Ich habe heute eine E-Mail beantwortet, und diese Antwort veröffentliche ich hier, damit ich nicht noch mehr derartige Mails von Journalistys auf der Contentpirsch beantworten muss – oder wenigstens in Zukunft in etwas erfreulicherer Weise angeschrieben werde. Hinweis für Allergiker: Meine Antwort kann Spuren von Galle enthalten.
Natürlich habe ich die Namen der Empfänger anonymisiert.
Ein fröhliches Hallo, Frau B.,
ein fröhliches Hallo, Frau S.,Am 29.08.25 um 14:35 schrieb B.:
Guten Tag,
meine Kollegin S. und ich recherchieren aktuell für einen 45-minütigen Film im Auftrag des NDR über die Verdrängung von Mietern durch Kurzzeitvermietungen (z. B. über Airbnb).
ich begrüße es ja, dass sie nach so vielen Jahren endlich einmal bemerken, wie Mietwohnungen in äußerst lukrative »wilde Hotelzimmer« umgewandelt werden, während unter den Brücken der Stadt an einigen Orten kaum noch Platz ist.
Leider arbeiten sie als quasi-besoldete »Journalismusbeamte« des kernkorrupten Parteienstaatsfunks der Bundesrepublik Deutschland auf der Seite der Unmenschen, Feinde, Vampire, Ausbeuter, Armenhasser, Lohndrücker, Kriegsbejubler, Menschenverschleißer, Geldanbeter, Lügner und gewerbsmäßigen Korruptionsüberseher. Von daher wirkt ihr plötzliches Interesse an den von ihnen am Schreibtisch mit hervorgebrachten kalten und unmenschlichen Zuständen auf mich nicht nur völlig unglaubwürdig, sondern auch wie ein deutlich zu großes Päckchen Verachtung mit Rotz.
Dabei liegt unser Fokus vor allem auf dem Stadtteil Hannover-Linden-Süd. Bei der Suche nach Ansprechpartnern bin ich auf Ihre Website tamagothi.de <https://www.tamagothi.de/?utm_source=chatgpt.com> [sic!] gestoßen.
Dass sie »recherchieren« und es ihnen dabei zwar gelingt, meine Mailadresse im Impressum meiner Website zu finden, es aber nicht einmal schaffen, den sowohl in großen Buchstaben im Titel der Website als auch noch einmal im Impressum genannten Namen zu erblicken und mich wie die Spam eines Trickbetrügers zum unpersönlichsten »Guten Tag« machen, zeigt durch bloßes Hinschauen die »Tiefe«, »Gründlichkeit« und »Ernsthaftigkeit« ihrer so genannten »Recherche« überdeutlich – zusammen mit der Tatsache, wie weit sie sich schon von der Lebenswirklichkeit der Menschen, deren Anliegen sie in ihrer Journalismusaufführung zu vertreten vorgeben, entfernt haben.
Dass der auf dem von mir benutzten Mailserver laufende Spamfilter ihren äußerst unpersönlichen und aufdringlich chemiesüß nach industriell hergestelltem Massenprodukt schmeckenden Kommunikationsversuch automatisch als Spam erkannt und aussortiert hat, passt dazu wie die Sitzbrille auf die Porzellanschüssel. Im Sieb des Spamfilters ist so zusammengewachsen, was zusammengehört: Journalismusspam für das mit Psychogeklimper musikunterlegte, in zurechtgeschnittenen »Interviews mit Betroffenen« schnell zum intellektuellen Ablasszettel für bescheidene Geister aufgekochte Gefühl, dümpelnd auf der industriell hergestellten Irrelevanz alles Berichteten im reißenden Strom der immer neuen Nachrichten – und der richtige, zum Glück für uns alle bereits heute schon illegale Betrug.
Zu meinem gewonnenen Eindruck fügt sich völlig nahtlos, dass die angegebene URL meiner Website einen Trackingparameter des angelernten neuronalen Netzwerkes mit dem Markennamen »ChatGPT« enthält – von Journalisten, Politikern und sonstigen digitalen Analphabeten wird es durchgehend mit dem Reklamewort »künstliche Intelligenz« bezeichnet, damit wir auch weniger Deutsch und mehr Reklame sprechen. Es zeigt mir nicht nur gleichermaßen grell wie lichtvoll, was sie wohl unter »Recherche« verstehen werden, sondern auch, dass sie diese Mail, statt sie zu lesen, wohl ebenfalls von einem angelernten neuronalen Netzwerk auf das »zusammenfassen« werden lassen, was für ihre Tätig- und Tätlichkeit »wichtig« ist, ohne dass auf ihrer Seite begrüßenswerte Einsichts- und Erkenntnisprozesse angestoßen werden könnten. Hach! So viel mehr Produktivität! Ich weiß also, dass ich für die Tonne schreibe. Weil es ihnen niemals um Menschen als verletzliche und zerbrechliche Individuen geht. Wegen genau dieser pseudoobjektiven Haltung von Journalistys¹ im öffentlich-rechtlichen und im contentidustriellen Betrieb haben wir hier in der Bundesrepublik Deutschland auch genau die Zustände, die wir haben und die seit rd. einem Vierteljahrhundert immer noch ein bisschen unerträglicher werden, während uns allen die Tagesschauredaktion des Norddeutschen Rundfunks in liturgiehaften Phrasen und feinstem orwellschen Neusprech von den Abenteuern des DAX erzählt, und natürlich vom nächsten Krieg, wohl weil aller guten Dinge drei sind. Schulden sind jetzt übrigens Sondervermögen, aber den Sozialstaat können »wir« uns nicht mehr leisten. Verarmte Menschen müssen bekämpft werden, dann verschwindet ja auch die Armut. Für jene unserer gemeinsamen Zeitgenossen, die so etwas öffentlich anmerken, hat ihr Berufsstand übrigens auch eine Reihe schöner, schimpflicher Bezeichnungen im diffusen, aber emotional wirksamen Bedeutungskreis »dummer Nazi«, während ein waschechter Menschenwürdeverneiner wie Herr Carsten Linnemann von der CDU Datenbanken über psychisch erkrankte Menschen anlegen will, um sie besser mit Staatsgewalt behandeln zu können und ein Innenminister Alexander Dobrindt von der aus unerklärlichen Gründen von ihresgleichen niemals als »umstritten« und »rechtspopulistisch« bezeichneten CSU sich so weit übers Gesetz stellt, dass er Gerichtsurteile einfach ignoriert, wenn sie seinen offen grundgesetzwidrigen Menschenbehandlungsideen im Wege stehen.
Daher meine Frage: Stehen Sie eventuell in Kontakt mit Menschen, die von dieser Form der Verdrängung betroffen sind, also Anwohnern, die ihre Wohnung verlieren oder verdrängt werden und die bereit wären, mit uns zunächst informell darüber zu sprechen (ohne Kamera)?
Ich werde alles tun, um fühlende und denkende Menschen, an denen mir wirklich etwas liegt, vor ihrer Verwurstung zum Content journalistischer Machenschaften zu bewahren. Egal, ob Bildzeitung oder Parteienstaatsfunk. Ich mag nämlich Menschen. Und glauben sie mir, die haben alle schon genug zu tragen, die müssen nicht noch ein weiteres Mal misshandelt und marginalisiert werden! Aber…
Meine Kollegin S. wird am Montag, den 01.09., in Hannover sein und würde sich sehr freuen, sich mit Ihnen zu treffen.
…sie können es natürlich gern mal versuchen, am verregnet-spätsommerlichen Montagabend an Ihme und Leine langzugehen und sich mal mit den vielen Menschen zu unterhalten, die dort unter den Brücken Zuflucht vor Nässe und Hitze im erschöpften Schlaf suchen, wenn sie nicht mal wieder von der Polizei vertrieben wurden. Einige Menschen schlafen sogar fernab in der Eilenriede, weil ihnen dort wenigstens keine grobe, körperliche Gewalt droht, aber die sind viel schwieriger zu finden, vor allem, wenn man desinteressiert an Menschen ist. Keine Angst, die beißen nicht, sind aber aus Erfahrung und guten Gründen ein bisschen misstrauisch geworden. Ich bitte sie dabei übrigens um die Beachtung der »Frauenquote« unter den Betroffenen der politisch von CDU, SPD, CSU, Grünen und FDP explizit gewollten und herbeigeführten Zustände, das ist sehr lehrreich, wenn man eine Woche später ein Vergessfilmchen über diese »männlichen Privilegien« produziert, damit sich die Aufmerksamkeit auf genetische Marker statt auf politisch-gesellschaftlich vorsätzlich geschaffene oder inkaufgenommene Zustände konzentriere! Vielleicht treffen wir uns dann sogar, es wäre gut möglich. Ach, sie sprechen lieber mit ChatGPT als mit Menschen? Schade, dann kann man wohl nichts machen.
Rechenmaschinen halluzinieren nicht. Rechenmaschinen rechnen. Menschen halluzinieren.
Wäre es möglich, dass wir dazu einmal kurz telefonieren?
Ich werde mich hüten, ihnen in einer unverschlüsselten E-Mail meine Telefonnummer oder irgendwelche persönlichen Daten (erst recht nicht von anderen Menschen) zu geben. Ihre NDR-Mailadresse läuft, wie mir ein schneller Blick in die Mailheader und danach ein kurzer Ausflug auf die Kommandozeile gezeigt hat…
$ host ndr.de ndr.de has address 34.120.212.72 ndr.de mail is handled by 0 ndr-de.mail.protection.outlook.com. $ _…über die Rechenzentren von Microsoft, weil ihre mit Quasikopfsteuern auf das Bewohnen einer Wohnung unfassbar fettgemästete Sendeanstalt offenbar nicht dazu imstande ist, einen eigenen Mailserver zu betreiben. Ich muss davon ausgehen, dass alle persönlichen Daten, die ich in einer Mail an den NDR angebe, dafür verwendet werden, neuronale Netzwerke anzulernen, und es ist eine sichere Wette, dass ein Großteil dieser Daten mit trickreichen Prompts wieder aus den statistischen Mustern extrahiert werden kann, sowohl von Stalkern, als auch von Verbrechern als auch von dafür bezahlten Schergen verbrecherischer totalitärer Staaten. Die Benutzung wirksamer E-Mail-Verschlüsselung scheinen sie ja aus Dummheit, Wissenserwerbsangst und Gleichgültigkeit abzulehnen, sonst hätten sie meinen PGP-Schlüssel im gleichen Impressum gefunden, dem sie offenbar auch meine nicht so leicht automatisierbar auszulesende Mailadresse entnommen haben. Dass sie klicken können, sehe ich ja an ihrer Mail.
Vielen Dank für Ihre Zeit und Unterstützung!
Dieser wunderhübsche, pseudohöfliche aber in Wirklichkeit manipulative »Dank für nichts« ist wie das Krönchen auf dem Sahnehäubchen auf einem Güllebecken. Vermutlich schreiben sie auch ihre Mails mit angelernten neuronalen Netzwerken, und die haben diesen »höflichen« Stil aus den Mustern von Phishingspams übernommen. Hach, diese Steigerung der Effizienz und Produktivität! Mir wird so kalt. Gut, dass mein Leben so gut wie vorbei ist. Der Einblick ins Kommende ist gruselig genug.
Mit freundlichen Grüßen
B. und S.Lassen sie es sich gut gehen!
Und bitte: Lernen sie es, sich zu schämen!Elias
PS: Da sie als Kommunikationsform unverschlüsselte E-Mail gewählt haben, die offen wie eine Postkarte durch das Internet befördert wird und auf jeder Station des Transportweges ausgelesen (und dabei wegen des Verzichts auf digitale Signatur sogar beliebig und unentdeckbar inhaltlich verändert) werden kann, gehe ich davon aus, dass sie nichts dagegen haben, wenn ich diese Mail zusammen mit meiner Antwort im offenen Internet veröffentliche und an Menschen weiterreiche, die mir persönlich etwas bedeuten. Vielen Dank für ihr Verständnis und ihre Kooperation! Selbstverständlich werde ich ihren Teil anonymisieren, ich bin ja kein Journalist.
¹In den wenigen Situationen, in denen ich gegenderte Wörter benutze, weil es mir einmal sinnvoll und richtig erscheint, bevorzuge ich das wenigstens mühelos sprechbare und nicht völlig sprachgefühllose y-Suffix und dazu das neutrale grammatische Geschlecht, statt mit absurdtümelnden Sonderzeichen und glottalen Plosiven auch noch die Aufmerksamkeit darauf zu lenken, nur um damit schön auffällig in einer Geste ideologicher Selbstverklärung irgendeine »Haltung« zu markieren. Mir wurde schon einmal vorgeworfen, dass das verächtlich und verniedlichend klingt. Das ist nicht meine Absicht. Sollte es bei ihnen beleidigend angekommen sein, entschuldige ich mich dafür und lege ihnen nahe, mich das nächste Mal in einer Sprache anzuschreiben, in der solche Probleme nicht auftreten, zum Beispiel auf Englisch.
Dass diese mehr als nur ein bisschen unverschämte, kalte Mail nur ein paar Millimeter daran vorbeigeschrammt ist, direkt im Spamblog zu landen und warum das so ist, bedarf hoffentlich keiner weiteren Erklärung. Weitere Mails mit ChatGPT-Journalismus aus der Contenthölle werde ich nicht mehr so gnädig behandeln.
Auch wenn ich die Namen der beteiligten Personen hier nicht nenne, habe ich sie mir notiert und werde sie mir merken. Man sieht sich ja öfter mehrmals im Leben, und es ist dann gut, wenn man sich erinnern kann. Grüße auch an den Norddeutschen Rundfunk!
Für einen ersten Eindruck gibt es niemals eine zweite Chance.
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