Das GUI-Pendel schwingt durch die Jahre

Ob ich Wischofone sehe, »moderne« Linux-Distributionen oder einige große, kommerzielle Websites aus der zweiten Reihe: Der eher dunkle Farbverlauf als Designelement für Benutzerschnittstellen und Websites ist wieder zurückgekommen; möglichst großflächig und mit Texten in heller Schrift.

Es erscheint mir gar nicht so unwahrscheinlich, dass daraus wieder ein größerer Trend wird, zumal ja zurzeit alles von den Händis kopiert wird – ganz ähnlich, wie am Ende der Neunziger Jahre und in der ersten Hälfte der Nuller Jahre das Aussehen der Benutzerschnittstelle außerordentlich vieler Desktop-Anwendungen von den Darstellungen im Webbrowser »inspiriert« wurde, vermutlich, weil Microsoft aus heute nicht mehr nachvollziehbaren Gründen die Darstellung einer Seite im Webbrowser für den Inbegriff einer guten Benutzerführung hielt.

Ob wohl um 2016 herum wieder dreidimensionale Kennzeichnungen von Buttons und anderen klickbaren Elementen in Mode kommen? Ob die jetzigen flachen Rechteckte oder das Verstecken der Klickbarkeit nach dem Vorbild eines lediglich andersfarbig ausgezeichneten HTML-Links wohl wieder verschwinden werden, um »den Anwender nicht zu verwirren« und die »Bedienmöglichkeiten klar auszuzeichen«?

Ob dann wohl um 2020 herum eine neue Generation von selbsternannten Ergonomie-Päpsten ihre Scheingedanken äußern wird, dass dunkle Schrift auf hellem Hintergrund doch besser lesbar ist? Ob der Hintergrund dann überall wieder hell wird? Und ob wieder PR-Idioten und Sprechepresser erklären werden, dass sich dadurch das »Benutzererlebnis« verbessere, weil die schlechtklingende wörtliche Übelsetzung von »user experience« unter den weitgehend enthirnten PR-Menschstummeln leider länger in Mode bleibt als jeder Trend zur Vereinheitlichung der Computerbedienung?

Und ob dann schließlich wohl um 2024 herum die Design-Revolution der »neuen« Eleganz in weitgehender Schlichtheit kommen wird: Weißer (oder sehr hellgrauer) Hintergrund mit schwarzer Schrift und eine klare Gestaltung, die auf jeden optischen »Ballast« verzichtet, bis man zuletzt klickbare Elemente in einer Benutzerschnittstelle in vielen Fällen wieder eher zufällig findet?

Und dann nochmal von vorn?

Es würde mich nicht wundern, die Menschen sind eben so dumm… :mrgreen:

Ich mag es so sehr, da muss ich gleich mal zum Facebook klicken...

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4 Kommentare zu Das GUI-Pendel schwingt durch die Jahre

  1. Kand.in.Sky sagt:

    kein kollektives Wissen = keine kollektive Weisheit.

    Es wurde schon alles designed, nur noch nicht von jedem/jeder Generation.

  2. Bio sagt:

    Ich glaub das nennt sich Mode. Altes neu aufkochen ist gut um der Psyche etwas vorzugaukeln ;)

  3. LiloDerLümmligeLörres sagt:

    3 deep 5 me

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