Chaos Computer Club!

Sehr wichtiger Nachtrag vom 16. Juni

Der folgende Rant bezieht sich auf eine Facebook-Seite, die nicht vom Chaos Computer Club betrieben wird. Es gibt keine Facebook-Seite des CCC. Jede Facebook-Seite, die behauptet vom CCC zu stammen, ist eine Fälschung. Da ich es – auch wegen des täuschend »guten« Facebook-Auftrittes irgendwelcher Gestalten, die sich zum Einsammeln von Followern einfach CCC nennen – unterlassen habe, einfach mal beim CCC anzufragen und meinem pawlowschen Facebook-Speichelfluss freien Lauf gelassen habe, ist ein Rant entstanden, der die Falschen trifft. Näheres bitte den Kommentaren zu diesem Text entnehmen.

Mein ursprünglicher Text bleibt hier – um den Kontext nicht zu zerstören – zu Archivzwecken und zu meiner Schande unverändert stehen:

Nicht, dass ich euch als Nicht-Mitglied belästigen möchte, aber eines muss ich doch festhalten. Während ich durch die Welt ziehe und jedem Menschen irgendwann einmal sage, wie überwältigend wichtig ein Mindestmaß an digitaler Autonomie – als das Gegenteil von social media, cloud und anderen Vermarktungen und Enteignungen – in der gegenwärtigen Zeit ist, setzt ihr euch hin und macht das hier¹:

Screenshot des Facebook-Profiles des Chaos Computer Clubs

33.815 Leuten gefällt das.

Mir gefällt das nicht.

Und euch beim CCC sollte es eigentlich auch nicht gefallen, einen Beitrag dazu zu leisten, dass Facebook seine meiner Meinung nach entbehrliche Website durch eure freiwillige, unbezahlte und aktive Mitwirkung noch ein bisschen attraktiver hat. Ja, dieses Facebook, das ein Spammer ist, der übrigens auch klandestin über die Wischofon-App eingesammelte Mailadressen mit Spam zuscheißt. Dieses Facebook, das Spammethoden auch intern anwendet und Vorschläge in fremden Namen ausspricht (siehe auch hier oder hier). Dieses Facebook, das nicht nur technokratisch durchgesetzte Regeln gegen allzu freies Kommentieren hat, sondern auch nicht vor offener politischer Zensur zurückschreckt (siehe auch hier oder etwas fragwürdiger hier). Dieses Facebook, das keine Hemmungen hat, seine Nutzer dazu aufzufordern, das gesamte Web mit dem so genannten »Like-Button« in eine Tracking-Engine für die Datensammlung eines börsennotierten Unternehmens ohne seriöses Geschäftsmodell umzuwandeln² und früher, bis das mal aufgeflogen ist, durch spezielle Programmierung dafür Sorge trug, dass das Tracking auch bei scheinbar »ausgeloggten« Nutzern möglich blieb – von den Implikationen in Form des patriot act und der klandestinen Weltüberwachungsambitionen der Vereinigten Staaten eines Teils von Nordamerika will ich bei dieser Idee gar nicht erst reden. Dieses Facebook, das Wischofone weitgehend verwanzt und mit den so eingesammelten Überwachungsdaten ein Businessmodell durch Profilbildung anhand der installierten Apps errichten will. Dieses Facebook, das – wenn es sich schon auf dem Handy austoben kann – auch gleich die dort gespeicherten persönlichen Adressbücher des Nutzers manipulieren wollte und hinterher von einem bedauerlichen Fehler sprach, ganz so, als ob Programmcode zum Bearbeiten der Adressbuch-Datenbank sich neuerdings von alleine schriebe. Dieses Facebook, das seine Datensammlung so vermarkten will, dass Werber daran ihre Mailadressen und Telefonnummern abgleichen können. Dieses Facebook, das sich auf dem Standpunkt stellt, dass es eine Verschwendung von Steuergeldern ist, Datenschutz durch anonyme oder pseudonyme Nutzungsmöglichkeiten einzufordern und folgerichtig »Freunde« seiner Nutzer kurzerhand als kostenlose und diensteifrige Klarnamens-Blockwarte einspannt. Dieses Facebook, das die eingesammelten Daten mal eben durch irgendwelche externen Unternehmen auswerten lässt. Dieses Facebook, das eingesammelte Daten als sein »Geistiges Eigentum« betrachtet und das seinen »Datenschutz« so gestaltet, dass der Verbraucherzentrale Bundesverband ausdrücklich von einer Nutzung abrät, was ich angesichts der stetigen Verschlimmerung der Zustände für einen weisen Rat halte³…

Nun, ihr beim CCC scheint diesen Rat für nicht ganz so weise zu halten. Ihr seid halt ein deutscher Verein; ihr kommt aus dem Land, in dem Google Fassaden verpixeln muss, wärend Facebook – natürlich ohne dass Nutzer so etwas erst umständlich freischalten müssen, denn man ist ja bequem – biometrische Datenbanken zur Gesichtserkennung aufbaut (sicherlich auch zugunsten der Horch- und Morddienste der USA).

Dass ihr ganz offiziell bei Facebook – von mir meist »liebevoll« als »Fratzenbuch« bezeichnet – seid, ist das genaue Gegenteil aller Dinge, für die ihr sonst lobenswerterweise einsteht. Ihr seht in dieser realsatirisch wertvollen Geste so aus wie ein Tierschützer, der im Pelzmantel für den Tierschutz demonstriert.

Was meint ihr, wie ich euer Facebook-Profil gefunden habe?

Nein, ich bin nicht selbst auf die Idee gekommen, danach zu suchen, weil ich die Vorstellung für absurd gehalten hätte. Ich habe es gefunden, als ich heute morgen einer Zeitgenossin – nennen wir sie mal Birgit – ein paar Kleinigkeiten erklärt habe, damit sie auf diesem Überwachungsplaneten ein bisschen zum Schutz ihrer Privatsphäre tun kann. Ich habe ihr gezeigt, wie man E-Mail verschlüsselt, wie man Tor benutzt, wie man Jabber mit OTR benutzt, welche Browsereinstellungen – zum Beispiel das Ablehnen von Drittanbieter-Cookies – empfehlenswert sind und wie man essentielle Plugins wie »NoScript« im Browser installiert. Und ich habe ihr auch empfohlen, ihren Account bei Facebook stillzulegen, den wertvolleren Kontakten eine E-Mail-Adresse zuzustecken oder sie in ein anderes Netzwerk zu »locken«. Birgit sagte dazu allerdings nur: »Wieso denn das, der CCC ist doch auch bei Facebook«.

Birgit war nämlich eine von den 33.815 Leuten, denen das gefiel.

Deshalb habe ich euch gesucht. Ich habe das für einen Witz gehalten. Und. Ich musste feststellen, dass es kein Witz war.

Und nicht nur das: Der Facebook-Account ist kein Platzhalter, sondern gut gepflegt. Die letzte öffentliche Meldung ist von vorgestern. Das Dingens wird nicht nur »so nebenbei« betrieben. Es sieht ganz anders aus als eure »CCC Updates« [sic! Mit Deppen Leer Zeichen…] im dezentralen Diaspora-Netzwerk, wo die letzte Meldung vom 5. März ist.

Man könnte beinahe denken, dass ihr beim CCC Dezentralität für eine schlechte Sache haltet, zentral organisierte Datenstaubsauger der Marke »Facebook« aber gern mit euren Daten füttert.

Ob dieser sich – vermutlich nicht nur mir – bei bloßer Betrachtung eures Tuns aufdrängelnde Gedanke wohl kompatibel zu irgendeinem Ziel des CCC ist?

Wenn ihr beim CCC meint, dass er das ist, dann macht einfach so weiter!

Und ansonsten: Seht zu, dass ihr vom Fratzenb von Facebook wegkommt! Es ist nicht gut, dort zu sein. Und es ist gut, nicht mehr dort zu sein.

Fußnoten

¹Als Screenshot belegt, weil ich vermeiden will, diese Website zu verlinken.

²Der so genannte »Like-Button« ist nicht nur eine Tracking-Wanze für große Teile des Web, sondern in meinen Augen auch ein Hilfsmittel für Menschen, die zu doof geworden sind, die in der Adressleiste angezeigte URI über die Zwischenablage in eine TEXTAREA zu kopieren. Er ist ein Hilfsmittel zur Ausbreitung des Computer-Analphabetismus, um auf Grundlage dieser künstlich geschaffenen Beeinträchtigung fragwürdige Businessmodelle vorantreiben zu können.

³Die Texte sind alt. Der Zustand nicht.

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Das so genannte »Recht auf Vergessen«

Wer den Hintergrund nicht versteht, lese bitte erstmal bei Heise Online weiter und folge im Zweifelsfall den dort gesetzten Links!

Das folgende, recht einfache Python3-Skript erzeugt eine Liste aller URLs, die in den ersten 500 Suchergebnissen bei google (punkt) com gefunden werden, hingegen nicht in den ersten 500 Suchergebnissen bei google (punkt) de erscheinen:

#!/usr/bin/env python3

RESULTS = 500

import sys
import urllib.parse
import urllib.request
import html.parser


class LinkExtractor(html.parser.HTMLParser):
    def __init__(self, htmldoc):
        super().__init__()
        self.links = []
        self.feed(htmldoc)

    def handle_starttag(self, tag, attrs):
        if tag == 'a':
            for attr, content in attrs:
                if attr == 'href':
                    self.links.append(content)


class BaseSearchResult(object):
    def __init__(self, search_term):
        super().__init__()
        self.result_links = []
        for uri in self.perform_search(search_term):
            if self.filter_link(uri) and uri not in self.result_links:
                self.result_links.append(uri)
        self.result_links = self.postprocess_links(self.result_links)
        self.result_links.sort()

    def filter_link(self, uri):
        return True
    
    def perform_search(self, search_term):
        raise NotImplemented()

    def postprocess_links(self, linklist):
        return linklist
    
    def get_links_from_uri(self, uri):
        req = urllib.request.Request(uri)
        req.add_header('User-agent', 'Mozilla/5.0')
        httpdocument = urllib.request.urlopen(req)
        link_extractor = LinkExtractor(httpdocument.read().decode('utf-8'))
        return link_extractor.links


class GoogleCommon(BaseSearchResult):
    def common_search_part(self, domain, search_term):
        params = urllib.parse.urlencode({'q': search_term, 'num': RESULTS})
        uri = 'http://{}/search?{}'.format(domain, params)
        return self.get_links_from_uri(uri)
    
    def postprocess_links(self, linklist):
        newlist = []
        for link in linklist:
            parse_res = urllib.parse.urlparse(link)
            params = urllib.parse.parse_qs(parse_res.query)
            # That funny // is a dirty hack to get only full URIs.
            # Skripting google is really a pain in the ass.
            if 'q' in params and '//' in params['q'][0]:
                newlist.append(params['q'][0])
        return newlist
    

class GoogleDe(GoogleCommon):
    def perform_search(self, search_term):
        return self.common_search_part('www.google.de', search_term)

    def filter_link(self, uri):
        return ('google.de' not in uri and
                'google.com' not in uri and
                'googleusercontent' not in uri and
                not uri.startswith('/search'))


class GoogleCom(GoogleCommon):
    def perform_search(self, search_term):
        return self.common_search_part('www.google.com', search_term)

    def filter_link(self, uri):
        return ('google.com' not in uri and
                'googleusercontent' not in uri and
                not uri.startswith('/search'))


def not_found_in_google_de(term, engines=(GoogleCom, )):
    not_found = []
    google_de = GoogleDe(term)
    for engine in engines:
        other_engine = engine(term)
        for uri in other_engine.result_links:
            if uri not in google_de.result_links and uri not in not_found:
                not_found.append(uri)
    not_found.sort()
    return not_found


def main():
    search = '+'.join([urllib.parse.quote(i.lower()) for i in sys.argv[1:]])
    for i in not_found_in_google_de(search):
        print(i)


if __name__ == '__main__':
    main()

Einige (mindestens zwölftausend) Leute werden leider in den nächsten Monaten auf die harte Art lernen müssen, was der Unterschied zwischen dem Verstecken eines Verweises auf einer außerordentlich beliebten Website und dem Entfernen von Inhalten aus dem Internet ist – denn vergleichbare Hilfsmittel wie dieses (übrigens leicht durch Hinzufügen weiterer Suchmaschinen ausbaufähige und von mir eher nebenbei gehackte) Skriptchen wird in Kürze jeder Qualitätsjornalist mit menschenverachtendem Boulevard-Hintergrund, jeder Personalchef und jedes andere Arschloch von Mitmensch haben und bei sich bietenden Anlässen eifrig benutzen – und sich dabei völlig im Klaren darüber sein, welche Bewandtnis es mit Inhalten hat, die im Rechtsraum der EU von der Google-Suchmaschine versteckt werden. Vielleicht sogar als bequemes Browser-Addon mit wesentlich verbesserter Aufbereitung des Vergleiches. Und natürlich werden auch politisch engagierte Menschen derartige Hilfsmittel benutzen, denn es ist davon auszugehen, dass es gerade die Gestalten aus der classe politique sind, denen es missfällt, dass ihre vergangenen Taten und Äußerungen mit Leichtigkeit aufgefunden werden können – zum Beispiel solche Gestalten wie Frau Dr. Annette Schavan, die jetzt gut von Außenministeriums Gnaden unter Angela Merkels Weisung als Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland bei den größeren Lügnern im Vatikanstaat alimentiert ist. Ach, wenn diese Hölle, mit der die Herrschenden und ihre gottlosen Komplizen in der Kirche jahrhunderlang die Menschen eingeschüchtert haben, doch nur brennte!

Auch, wenn es den Gartenzwerg-Privatsphäre-Gläubigen mit ihrem stammtischdeutschen Stolz auf das »Fassadenverpixelungsrecht« bei Google Street View nicht gefällt: Die Zensur durch einfaches Unsichtbar-Machen auf bestimmten Web-Plattformen ist wirkungslos. Selbst, wenn etwas auf Google unsichtbar gemacht wird. Nein, sie ist nicht nur ein bisschen wirkungslos, sondern völlig wirkungslos. Egal, ob es sich um Zensursulas Stoppschilder oder um die europagerichtshöfige Idiotie einer Linkentfernung ohne die Entfernung der Inhalte handelt. Gar nicht so wirkungslos ist allerdings, dass jetzt eine Art Zensurrecht für beleidigte Leberwürste und für Zeitgenossen, die etwas an der Sichtbarkeit ihrer Vergangenheit ändern wollen, eingeführt wurde – denn dieses Zensurrecht, das ist gewiss, es wird in den kommenden Jahren bis zu chinesischen Verhältnissen ausgebaut werden. Zum Schaden aller Menschen, die das Internet nutzen wollen, um zu recherchieren und informierte Entscheidungen auf der Grundlage von Fakten zu treffen. Wahlentscheidungen zum Beispiel. Oder auch Kaufentscheidungen. Oder die zuweilen sehr wichtige Entscheidung, bei welchem Arzt sie mit welcher Methodik ihre Krankheiten behandeln lassen wollen – denn den ganzen Quacksalbern kann es gar nicht recht sein, dass es frei verfügbare Informationen zu ihren Machenschaften gibt.

Katzenbilder und lustige Videos sind nur ein sehr dürftiger Ersatz für das eigentliche Potenzial des Internet.

Ach ja, hier ist das Skriptchen zum freien Download, lizenziert unter den Bedingungen der Piratenlizenz. Share and enjoy, but don’t sue me! Meinen Rant zur Heisemeldung gibt es bei Schwerdtfegr (beta)

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Windows XP: Alles nicht so schlimm…

Nach den ganzen Schreckensmeldungen, wie viele von Microsoft nicht mehr mit Updates versorgte Windows-XP-Installationen in Zukunft das Internet unsicher machen, hier eine kleine Beruhigung aus meinen Statistiken.

Windows XP hat exakt den gleichen Marktanteil wie Mac OS. Und nicht nur das: Linux hat einen höheren Marktanteil als Windows XP und als Mac OS.

Windows XP: 12,8%, Mac OS: 12,8%

Was gibt diese Statistik an? Sie gibt an, mit welchen Betriebssystemen – ermittelt aus dem jeweiligen User-Agent des verwendeten Browsers – die Leser des Blogs Unser täglich Spam auf einen Link geklickt haben, der im Zitat einer Spam gesetzt war. Ich setze dabei immer einen Link auf eine spezielle Platzhalterseite mit einem Warntext.

Angesichts der weniger erfreulichen wirklichen Marktanteile kann man hieraus also lesen: Je nutzer Mac OS und Linux, desto klicker die Spam¹. 😀

Verglichen damit sind sogar Windows-XP-Anwender vorsichtig.

Und das, ja, das ist auch wirklich angemessen… 😉

Weitere statistische Hinweise für Interessierte zu derartigen Links im Spamblog: Es gab einen Zugriff mit einem BSD-Derivat, und es gab einen Zugriff mit OS/2. Im Durchschnitt wird zurzeit jeden Tag 14 mal auf einen Link in einer zitierten Spam geklickt. Momentan kommen übrigens beinahe 20 Prozent dieser Klicks vom inzwischen recht alten Text »Zuhause Geld verdienen! 500€ pro Tag!«, der offenbar die Lesekompetenz einiger Leute überfordert. Schließlich kann man bei dem Titelbild, unter dem der Text steht und bei allen Anmerkungen zum Text doch gar nicht vermuten, dass dort eine Spam zitiert wird… :mrgreen:

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Firefox-29-Entwickler!

Nur eine einzige Frage habe ich an euch Entwickler wegen eurer Australis-Oberfläche, die mir mit dem Update heute vorbeigeflogen kam: Glaubt ihr wirklich, dass ich zu blöd bin, mir einen Chromium¹ zu installieren, wenn ich eine trivialisierende Benutzerschnittstelle nach dem Vorbild des Google-Browsers haben möchte? Oder was meint ihr, warum ich stattdessen – trotz frei und kostenlos verfügbarer Alternativen – lieber den Firefox benutze? Könnt ihr euch auch nur einen Grund dafür vorstellen?

Für eure GUI-gewordenen Australis-Beglückungsideen nach dem Vorbild von Telefon- und Pad-Benutzerschnittstellen kann ich euch nur einen kleinen Wink geben: Wenn jemand anfängt, ungefragt an mir rumzukratzen, weil er glaubt, ganz genau zu wissen, wo es mich juckt, kann er eventuell unfreundliche bis sozial nicht mehr akzeptable Reaktionen von mir bekommen. Ich glaube, bei anderen Menschen sieht das nicht anders aus. Der einzige Trost ist, dass ihr nur Browser gestaltet und keine Wohnungen.

Gut, dass es ein Addon Classic Theme Restorer gibt, das sogar zusätzliche Einstellmöglichkeiten eröffnet! 🙂

¹Chromium ist wahrlich kein schlechter Browser, aber mit seiner Benutzerführung für mich völlig ungeeignet. Und bevor ich versuche, Chromium mit diversen Chrome-Addons aufzubessern und für mich nützlicher zu machen, nehme ich für meinen Alltag eben gleich den besser geeigneten Browser. Denn die ganze Technik ist dazu da, mir zu dienen, und nicht umgekehrt.

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Herr Mathias Döpfner!

Herr Mathias Döpfner,

der sie ihre Propaganda in die Frankfurter Allgemeine Zeitung stempeln lassen.

Ich erhebe hier nicht mein marginalisiertes, flüchtiges und politisch wirkungsloses Internetstimmchen, um ihren in FAZ-Druckerschwärze erstarrten und vor Selbstgerechtigkeit, Unrichtigkeit und Lügen triefenden Text vollständig richtigzustellen, denn so viel Mühe sind sie mir nicht wert.

Vielmehr weise ich nur auf eines hin, damit es niemals vergessen werde:

Sie waren es, dessen bezahlte Schergen in den Dunkelkammern des Reichstages – flankiert von extrem einseitiger und geradezu volksverdummender Berichterstattung in den Medien des Springerverlages – dafür gesorgt haben, dass das so genannte »Leistungsschutzrecht für Presseverleger« in der Bundesrepublik Deutschland zum geltenden Recht wurde und bis heute ist.

Sie, der sie sagen, dass Google eine Bedrohung für das Internet ist, haben damit im Rechtsraum der Bundesrepublik Deutschland diverse Web-Projekte erwürgt, darunter kleine und bedeutungslose gleichwie große.

Eines davon war mein Bloggendes Hannover, ein Aggregator mit den Texten hannöverscher Blogger. Es war eine Website, die keine Werbeeinnahmen generieren sollte, sondern die Absicht hatte, Menschen zusammenzubringen. (Es war nicht mein einziges kleines Projekt, das ich aus diesem Grund einstellte, aber es war jenes, das als Aggregator – diese Gattung Software wird im Gesetz explizit genannt – zu einem wirklich untragbaren Risiko wurde. Ein einziges Pressezitat eines hannöverschen Bloggers, das vor Gericht vielleicht noch als zulässiges Zitat »durchgegangen« wäre, hätte auf meiner Site die Formulierungen zuschnappen lassen.)

Das ist ihre Tat. Das ist ihr Werk. Das ist ihr Mord an der menschlichen Kommunikation. Sie zerstörten und zerstören mit ihrer Propaganda, ihren Lügen und ihrem politischen Einfluss das Internet als einen Raum, der Menschen zusammenbringen kann. Sie tun dies aus niederträchtiger Habgier. Für was ich sie halte, kann ich hier leider nicht so offen schreiben, wie ich gern würde, weil es in der Bundesrepublik Deutschland leider einen vollumfänglichen Rechtsschutz für beleidigte Leberwürste gibt.

Sie, Herr Döpfner, sind ein professioneller Zerstörer des Internet. Sie, Herr Döpfner, sind an Intelligenz- und Menschenverachtung nicht mehr zu überbieten. Sie, Herr Döpfner, sind jemand, der es mit seinem dickfelligen und repetitiven Propaganda-Ton auch unter Josef Stalin, Adolf Hitler oder Muammar Gaddafi zu Ansehen, Karriere, poltischen Einfluss, Auszeichnungen und Ruhm gebracht hätte, und vor dessen tiefer Kälte jedes fühlende Wesen erschaudert wäre. Sie, Herr Döpfner, sind nicht nur ein Feind des Internet, sie sind ein Menschenfeind. Und zwar mit ihrer ganzen verlogenen Person.

Ich wünsche ihnen auch weiterhin drastisch nachlassende Werbeeinnahmen dafür, dass sie auf die Website ihrer bluttriefenden »Bildzeitung« Fotos und Videos mit der Angabe »Quelle: Internet« stellen und mit zwei Megabyte Tracking- und Reklameschrott garnieren – um sich dann als »Größter unter den Kleinen« und ehrenhafter Schützer der Privatsphäre von Menschen hinzustellen. Das ist genau die richtige Grundlage, um sich über die »Kostenlosmentalität« Googles und des ganzen Internet zu beklagen. Sie sind widerlich und ekelerregend.

Ich wünsche ihnen von ganzem Herzen den Konkurs des Verlages, der sie für ihre selbstgerechte Lügenpropaganda bezahlt und dass sie gesellschaftliche Zustände erleben, in denen sie sich für das von ihnen angerichtete Zerstörungswerk persönlich verantworten müssen.

Mit Gruß, aber ohne jede Freundlichkeit
Elias Schwerdtfeger

Nachtrag-Link, 18:00 Uhr: Indiskretion Ehrensache – Lieber Mathias Döpfner (oder: Warum wir den Axel Springer Verlag fürchten müssen)

Nachtrag-Link Zwei, 22:15 Uhr: Zerschlagt Google

Um das im Reiche des »Geistigen Eigentums« explizit klarzustellen: Dieser Text ist unter den Bedingungen der Piratenlizenz lizenziert. Viel Spaß mit der Kostenlosmentalität.

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