Direktlink zum Stück bei Soundcloud (natürlich mit Download-Möglichkeit)…
Suchen
-
Neuigkeiten
Kommentare
Fediverse
Dauerbrenner
Meta
Direktlink zum Stück bei Soundcloud (natürlich mit Download-Möglichkeit)…
Zunächst einmal die E-Mail, mit der Google im Moment sehr viele Website-Betreiber belästigt, die bei den Google Webmaster-Tools angemeldet sind¹:
![Webmaster-Tools -- Beheben Sie Probleme der mobilen Nutzerfreundlichkeit auf https://www.tamagothi.de/ -- An: Webmaster von https://www.tamagothi.de/ -- Die Systeme von Google haben 153 Seiten Ihrer Website getestet und bei 100 % dieser Seiten kritische Fehler in Bezug auf die Nutzerfreundlichkeit auf Mobilgeräten erkannt. Die Fehler auf den 153 Seiten beeinträchtigen die Nutzererfahrung auf Mobilgeräten für Ihre Website deutlich. Diese Seiten werden von der Google-Suche als nicht für Mobilgeräte optimiert eingestuft, und werden entsprechend in den Suchergebnissen für Smartphone-Nutzer dargestellt. So beheben Sie die Fehler: -- 1. Problematische Seiten finden -- Rufen Sie einen Bericht mit Details zu den nicht für Mobilgeräte optimierten Seiten Ihrer Website sowie die jeweiligen Probleme auf. -- [Probleme anzeigen] -- 2. Für Mobilgeräte optimierte Layouts verwenden -- Es stehen zahlreiche Techniken zur Verfügung, mit denen Sie Ihre Website für Mobilgeräte optimieren können. Sehen Sie sich insbesondere die Informationen zu den in den Webmaster-Tools erwähnten Problemen näher an. -- [Richtlinien ansehen] -- 3. Probleme auf der Website beheben -- Beheben Sie die Probleme auf Ihrer Website, die die Nutzerfreundlichkeit auf Mobilgeräten beeinträchtigen.](https://www.tamagothi.de/wp-content/uploads/2015/03/google.png)
Hallo, Google,
zunächst einmal: Ich benutze deine »Webmaster-Tools« mit einem Google-Konto, bei dem – gemäß deinen eigenen, selbstverfassten und in vielen Punkten schon recht unverschämten Nutzungsbedingungen – mein richtiger Name hinterlegt ist. Du bist also durchaus dazu imstande, mich anders als mit einem »Hallo Webmaster, hier spricht deine Große Technokratische Steuerzentrale« anzusprechen. Daten verarbeiten kannst du doch, Google, das ist doch – glaube ich – ähm… dein Geschäftsmodell.
Und nun zum Eigentlichen.
Ich gebe mir außerordentlich viel Mühe mit dem Kram, den ich ins Web publiziere. Ich achte auf fehlerfreies HTML und ferner darauf, dass alles nicht nur halbwegs ansprechend aussieht, sondern auch so einfach wie möglich ist (was bei Benutzung eines Biestes wie WordPress leider nicht ohne Kompromisse geht). Mit einem bisschen CSS lege ich ein paar unsichtbare interne Links zur Vereinfachung der Navigation, die nur dann sichtbar werden, wenn reine Textbrowser verwendet werden, um auch blinden und schwer körperbehinderten Menschen die Benutzung der Website zu ermöglichen und zu vereinfachen. Hier, auf meiner Homepage, verwende ich eine zugegebenermaßen etwas komplexe Navigation, die mit viel CSS eine Art Menüsystem implementiert – und biete eine auf der Startseite verlinkte Sitemap an, wenn jemand ein Gerät oder einen Browser hat, mit dem dieses in CSS nachgebaute Menüsystem schwer nutzbar ist. Auch das mache ich auf dem Hintergrund, dass sich eventuell körperbehinderte Menschen durch so etwas hindurchquälen müssen oder wollen². Ferner verzichte ich immer auf JavaScript, wenn es nicht unbedingt nötig oder aber wenigstens für meine Leser sehr praktisch ist (wie etwa hier in der Kommentarfunktion, um direkt eine Antwort auf einen Kommentar verfassen zu können), und wenn ich JavaScript verwende, achte ich immer darauf, dass die gesamte Site auch ohne JavaScript vollständig nutzbar bleibt.
Alles das müsstest du wissen, Google, denn du schaust hier ja recht regelmäßig vorbei und du machst sogar derart weitgehende Analysen, dass du nachschaust, wie eine Website auf verschiedenen Browsern und Geräten nutzbar ist – wie ich an deiner heutigen E-Mail gesehen habe³.
Ach ja, zu deiner E-Mail, Google! Ich bin wirklich ein bisschen ausschweifend geworden…
Wenn ich mich richtig erinnere, Google, machst du doch dieses »mobile« Betrübssystem namens Android. Du selbst, Google, bist also dafür verantwortlich, wie deine von dir selbst erstellte und in Android gepackte Browserkomponente die Web-Inhalte einem Android-Nutzer auf seinem Grabbelschirm darstellt.
Und du bist dabei nicht dazu willens oder imstande, Google, eine fehlerfreie und mit ungewöhnlich viel Gedanken auch an fernliegende Geräte und Hilfsmittel ausgezeichnete HTML-Ressource auf diesem von dir selbst erstellten Browsersurrogatextrakt einem Nutzer so zu präsentieren, dass sie gut bedienbar ist.
Und das drückst du dann im schönsten Technokraten-Ton in der Weise aus, dass du »bei 100 % dieser Seiten kritische Fehler in Bezug auf die Nutzerfreundlichkeit auf Mobilgeräten erkannt« haben willst. Um mir daraufhin die gutsherrschaftliche Aufforderung zu schreiben, dass doch bitte ich als »Webmaster« und dein höriger »Googlesklave« mir Gedanken darum machen soll, wie ich Websites an diese deine Unfähigkeit oder Unwilligkeit anpasse, weil du ja Herr bist und ich ein Nichts. Und um meine »Gehorsamswilligkeit« ein bisschen anzuspornen, ergänzt du diese an sich schon etwas unverschämt rausgerotze Forderung noch um die Drohung mit dem empfindlichen Übel, dass du meine Websites in deinen Suchergebnissen auf Ramschniveau runterstufen willst, wenn ich da jetzt nicht nach deiner Pfeife tanze.
Mit Verlaub, Google, du bist ein Arschloch von geradezu microsoften Ausmaßen!
Und du kannst mich mal genau da lecken, wo die Sonne niemals hinscheint!
Ich hoffe sehr, dass deine nach Gutsherrenart vorgetragene Unverschämtheit dazu führt, dass immer mehr Menschen sich darüber Gedanken machen, ob es eigentlich eine gute Idee ist, sich von dir, Google, und den ganzen von dir angebotenen Dienstleistungen allzu abhängig zu machen. Es soll ja Alternativen geben, die nur noch darauf warten, auch genutzt zu werden. Einem Laden wir dir, Google, dessen Verantwortliche so auftreten wie du in dieser kalt rausgerotzten und offen nötigenden E-Mail, tut nämlich nur noch eines weh: Wenn weniger Geld aufs Bankkonto kommt.
Völlig unerfreut und angekotzt von deiner Arschlochhaftigkeit
Elias Schwerdtfeger
Fußnoten
¹Der Hauptgrund, weshalb ich da angemeldet bin, ist, dass ich vor Jahren einmal erfolgreich gehackt wurde und in Zukunft gern Warnungen zugemailt bekommen möchte, wenn es jemanden gelungen ist, eine von mir verantwortete Website in eine Schadsoftware-Schleuder umzustricken, ohne dass ich das sofort bemerke. Ich möchte nämlich nicht, dass meine Leser gepwnt werden. Die sonstigen Warnhinweise sind aber auch oft praktisch.
²Seit ich vor einigen Jahren mehrfach erlebt habe, wie wichtig das Internet für Blinde ist und wie frustrierend es für einen Blinden sein kann, sich durch ein Design durchzuquälen, das von Sehenden für Sehende gemacht wurde, bin ich in solchen Punkten sehr aufmerksam geworden. Ich empfehle diese Aufmerksamkeit jedem Menschen.
³Ich bekomme derartige E-Mails schon seit Tagen für alle möglichen Projekte, und beinahe alles was ich hier schreibe, gilt auch für das von Google in gleicher Weise angemeckerte Projekt »Unser täglich Spam«.
Eine Anmerkung vorab: Eigens für Journalisten, Politiker und vergleichbare Menschen, denen der Hang oder die Fähigkeit zum gründlichen Lesen und nachdenklichen Reflektieren des Gelesenen abgeht, werde ich diesen Text in recht einfacher, für die meisten Menschen unmittelbar verständlicher Sprache schreiben.
Der Islam gehört nicht zu Deutschland.
Zu Deutschland gehören Menschen. Zu Deutschland gehören die Menschen, die in Deutschland leben.
Menschen sind verschieden. Das ist gut. Wenn verschiedene Menschen gleich gemacht werden, ist das schlecht. Wenn du sehen willst, warum das schlecht ist, dann schau dir an, was Adolf Hitler und Josef Stalin gemacht haben.
Die Menschen nicht mehr verschieden sein zu lassen, geht nur mit unmenschlicher Gewalt.
Zu Deutschland gehören Menschen, die in Deutschland leben und verschieden sind. Das ist gut. Das soll so bleiben. Auch, wenn der andere Mensch mal eine Nervensäge ist. Wir sind alle manchmal für andere Menschen Nervensägen. Das ist gut.
Einige Menschen essen nur Pflanzen. Andere Menschen essen Tiere. Meistens bemerkt man nicht, was ein anderer Mensch isst. Wenn man sich dann darüber streitet, werden Menschen zu Nervensägen. Menschen in Deutschland haben ein Recht, für ihre Idee einzustehen und ihre Idee zu leben. Das ist gut. Anders geht es nur mit dem Henker, der die Köpfe von Menschen abschlägt, die nicht der erlaubten Idee folgen. Und mit der Angst vor der Gewalt dieses Henkers.
»Vegetarismus« nennt man das, wenn Menschen nur Pflanzen essen. Niemand würde sagen: »Der Vegetarismus gehört zu Deutschland«. Es klingt lächerlich. Menschen können essen, was sie für richtig halten.
Tiere sind fühlende Wesen. Menschen können sich über ihre verschiedenen Ideen streiten, welche Rechte Tiere haben sollen. Menschen können aufhören, Tiere zu essen, weil sie es falsch finden. Das ist gut. Das soll so bleiben.
Manchmal kann ein Mensch einen anderen Menschen von seiner Idee überzeugen. So entsteht Einsicht. Manchmal kann ein Mensch einen anderen Menschen nicht von seiner Idee überzeugen. So merkt er, dass seine Idee nicht jeden überzeugt. So entsteht Einsicht. Vielleicht merkt er, dass er seine Idee besser erklären muss. Vielleicht merkt er, dass seine Idee falsch ist. Ohne Nervensägen entsteht keine Einsicht, und alles bleibt immer so, wie es ist. Selbst, wenn es schlecht ist.
Einige Menschen sind Christen. Andere Menschen sind Muslime. Und wieder andere Menschen glauben gar nicht an unsichtbare Begleiter. Oder sie haben eine ganz andere Idee, wie der unsichtbare Begleiter aussieht. Meistens bemerkt man nicht, was ein anderer Mensch über unsichtbare Begleiter glaubt.
Diese Menschen gehören zu Deutschland. Weil sie hier sind. Es ist ihr Recht, zu sein, was sie sind und zu glauben, was sie für richtig halten.
Ihr unsichtbarer Begleiter gehört nicht zu Deutschland. Er erlaubt es nicht, dass Menschen sind, was sie sind und glauben, was sie für richtig halten. Das ist so beim unsichtbaren Begleiter der Christen. Und das ist so beim unsichtbaren Begleiter der Muslime.
Deshalb bringen einige Menschen andere Menschen um. Oder sie drohen ihnen Gewalt an. Weil sie eine andere Idee haben, wie der unsichtbare Begleiter aussieht. Und weil sie meinen, dass Menschen mit einer anderen Idee, wie der unsichtbare Begleiter aussieht, nicht leben dürfen.
Zum Glück nehmen fast alle Christen und Muslime das nicht so ernst, wenn der unsichtbare Begleiter Gewalt gegen Andersgläubige fordert, sonst sähe es hier sehr schlimm aus.
Auch Menschen, die andere Menschen mit Gewalt behandeln, weil sie eine andere Idee vom unsichtbaren Begleiter haben, gehören zu Deutschland. Es gibt eigene Plätze für sie. Man nennt diese Plätze »Gefängnis«. Da werden sie eingesperrt. So können die anderen, friedlichen Menschen sich gegenseitig mit ihrer Verschiedenheit auf die Nerven gehen, ohne vor Mördern und Gewalttätern Angst haben zu müssen. So kann Einsicht entstehen.
Menschen, die Muslime sind, gehören zu Deutschland. Aber unsichtbare Begleiter gehören nicht zu Deutschland.
Und das soll so bleiben. Denn es ist gut. Anders ist friedliches, gewaltfreies Miteinander gar nicht möglich.
Die Bundeskanzlerin Angela Merkel sagt »Der Islam gehört zu Deutschland«. Andere sagen das auch. Wieder andere sagen »Der Islam gehört nicht zu Deutschland«. Und wieder andere stimmen ihnen zu.
Wenn diese Menschen so sprechen, dann sprechen sie sich offen gegen die Grundlage für ein friedliches, gewaltfreies Miteinander aus.
Du solltest darauf achten, denn diese Menschen stellen Regeln für unser Miteinander auf.
Unsichtbare Begleiter gehören nicht zu Deutschland. Menschen gehören zu Deutschland. Verschiedene Menschen, die verschiedene Ideen haben. Verschiedene Ideen über unsichtbare Begleiter oder über das, was man essen sollte. Und über vieles mehr. Jeder dieser Menschen gehört zu Deutschland. Weil er hier ist. Und weil es sein Recht ist, die Ideen zu haben, die er für richtig hält. (Auch, wenn er eine Nervensäge ist. Und sogar dann, wenn seine Ideen dumm sind.)
Wer das nicht sieht, versteht nicht, wie verschiedene Menschen friedlich und gewaltfrei miteinander leben können. Das ist gefährlich.
Menschen, die sagen »Der Islam gehört zu Deutschland« sind gefährlich. Menschen, die sagen »Der Islam gehört nicht zu Deutschland« sind gefährlich. Diese Menschen sind gefährlich, weil sie das friedliche und gewaltfreie Miteinander für unwichtig halten. Weil sie eine Idee von unsichtbaren Begleitern für wichtiger halten. Wichtiger als die Grundlage eines friedlichen und gewaltfreien Miteinaders von verschiedenen Menschen.
Wenn du in Frieden und ohne Gewalt leben willst, solltest du das nicht hinnehmen, ohne zu widersprechen. Auch, wenn du dadurch zur Nervensäge wirst.
Das ist den Recht.
Und du wirst zur Nervensäge, damit es auch dein Recht bleibt. Und das Recht jedes anderen Menschen.
(Ach ja: Das Essen von Fleisch finden auch immer mehr Menschen widerwärtig, wenn sie sehen, wie Fleisch »hergestellt« wird. Demnächst gibt es Chlorhühnchen. Weil das die gleichen Menschen wollen, die »Der Islam gehört zu Deutschland« und »Der Islam gehört nicht zu Deutschland« sagen. Wer herrscht, kann seine Ideen mit Gewalt gegen andere Menschen durchsetzen. Es ist wichtig, darauf zu achten, was für Menschen es sind, die Herrschaft haben wollen. Wenn es Menschen sind, die friedliches und gewaltfreies Leben an erste Stelle setzen, sind ihre Ideen gar nicht so wichtig. Im Moment sind es keine Menschen, die ein friedliches und gewaltfreies Miteinander aller Menschen wollen. Deshalb rüsten sie sich mit totaler Überwachung gegen den kommenden Aufstand der Menschen, die noch nicht genug Angst haben. Die Gesetze, von denen sie immer sprechen, sind ihnen dabei völlig egal. Es sind Verbrecher. Ich will die Welt, die diese Menschen wollen, nicht. Und du solltest darüber nachdenken, ob du diese Welt willst.)