsmöglichkeiten über Kategorie und Schlagwort zur Verfügung, und vielleicht erlebe ich auch noch einmal die Zeit, in der die WordPress-Suche weniger saugt oder gar nützlich zum Auffinden von Inhalten wird.

Tja, vor einigen Jahren habe ich mein zweites Blog mit den Worten »Der Trend geht zum Zweitblog« eröffnet… 😉

Der Versuchung, ein paar alte Zitate hinzuzufügen, habe ich trotz einer gewissen Auswahl widerstanden. Die alberne Haltung einiger Blogger, auch in der Anfangszeit den Eindruck einer schon längeren Existenz durch Einfügen rückdatierter Einträge zu vermitteln, will ich gar nicht erst übernehmen. Es soll ruhig jeder sehen, wie frisch es ist. Der Anfang des Alarmknopfes ist Hans-Peter Uhl mit seinem »die Tat wurde im Internet geboren«.

Wer wissen will, worin meine persönliche, unheilbare Politikerverdrossenheit wurzelt, findet hier ein paar ältere Zitate, die ich leider ohne Angabe der Quellen gesammelt habe. Beim Alarmknopf werde ich immer die Quellen angeben, und ich werde sie, wenn es Internet-Quellen sind, in der Regel über WebCite archivieren, da in den Websites der Zeitungen und des quasistaatlichen Fernsehens immer wieder Inhalte verschwinden.

Ob das ein »erfolgreiches« Projekt wird? Das ist mir egal geworden. Ich lege die Sammlung für mich selbst an. Auf Besucherzahlen bin ich nicht angewiesen, denn ich will nicht davon leben.

Etwas anderes: Ich würde mich freuen, wenn ganz allgemein für die Quellenangaben gewisser Politiker-Zitate nicht mehr ein Medienapparat mit Links aufgewertet würde, der sich viel zu gern als große Echokammer des Bullshits zur Verfügung stellt. Solche Links sind nur ein Signal an den medialen Apparat, genau so weiterzumachen. Im Ergebnis bekommt auch in Zukunft hanebüchener, empörender Bullshit eine breite und breit wirksame mediale Bühne. Das kann niemand wollen.

Jeder den Bullshit dokumentierende Link, der nicht zu den Online-Präsenzen von Spiegel, Focus, FAZ, diversen Zeitungen, ARD, ZDF oder gar zur Springerpresse geht, ist ein kleines Zeichen gegen die hyperventilierende, kompetenzfreie, nur auf Medienwirkung bedachte Politik, die sich mit Lügen und Polemik über alle Kanäle der Contentindustrie zu ergießen scheint. Man muss ja nicht gleich zum Alarmknopf verlinken – obwohl mir das natürlich schmeicheln würde – aber es steht jedem frei, in Fällen vorsätzlicher Denkverweigerung in der politischen Rede eine Archivversion bei WebCite zu verlinken, wie ich das auch fast immer tun werde. Das Ranking dieser ganzen Schmierblätter ist hoch genug, niemand mit es mit weiteren Links füttern.

Veröffentlicht unter Bloggen | Verschlagwortet mit , | Schreibe einen Kommentar

Alle MAME-Artworks downloaden

Ich weiß ja nicht, wie es anderen geht, aber ich finde es gut, wenn mir der Computer die leidigen Arbeiten abnimmt und ich mich auf die wichtigeren Aufgaben konzentrieren kann.

Es ist ja schön, dass man so viel Artwork für MAME frei herunterladen kann, aber für jede einzelne Datei auf einen Link klicken, dann im Speichern-Dialog ein zweites Mal klicken… das wäre mir entschieden zu lästig, wenn ich von 812 zum Download angebotenen Dateien so viele haben möchte, dass es sich auch lohnt, alle herunterzuladen. Und für letzteres gibt es ja Download-Manager (ich verwende natürlich wget an der Kommandozeile, aber es gibt eine Lösung für jeden Geschmack und jedes Betriebssystem).

Da fehlt nur noch eine Liste aller Links. Deshalb habe ich mal mit dem unentbehrlichen Hilfsmittel lynx und einer kleinen Pipe mit einigen greps eine derartige Liste erstellt – alle vom Server mrdo.mameworld.net. Und weil ich genau weiß, dass nicht jeder solche Hilfsmittel zur Verfügung hat oder den Umgang mit ihnen lernen will, nur um ein paar Spiele etwas stilechter spielen zu können, stelle ich an dieser meine Liste mit den URLs (mit Stand vom 29. Juli 2011) zum freien Download zur Verfügung.

Download-Link: URL-Liste der MAME-Artworks.

Um die Liste mit den Links zu speichern, einfach im Kontextmenü den Punkt »Ziel speichern unter« auswählen. Viel Spaß! 😉

Und weil ich gerade dabei war, habe ich mein kleines Program MAMEhist in einer neuen Version veröffentlicht, die an die gegenwärtigen Standardpfade in Debian und Ubuntu GNU/Linux angepasst ist. Einfach die history.dat in das MAME-Verzeichnis legen, das Programm installieren und schon steht ein Kommando zum Lesen dieser umfangreichen Textsammlung zur Verfügung.

Veröffentlicht unter Download | Verschlagwortet mit , , , | Schreibe einen Kommentar