Auch Vorschläge sind Schläge

Mir hat allen Ernstes jemand mit seinem hinterhältig boxenden Mund vorgeschlagen, einige meiner Bilder als NFT zu vermarkten, um an Geld zu kommen.

Deshalb eine Klarstellung: Alle Fraktale, die ich jemals veröffentlicht habe, sind CC0, also nach meinem Willen Public Domain. Es handelt sich um mathematische Landkarten, die angeben, wie sich die Iteration einer Funktion für eine Menge von Startwerten verhält, mehr nicht. Darauf in irgendeiner Weise ein irgendwie käufliches »geistiges Eigentum« einzufordern, halte ich für ähnlich geisteskrank und dumm, wie die Einforderung eines »geistigen Eigentumes« auf den Plot einer Sinuskurve. Alle anderen von mir jemals veröffentlichten Bilder sind insofern Gemeingut und als Handelsware wertlos, als dass man sie unter den Bedingungen von CC BY-NC einfach benutzen kann, und zwar selbst dann noch, wenn ich das nicht explizit dranschreibe. Das gleiche gilt für meine veröffentlichte Musik. Und wenn die Frage, was jetzt eine »kommerzielle« Nutzung ist, mal ein bisschen diffus werden sollte, betrachte ich das »NC« mit einer gewissen Nachlässigkeit. Computermusik wird nun einmal remixt und geht manchmal ganz komische Wege.

Es ist mein ausdrücklicher Wunsch, dass ein eventuell entstehender Marktpreis für irgendeinen im weitesten Sinne des Wortes künstlerischen Ausfluss meines Lebens durch meine Haltung und Lizenzierung für jeden Menschen erschwinglich ist und dass es sich generell nicht um ein knappes und damit vom Krämerwesen zu Geld machbares Gut, sondern um ein frei verfügbares Gut wie Sonnenlicht und Atemluft handelt. Das Internet ist eine riesige Kopiermaschine, in der Dinge unkontrollierbar und völlig verlustfrei kopiert werden. Ich begrüße das mit fröhlich winkenden Grüßen und finde zudem, dass hundert Abmahnanvergewälte mit Zementschuhen auf dem Grund der Nordsee ein guter Anfang wären und wünsche den Fischlein einen gesegneten Appetit. Wer mag, kann mir Geld schenken, denn ich lebe seit über zwanzig Jahren nur von dem, was mir kampflos gegeben wird. Aber verkauft wird nichts. Und ich bin der festen Überzeugung (sie mag falsch sein), dass die Ware Kunst nicht die wahre Kunst ist.

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6 Antworten zu Auch Vorschläge sind Schläge

  1. orinoco sagt:

    Ist geschenkt für dich immer noch zu teuer?
    Mein Angebot für ein kostenloses, »neues« Gebrauchtrad nebst der Hälfte der staatlichen Prämie für mein Elektroauto (1000€ von damals 2000€) steht noch immer. Nur aussuchen und abholen des Rades aus unserem FSW-«Angebot« musste schon selbst, aber das ließe sich in Absprache organisieren.

  2. Ghost sagt:

    Ja Ja – das Internet ist ne Kopiermaschine blabla….. Es sind nicht etwa die Rechner / Computer – es sind die Kabel dazwischen m(

    Wenn Du Worte zerlegst und die Bedeutung hinterfragst, dann ist das natürlich richtig und etwas gaaaanz besonderes, weil es ja Du bist. Aber wenn Du wie hier volksverblödend so ein Stuss von Dir gibst, dann ist das natürlich auch wieder richtig und nur der Gegenüber der Haarspalter, oder Korinthenkacker.

    Trottel!

  3. Ghost sagt:

    For each person there is a time in life that we chose to stand up or not. Money is not the key in life. There is something called a line of integrity that must not shift based on money.

    Dr. Paul Alexander

  4. Ghost sagt:

    […]Aber verkauft wird nichts.[…]

    Sehr seltsame Vorstellung vom verkaufen hast Du ja schon.
    https://sinnesloeschen.bandcamp.com/
    Was bedeutet nochmal »Buy Digital Album« auf Deutsch?
    Ja, ich hab gesehen, dass man auch 0 eintragen kann, aber das tut gar nichts zur Sache – alles über 0 und sei es nur 1ct ist ein Verkauf und spenden ist etwas anderes.

    Die beste Sache an Alzheimer ist es ja, dass man jeden Tag neue Leute kennen lernt! Oder ist es einfach nur Bullshit was Du da von Dir gibst, von wegen nichts wird verkauft?

  5. Ghost sagt:

    So viel also zu der wahren Ware, nicht wahr?

    Liar von Rollins Band kennst Du ja….
    Verkauft wird nichts, aber anscheinend schon für dumm verkauft, im übertragenen Sinn. Ja wo laufen sie denn?

  6. Ghost sagt:

    […]Wer mag, kann mir Geld schenken, denn ich lebe seit über zwanzig Jahren nur von dem, was mir kampflos gegeben wird.[…]

    Wie schon erwähnt, eine Spende ist etwas anderes als ein Verkauf und auch niemand wird dazu gezwungen etwas zu kaufen (z.B. mehr als 0 einzutragen), vom indirekten Zwang u.U. Essen und Trinken kaufen zu müssen ist hier nicht die Rede.
    Das »kampflos« klingt ja recht nett und es mag dein Ego auch streicheln, aber egal wie oft Du es wiederholst, es ist und bleibt eine Manipulation des Lesers.
    Ich zumindest habe z.B. noch keinen Kassierer gesehen, der darum Kämpfen müsste, dass die Kunden ihm das Geld für die Waren geben. Und auch Arbeiter bzw. Angestellte müssen wohl eher selten in den Ring steigen um ihren Lohn zu bekommen. Selbst beim Streiken, z.B. bei Tarifverhandlungen wird kaum noch wirklich gekämpft.
    Es ist eine, meist mit der Absicht der Manipulation, sprachliche Übertragung von Bedeutung bzw. eine Erzeugung einer gewissen und gewünschten Vorstellung in den Gedanken des Adressaten – Wahlkampf wäre z.B. auch so ein Begriff.

    Viel Spaß noch mit Deiner Psyche

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